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Oschatz Hilfswelle für kranken Phil
Region Oschatz Hilfswelle für kranken Phil
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16:41 16.01.2013

Ausgangspunkt für diese Entscheidung war die Tatsache, dass Phil (3), der Sohn einer Schülerin, an Leukämie leidet. Die Nachricht traf die Mutter kurz vor dem Weihnachtsfest wie ein Blitz (wir berichteten). Der kleine Junge braucht dringend ein Knochenmarkspende.

Von Gabi Liebegall

"Wir wollten unbedingt helfen", sagt die Chefin der Bildungseinrichtung Petra Huhndorf. Deshalb hätten sie sich bereiterklärt, eine Typisierungsaktion ins Leben zu rufen. "Ganz schnell haben Schüler ihre Bereitschaft signalisiert."

Die DKMS Deutsche Knochenmarkspenderdatei habe der Schule das notwendige Material bereit gestellt. "Bei einer Konferenzschaltung wurden wir instruiert, wie eine Typisierung vonstatten geht", so die Schulleiterin.

Im Handumdrehen sind zwei Räume dafür umgestaltet worden. Trotzdem läuft der Unterricht weiter. Fünf Pädagogen widmen sich dieser etwas anderen Aufgabe: Petra Huhndorf, Jana Höhne, Andrea Giersch, Maren Klunker und Christian Hellfritzsch besetzen vier Stationen: Die Aufnahme. Hier werden die Spender gewogen und über die Entnahme informiert. Dann kommen die Datenerfassung und die Typisierung, bei der die Spender mit Wattestäbchen Wangenschleimhaut entnehmen. Nachdem das Material vorschriftsmäßig verpackt ist, wird es für den heutigen Transport zur Koordinationsstelle nach Köln fertiggemacht.

Petra Huhndorf freut sich über das große Interesse. "Ja es kommen auch Bürger aus der Bevölkerung, und es haben sich sogar Betriebe angemeldet", weiß sie. Ob ausgesprochen oder gedacht: Spender und Lehrer hoffen, dass Phil damit geholfen werden kann.

"Das ist für mich selbstverständlich", sagt Andreas Horn (52) aus Luppa auf Anfrage, "denn meine Frau hatte auch Leukämie". Angela Horn ist mitgekommen. Ihr geht es wieder gut, wie sie meint und motiviere die ganze Familie, sich typisieren zu lassen.

"Die Krankheit von Phil berührt mich sehr, denn ich habe selbst zwei Kinder", begründet Cornelia Thomas mit Tränen in den Augen ihre Teilnahme. Sie lässt sich hier am Bildungszentrum zur Erzieherin ausbilden. Ebenfalls Erzieher ist das Ziel von Marcus Müther. "Ich spende schon Blut, um zu helfen, und wenn es sich um ein so kleines Kind handelt, muss man sich einfach beteiligen", erklärt er. "Phil soll leben!"

"Ich hatte längst vor, mich typisieren zu lassen. Das ist die Gelegenheit", sagt Susann Werner aus Riesa, die von der Aktion aus der OAZ erfahren hat, denn ihren Job hat sie in Oschatz. Außerdem spendet sie 50 Euro. Das löst bei Jana Höhne Gänsehaut aus. "Ich habe mich belesen und erfahren, dass die Untersuchung jeder Spende 50 Euro kostet", antwortet sie. Die Kosten für die Analysen müsse die DKMS selbst aufbringen. Ob ein Spender für Phil dabei sein wird, erfahren die Helfer in wenigen Wochen. Fakt ist aber, dass die Datenbank seit gestern 168 mehr Spender enthält.

-Kommentar

Info: www.dkms.de, b.gebhardt@dkms.de und 030/83 227 97 11. Interessierte Betriebe und Einrichtungen melden sich bitte bei Babette Gebhardt.

Und wie weiter...?

Die Proben gehen in ein Labor und werden dort ausgewertet, es werden in einem aufwendigen Verfahren die HLA (humane Leukozyten-Antigene)-Merkmale bestimmt, auf die es bei der Übereinstimmung zwischen Spender und Patient ankommt. In anonymisierter Form werden die Daten in den Suchlauf über das Zentrale Knochenmarkspender-Register eingespeist.

Für eine erfolgreiche Transplantation müssen die Gewebemerkmale des Stammzellspenders nahezu vollständig mit denen des Patienten übereinstimmen. Die Wahrscheinlichkeit einer solchen Übereinstimmung liegt zwischen 1:20 000 und 1 zu mehreren Millionen. In Deutschland sind bei der DKMS aktuell über 2,8 Millionen Spender registriert. Für jeden fünften suchenden Patienten kann kein passender Spender gefunden werden. Darum arbeitet die DKMS mit Hochdruck am Ausbau der Datei.

Unter www.dkms.de können sich Interessierte, die die Aufnahmekriterien erfüllen, jederzeit ein Registrierungsset für zu Hause bestellen. Dieses enthält neben einer Einverständniserklärung, die ausgefüllt werden muss, zwei Wattestäbchen, mit denen man sich einen Wangenschleimhautabstrich nimmt. Im frankierten Rückumschlag wird alles dann direkt an das Labor geschickt und dort ausgewertet. Quelle: DKMS

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