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Hier rollt der Rubel: Spediteure müssen ab Juli Maut auf der B 169 zahlen

Hier rollt der Rubel: Spediteure müssen ab Juli Maut auf der B 169 zahlen

Die Bundesstraße 169 zwischen Glaubitz und Seerhausen (etwa elf Kilometer lang) wird ab dem 1. Juli für Spediteure zu einem teuren Pflaster.

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Auf der B 169 muss künftig Maut gezahlt werden.

Quelle: Dirk Hunger

Oschatz/Riesa/Seerhausen. von frank hörügel

 

Ab diesem Tag müssen die Fuhrunternehmer für ihre Brummis ab einem Gewicht von zwölf Tonnen Maut zahlen. Nach Angaben des sächsischen Wirtschaftsministeriums werden in Sachsen ab 1. Juli insgesamt etwa 100 Kilometer Bundesstraßen mautpflichtig. Auch Spediteure in der Region Oschatz müssen blechen.

 

Doch damit ist das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht. "Ab 1. Oktober 2015 wird die Maut auf Lkw ab 7,5 Tonnen ausgeweitet. Des Weiteren beabsichtigt der Bund, ab 2018 die Lkw-Maut auf allen Bundesstraßen zu erheben, damit wird die B 169 insgesamt mautpflichtig", teilte Ministeriumssprecherin Kathleen Brühl auf OAZ-Anfrage mit. Hintergrund dafür ist eine Entscheidung des Bundestages vom März dieses Jahres, nach der die Lkw-Maut deutschlandweit auf rund 1100 Kilometer vierspurige Bundesstraßen ausgeweitet werden soll.

 

Die Nachricht, dass ab 1. Juli Maut auf der B 169 fällig wird, war für Joachim Peter gestern neu. Dennoch reagierte der Spediteur vom Oschatzer Fuhrunternehmen gelassen: "Wir können uns da nicht ausschließen." Die Spedition ist laut Peter im Fernverkehr mit 20 Brummis (40-Tonner) unterwegs. Nach seinen Angaben muss das Unternehmen bereits jetzt etwa 30 000 Euro für die Autobahn-Maut pro Monat aufbringen. "Wenn die Bundesstraßen dazu kommen, wird das zwar nur geringfügig, aber dennoch stetig mehr", sagt der Fuhrunternehmer. Dass die Brummis künftig auf Nebenstrecken ausweichen, um Maut zu sparen, glaubt Peter nicht. "Uns sitzt die Zeit im Nacken. Damit unsere Fahrer die vorgeschriebenen Lenk- und Ruhezeiten einhalten, können wir keine großen Umwege fahren", sagt er.

 

Wie sich die Regelung tatsächlich auf die Region auswirkt, muss abgewartet werden. In der Stadt Riesa, in deren Einzugsgebiet der neue mautpflichtige Abschnitt liegt, heißt die Devise: abwarten. Man werde die Auswirkungen der Maut-Einführung und einen eventuell entstehenden Ausweichverkehr genau analysieren, versichert Baubürgermeister Tilo Lindner. "Danach werden wir in der Verwaltung überlegen, ob wir im innerstädtischen Straßennetz gegebenenfalls reagieren müssen", so Lindner.

 

Brummifahrer, die auf der B 169 über Seerhausen hinaus in Richtung Döbeln unterwegs sind, müssen frühestens 2018 dafür Maut zahlen. Denn sicher ist: Eher wird an der jetzt größtenteils zweispurigen Bundesstraße nicht weiter gebaut. Zwar soll diese Route in einem dritten und vierten Bauabschnitt zwischen der B 6 bei Seerhausen und der Auffahrt auf die Autobahn bei Döbeln ausgebaut werden, doch der Zeitpunkt ist noch ungewiss. Laut Wirtschaftsministerium befindet sich der dritte Bauabschnitt im sogenannten Planfeststellungsverfahren. Und im vierten Bauabschnitt würden derzeit Voruntersuchungen erstellt, die im nächsten Jahr fertig sein sollen. Daraus soll sich letztendlich die neue Trasse der Bundesstraße ableiten. "Ein Zeitpunkt für den Start der Bauleistungen lässt sich gegenwärtig nicht bestimmen", sagt Pressesprecherin Kathleen Brühl. © Kommentar

Hörügel, Frank

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