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Oschatz Hier gibt es immer mehr Bauerngärten
Region Oschatz Hier gibt es immer mehr Bauerngärten
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16:22 28.07.2014

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Das zeigt sich auch im Verein Nord in Oschatz. Viele kennen die Sparte unter dem Namen "Krone".

Die OAZ ist verabredet mit dem Vorsitzenden des Vereins, Hans-Jürgen Commichau (68). Es ist früher Morgen, und die Sonne zeigt, was sie um diese Zeit schon drauf hat. Einige Laubenpieper sind schon im Garten, denn jetzt sind die Temperaturen noch erträglich, später ist es einfach zu heiß.

Hans-Jürgen Commichau spricht von seinem Verein wie von seiner Familie. Die Stimmung unter den Kleingärtnern ist gut. Es gibt Regeln, die von allen eingehalten werden müssen, und wenn es einmal nicht so klappt, wird miteinander geredet. "Genötigt wird bei uns niemand, und das Bundeskleingartengesetz wird auch eingehalten und weit ausgelegt", so der Vorsitzende.

Er freut sich auch darüber, dass es vom Landratsamt und dem Vorstand des Regionalverbandes der Kleingärtner bei der jüngsten Begehung viel Lob gab. "Alle drei Jahre wird die Gemeinnützigkeit eingeschätzt. Dazu kommen Vertreter des Landratsamtes und Andreas Zschau, der geschäftsführende Vorstand des Regionalverbandes oder ein Vertreter. Und wenn alles in Ordnung ist, freut sich der Vorstand", erzählt Commichau.

Und noch etwas macht ihn froh: "Seit zwei Jahren interessieren sich auch jüngere Leute für einen Garten. Das ist gut, denn leider werden die Parzellen nicht 'vererbt'. Bisher hatten wir keinen Garten, den Kinder von ihren Eltern übernommen haben. Unser Durchschnittsalter liegt über 60 Jahre."

Da in diesem Jahr fast alles früher als sonst gereift ist, haben die Kleingärtner schon vieles unter Dach und Fach. "Jetzt kommen die Bohnen und Tomaten. Gurken sind schon fast vorbei, und Sauerkirschen sind bereits geerntet.

Auch wenn keine Gartenfreunde anzutreffen sind, ist hier mächtig viel los. Gefühlte 1000 Kohlweißlinge tanzen um einen Lavendelstrauß, Hummeln verkriechen sich in das Innere von Blumen und kommen "gepudert" wieder heraus. Auch ein weißer Hibiskusbaum mit wunderschönen Blüten zieht die Aufmerksamkeit auf sich.

Ein großer Apfelbaum lässt dem Betrachter das Wasser im Mund zusammenlaufen, denn seine goldgelben Früchte scheinen verführen zu wollen. Aber nebenan passt ein Gartenzwerg-Jäger auf einem Hochstand auf, dass auch nichts passiert.

Plaudern über den Gartenzaun, zum Beispiel bei Rolf André, der Besuch von Gartenfreund Höfling bekommen hat. Und das hat seinen Grund - der Gartennachbar ist den ersten Tag im Ruhestand.

In fast jedem Garten fällt eine Blume auf: Der Sonnenhut in verschiedenen Farben. Ursprünglich gehört diese Blume nicht hierher. Sie stammt aus dem östlichen und zentralen Nordamerika. "Es ist nicht gewollt, dass die Blumen so weit verbreitet sind in unserem Verein. Es hat sich einfach nur so ergeben", erzählt Hans-Jürgen Commichau.

Er sagt auch, dass die Gestaltung der Gärten wieder mehr zu den sogenannten Bauerngärten geht. Man sieht Kartoffelzeilen, Zucchini und viele Obststräucher sowie Obstbäume. "Es wird ja heute kaum noch eingekocht. Jetzt ist selbst gemachte Marmelade in", weiß der Oschatzer.

Aber es gibt einen Fakt, über den sich der Vorsitzende doch schon etwas ärgert: "Das sind die Tafelgärten, die wir zur Verfügung gestellt haben, nicht mehr bewirtschaftet werden, weil es dafür keine Zuschüsse mehr gibt", hat er erfahren.

Im Gegensatz dazu spricht er sehr gern über das sogenannte Alleinstellungsmerkmal des Vereins: "2014 gibt es das 49. Blumenfest. Seit dem zehnten hat vorrangig unser Verein für die Dekoration gesorgt. Daran erfreuen sich die Gäste immer sehr."

Gabi Liebegall

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