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Oschatz Herz außer Takt: Vorträge in Oschatz
Region Oschatz Herz außer Takt: Vorträge in Oschatz
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11:00 10.11.2018
Der Kardiologe Dr. Torsten Donaubauer in seiner Praxis. Er weiß, wie man das Vorhofflimmern des Herzens behandeln kann. Quelle: Foto: privat
Oschatz

Es schlägt Tag und Nacht – ein Leben lang. Doch manchmal macht das Herz auch Probleme. Darum dreht sich eine Vortragsveranstaltung anlässlich der Herzwochen 2018 am Mittwoch, dem 14. November, in Oschatz. Wir befragten den Kardiologen und Mitinitiator Dr. Torsten Donaubauer nach dem Hintergrund.

„Herz außer Takt“ ist das Thema der Herzwochen 2018. Warum wurde gerade dieses Thema ausgewählt?

Die Deutsche Herzstiftung gibt die Themen vor. Es gibt vier Hauptproblematiken – Herzinsuffizienz (verminderte Pump-Funktion des Herzens), Bluthochdruck, Herzinfarkt und Vorhofflimmern. Und diese Themen rotieren.

Sie werden in Oschatz zum Thema Vorhofflimmern referieren. Was ist das überhaupt?

Das ist die häufigste Herzrhythmusstörung, bei der viele Betroffene einen unregelmäßigen Herzschlag spüren.

Viele heißt, nicht alle spüren das?

Richtig, einige spüren überhaupt nichts davon. Und diese Gruppe ist am gefährdetsten. Wenn man zwei Tage Herzrhythmusstörungen hat, davon nichts mitbekommt und nichts dagegen unternimmt, können sich im Herzen Blutgerinnsel bilden, die in einen Schlaganfall münden können. Ein Schlaganfall ist mit einem hohen Grad an Behinderung verbunden. Das Leben wird von gestern auf heute deutlich eingeschränkt.

Und wie können sich diese Menschen schützen?

Mittels einer Ultraschalluntersuchung kann man erkennen, wer eine hohe Neigung zu Vorhofflimmern hat. Diese Menschen sollten jeden Tag einmal 30 Sekunden lang ihren Puls fühlen und bei Unregelmäßigkeiten einen Arzt aufsuchen.

Gibt es eine Personengruppe, die besonders häufig von Herzrhythmusstörungen betroffen ist?

Ja, Menschen mit Bluthochdruck, der schlecht eingestellt ist, die Herzklappenfehler haben oder an einer strukturellen Erkrankung wie Herzschwäche leiden. Und es gibt noch einen weiteren Aspekt: Je älter die Leute werden, desto häufiger leiden sie an Herzrhythmusstörungen. Jeder vierte Mensch im mittleren Alter ist von Herzrhythmusstörungen betroffen.

Wie reagieren die Betroffenen psychisch und physisch auf einen dauerhaft unregelmäßigen Herzschlag?

Viele leiden darunter, haben Angst und möchten einfach, dass das aufhört. Damit einher geht auch eine physische Leistungsschwäche, die Belastbarkeit sinkt. Es kommt zu Atemnot. Man ist eher erschöpft, muss öfter stehen bleiben.

Wie kann man sich präventiv vor dem Vorhofflimmern schützen?

Indem man eine entsprechende Therapie ernst nimmt und selber guckt, dass der Blutdruck okay ist. Bluthochdruck ist tendenziell ein Wohlstandsproblem, dem man mit gesunder Ernährung und Sport entgegen wirken kann.

Was kann der Arzt für Patienten mit Herzrhythmusstörungen tun?

Sie ganz schnell mit Blutverdünnung therapieren, damit sie keinen Schlaganfall bekommen. Bei Patienten, die sehr unter Herzrhythmusstörungen leiden, werden seit einigen Jahren auch Herzkatheterbehandlungen durchgeführt. Heute ist es möglich, dass fast die Hälfte aller Schlaganfälle mit vorbeugender Diagnostik und Therapie vermieden werden könnte. Rechnet man die deutschlandweiten Zahlen auf Oschatz herunter, erleiden in unserer Stadt jeden Monat zwei Menschen einen Schlaganfall. Einen davon könnte man retten.

Vorträge zur Herzwoche

Die Vortragsveranstaltung anlässlich der Herzwochen 2018 findet am Mittwoch, dem 14. November, ab 18 Uhr im kleinen Saal des Thomas-Müntzer-Hauses statt, die Teilnahme ist kostenlos.

Das Thema lautet in diesem Jahr „Herz außer Takt“ und widmet sich dem Vorhofflimmern und der Gerinnungshemmung.

Von 18 bis 18.30 Uhr spricht Dr. Hans-Joachim Kolb, Facharzt für Innere Medizin/Kardiologie an der Collm-Klinik zu „Ich … Gerinnungshemmung – wer soll da noch durchsehen?“

Von 18.30 bis 19 Uhr referiert die Oschatzer Apothekerin Katja Klinger zu „Ich … so viele Medikamente einnehmen - vertragen die sich überhaupt?“

Von 19 bis 19.30 Uhr widmet sich Dr. Sven Ehrlich, Facharzt für Neurologie und neurologische Intensivmedizin im Fachkrankenhaus Wermsdorf, der Frage „Ich … Schlaganfall – was können Anzeichen sein?“.

Von 19.30 bis 20 Uhr beendet den Vortragsabend der in Oschatz praktizierende Dr. Torsten Donaubauer, Facharzt für Innere Medizin/Kardiologie/Diabetologie mit „Ich … Vorhofflimmern – welche Behandlung macht für mich Sinn?“

Von Frank Hörügel

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