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Heute ist Tag des Artenschutzes: Oschatzer Uhus fliegen auf Steffen Spänig

Heute ist Tag des Artenschutzes: Oschatzer Uhus fliegen auf Steffen Spänig

Der heutige Tag gehört den Tier- und Pflanzenfreunden. Und zwar denen, die sich dafür einsetzen, dass die Tiere und Pflanzen, die auf der Liste der bedrohten Arten zu finden sind, nicht verloren gehen.

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Ornithologe Steffen Spänig mit zwei jungen Uhus.

Quelle: Peter Reuße

Oschatz. Von Gabi Liebegall

 

Einer der Artenschützer in der Region ist Steffen Spänig. Ihm haben es der Seeadler, der Fischadler und der Uhu in der Region angetan.

 

Seine Freizeit verbringt der Naturschutzhelfer beim "Bund" (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland) weitgehend im Wald. Und das schon seit seiner Kindheit: "Mein Vater hat mich schon frühzeitig mit in den Wald genommen", sagte er. Das habe ihn sehr geprägt. Nun ist der Oschatzer seit sieben Jahren Kreisnaturschutzbeauftragter und führt das Amt seines Vaters fort.

 

Steffen Spänig kann verkünden, dass es in Oschatz und Umgebung seit 1995 zwei Uhu-Brutpaare mit insgesamt 19 Jungen gibt. Bei den Fischadlern sind es drei Brutpaare. Seit 2000 haben sie 36 Junge ausgebrütet. Seit 1997 haben sich zwei Seeadler-Brutpaare hier sesshaft gemacht. Ihnen sind 34 Junge zu verdanken, und seit 1988 brütet im Gebiet ein Schwarzstorch-Paar.

 

Diese Bilanz ist die Arbeit vieler Jahre intensiver Beobachtung. "Ein Ornithologe hat nach so langer Zeit ein Auge für die Beobachtungen", erklärte Steffen Spänig. Wenn er zum Beispiel einen Seeadler sehe, werde der über einen längeren Zeittraum beobachtet und bald auch das Nest gefunden. "Meine Aufgabe ist es, die Brutplätze zu schützen."

 

Übrigens bauen Seeadler grundsätzlich "bebenfest", und zwar auf 120 Jahre alten Kiefern oder auf den noch vorhandenen Masten der Überlandleitungen. Die müssen immerhin ein Nest im Durchschnitt von zwei Metern und die relativ schweren Vögel - die Männchen bringen bis zu 5,1 Kilogramm auf die Waage - tragen können. Ein Seeadler erreicht eine Flügelspannweite bis 2,40 Meter.

 

Die Weibchen sind mit einem Gewicht von bis 6,9 Kilogramm und einer Flügelspannweite von bis 2,5 Meter im Mittel deutlich größer und schwerer als ihre "Herrlichkeiten".

 

"So hat es die Natur gewollt. Wenn man sieht, wie die Jungvögel aufwachsen, wie die Eltern sich kümmern, hoffe ich immer, dass sie auch erwachsen werden. Dafür brauchen sie viel Ruhe. Aus diesem Grund wird auch der Ort der Brut in der Öffentlichkeit nicht bekannt gegeben." In Deutschland gibt es beim Uhu nur 580 Brutpaare und weltweit 12 000.

 

Steffen Spänig lebt den Artenschutz und kennt seine Tiere genau. Der Uhu zum Beispiel ist die größte Eule in Mitteleuropa und kann "hellsehen". "Wenn es sich zum Beispiel um ein Jahr handelt, in dem es wenig Mäuse gibt, lässt er die Brut auch mal aus", berichtete Spänig.

 

Der Schwarzstorch brüte einmal im Jahr und ziehe bis zu vier Junge groß. Die scheuen Tiere nutzten einen Radius von 50 Kilometern zur Nahrungssuche. Die Artenschützer zählen, dokumentieren und beringen, letzteres gilt aber nur für den Fischadler. So begleitet Steffen Spänig seine "fliegenden Kinder" in ihrer Entwicklung, ihrem Wachstum.

 

Gemeinsam mit anderen Natur- und Tierliebhabern sorgt er dafür, die Artenvielfalt in der Oschatzer Region zu erhalten, damit die aufgeführten Tiere in der "Roten Liste" immer weniger werden. Das wäre dann das schönste Geschenk für die vielen Stunden freiwilliger Arbeit in Wald und Flur.

Gabi Liebegall

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