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Oschatz Historische Postkutsche macht in Mügeln Station
Region Oschatz Historische Postkutsche macht in Mügeln Station
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06:00 12.04.2016
Siegfried Händler (rechts) bietet mit seinem historischen Gefährt wieder Erlebnisfahrten zwischen Leipzig und Dresden mit Zwischenhalt in Mügeln an. Quelle: Foto: Dirk Hunger
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Mügeln

Postkutscher Siegfried Händler aus Bad Düben ist auch in diesem Jahr mit seinem historischen Gefährt wieder auf der Route zwischen Leipzig und Dresden unterwegs. Der 54-Jährige macht mit seinen Fahrgästen am 11. Mai, am 13. Juli und am 17. August Zwischenstopp in Mügeln.

Bereits seit 2004 kann die außergewöhnliche Fahrt in den Sommermonaten gebucht werden. Die Reisenden erfahren unterwegs nicht nur Wissenswertes über die Region und besuchen zahlreiche Sehenswürdigkeiten entlang der Strecke, sondern Händler vermittelt ihnen unterwegs auch viel Wissenswertes über die Beförderung von Briefen und Wertgegenständen, wie sie noch vor 100 Jahren per Postkutsche alltäglich war. Ein besonderer Höhepunkt diesmal sei die Tour, die am 13. Juli als Eilpostlinie sozusagen auf Achse ist und Zwischenstation in Mügeln macht. Dann spannt Händler nicht nur zwei Pferde wie sonst üblich vor die Kutsche, sondern ist mit vier Pferdestärken unterwegs. Und das sei nicht ganz ohne und eine besondere Herausforderung. „Der Straßenverkehr vor 100 Jahren war schließlich ganz anders als heute. Früher war man fast allein unterwegs“, verdeutlicht der Bad Dübener und ergänzt: „Ein im Jahr 1830 bei der Post in Leipzig aufgegebener Eilbrief erreichte seinen Empfänger beispielsweise in Dresden nach 8,75 Stunden.“ Die Kutscher seien damals genau nach Zeitplan gefahren. Später wurde die Beförderung der Eilpost dann von der Eisenbahn übernommen.

90 Prozent seiner Fahrgäste stammen übrigens aus den alten Bundesländern, weiß er anhand der Buchungen der vergangenen Jahre. Und die schwärmten von der „Entschleunigung des Reisens“. Denn die Kutsche ist mit sieben Kilometer in der Stunde unterwegs, eine gute Gelegenheit, die Landschaft und die Sehenswürdigkeiten in vollen Zügen zu genießen.

Für alle drei Touren haben bei Händler schon jeweils sechs Personen gebucht, Platz sei noch für jeweils drei weitere Mitreisende.

Die Etappe von Grimma zum Kloster Nimbschen bis zum Hofgut Beutig in Ostrau sei mit 45 Kilometer übrigens die längste. Neben dem Besuch des Klosters ist an diesem Tag bei Sachsenobst in Sornzig eine Rast mit Mittagspause geplant und wird Mügelns Museumsleiter Andreas Lobe am Nachmittag die Gäste am Stadtmuseum empfangen. Dort gibt es zunächst eine Stärkung mit Kaffee und frischem Kuchen und wird ein kleiner Stadtrundgang unter Lobes Führung im historischen Gewand unternommen.

Um sich auf die Touren vorzubereiten, will Händler in den nächsten Tagen die Strecke zunächst abfahren und beispielsweise dabei prüfen, wo es Baustellen und Umleitungen gibt. „Die Umleitungen sind schon ein Problem und müssen auf alle Fälle im Fahrplan Berücksichtigung finden“, sagt Händler, der bei dieser Gelegenheit auch bei Lobe in Mügeln vorbeischauen möchte, um die notwendigen Absprachen für den Aufenthalt in Mügeln zu treffen. Gefahren wird auf alle Fälle bei jedem Wetter. „Wenn es kalt werden sollte, können sich die Fahrgäste mit einem Cognac aufwärmen und natürlich ist auch unterwegs für Verpflegung gesorgt“, verspricht der 54-Jährige.

Infos zu den Touren gibt es im Internet unter www.kutsche-kremser-co.de und unter Telefon 0173 1958997

Von Heinz Großnick

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