Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Oschatz Hilfe vom Alltagsbegleiter? Viele Senioren in Oschatz zögern noch
Region Oschatz Hilfe vom Alltagsbegleiter? Viele Senioren in Oschatz zögern noch
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:18 16.04.2015

Von Bärbel Schumann

Dabei sollen Senioren bei der Bewältigung ihres täglichen Lebens Unterstützung erhalten und zugleich soll der Vereinsamung der älteren Menschen vorgebeugt werden.

Voraussetzung dafür ist, dass die zu betreuenden Senioren keine Pflegestufe besitzen. Die Nutzung des Angebotes ist kostenlos. Alltagsbetreuer kann seit diesem Jahr werden, wer selbst bereits im Ruhestand ist, jedoch gern seine freie Zeit mit anderen Senioren teilen möchte, um ihnen den Alltag zu erleichtern oder abwechslungsreicher zu gestalten. Das kann vom gemeinsamen Spazierengehen, Hilfe beim Einkauf bis hin zur Unterstützung bei Behördenangelegenheiten reichen. Für dieses Engagement erhalten die Alltagsbegleiter eine kleine finanzielle Aufwandsentschädigung. "Im letzten Jahr haben wir mit dem Projekt begonnen und setzen es in diesem fort", erklärt Projektleiterin Ilona Naake. Mit drei Alltagsbegleitern hat sie im Januar begonnen, inzwischen sind es acht. "Weitere sind in der Wartestellung, denn vielen Senioren fällt es schwer, das Angebot anzunehmen. Ich habe mir das einfacher vorgestellt", so Naake.

Sie setzt deshalb auf persönliche Gespräche mit beiden Seiten, um Senioren für das Projekt zu gewinnen. Andererseits ermöglicht sie den Alltagsbegleitern sich auszutauschen. Das ist neu und wichtig, wie sich gleich bei der ersten Zusammenkunft zeigte. So können die Neuen von erfahrenen Alltagsbegleitern wie Angelika Fischer oder Claus Burkhardt profitieren. Gemeinsam kann nach Lösungen gesucht werden, Senioren die Hemmschwelle vor dem Hilfsangebot zu nehmen.

"Ich bin von Anfang an dabei. Es war nicht schwer, Kontakt aufzubauen. Am besten, man erzählt von sich selbst", sagt Burkhardt. Der einstige Fernfahrer hilft gern anderen, fühlt sich mit 68 fit, um beispielsweise eine Ausfahrt zu organisieren oder mit anderen spazieren zu gehen. Dreimal in der Woche ist er im Einsatz. "Ich fühle mich einfach gut, wenn ich merke, dass ich gebraucht werde." Das kann Angelika Fischer für sich ebenfalls bestätigen. Zweimal in der Woche kümmert sie sich um eine alleinstehende Seniorin, erledigt Einkäufe, möchte die Gespräche mit ihnen nicht missen. "Sprachlos sind wir nie", sagt sie lachend.

Als Alltagsbegleiter will Erdmute Lohse ihre Erfahrungen aus dem Sozialamt einbringen. Die Ruheständlerin fühlt sich noch fit,und ihr ist es ein Herzensbedürfnis, anderen zu helfen. Sie meint, dass über das persönliche Gespräch sicher noch mancher Senior für das Projekt zu gewinnen wäre. Andere in der Runde denken ähnlich, äußern aber auch Wünsche. Beispielsweise, etwas Rüstzeug für den Umgang mit den Senioren zu erhalten. Das ist geplant, schon im Mai soll es dazu eine erste Veranstaltung geben. Vorgesehen ist auch, dass Alltagsbegleiter und Senioren gemeinsam ein Sommerfest feiern. Gemeinsam, nicht einsam - getreu dem Anliegen des Alltagsbegleiter-Projektes in Oschatz.

Kontakt: 03435 921035

Bärbel Schumann

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Ganz frei von Gedanken ans Geld waren die Mitarbeiter des Leisniger Tierheims in dessen 28-jähriger Geschichte noch nie. Doch seit Januar kämpfen die Beteiligten mit einer neuen Herausforderung: dem Mindestlohn.

15.04.2015

Verkehrszählung in Oschatz. Gert und Uta Franke gehören zu den 15 Oschatzern, die seit gestern an sieben Punkten in der Großen Kreisstadt die Fahrzeuge zählten.

15.04.2015

Geborstene Borde in der Kurve der B 6 nahe der "Grünen Tanne" sollen ab dem Wochenende der Vergangenheit angehören. Auf rund 120 Metern werden die beschädigten Betonborde ersetzt.

15.04.2015
Anzeige