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Hitzige Debatte um Erweiterung des Kaolintagebaus bei Mügeln

Kommunalpolitik Hitzige Debatte um Erweiterung des Kaolintagebaus bei Mügeln

Die geplante Erweiterung des Kaolintagebaus Schleben/Crellenhain führte im Stadtrat Mügeln zu einer hitzigen Debatte. Einwohner kritisieren, dass der Abbau des Rohstoffs zu nah vor ihrer Haustür vorgesehen ist. Mitarbeiter des Unternehmens fürchten um ihre Arbeitsplätze, falls die Erweiterung scheitert.

Der Tagebau Schleben/Crellenhain soll jetzt noch näher an die Wohnbebauung heranrücken.

Quelle: Sven Bartsch

Mügeln. Für erhitzte Gemüter sorgt weiterhin das Thema Erweiterung des Kaolintagebaus Schleben/Crellenhain. Einerseits fürchten Anwohner, dass der Abbau des weißen Rohstoffs viel zu nah vor ihrer Haustür erfolgt und dadurch eine erhebliche Minderung der Wohnqualität verursacht. Andererseits sorgen sich 90 Mitarbeiter des Unternehmens um ihre Jobs, da die Werkleitung angekündigt hatte, das Werk in einigen Jahren schließen zu müssen, wenn nicht genügend Abbaufläche zur Verfügung steht.

Zur Stadtratssitzung am Donnerstagabend erwarteten beide Seiten klare Aussagen zur Stellungnahme der Stadt an das Oberbergamt. Mügelns Bürgermeister Johannes Ecke (Freie Wählervereinigung Mügeln) hatte zu Beginn zunächst erklärt, warum er zur vergangenen Ratssitzung in Widerspruch zur Stellungnahme der Stadt gegangen ist, obwohl alle anwesenden Stadträte ihre Zustimmung erteilt hatten (wir berichteten). „Ich habe das Widerspruchsrecht wahrgenommen, um voraussichtlich entstehenden Schaden für die Stadt abzuwenden.“

Ecke sprach am Donnerstag auf Bürgernachfrage von einer siebenstelligen Summe, die der Stadt im Fall der Fälle an Steuereinnahmen wegbrechen würde, korrigierte sich gestern allerdings gegenüber der OAZ auf jährlich eine sechsstellige Summe. „Das Kaolinwerk ist einer der größten Steuerzahler Mügelns“, verdeutlichte der Bürgermeister.

Sah die ursprüngliche Stellungnahme noch einen Mindestabstand von 150 Metern für Crellenhain und 100 Meter für Schleben vor, empfiehlt die Stadt nun dem Oberbergamt, alle Immissionswerte zu überprüfen und beim Abstand zur Wohnbebauung die Wohn- und Lebensqualität nicht außer Acht zu lassen. In der nun veränderten Stellungnahme werde ein 100-Meter-Abstand zur gesamten Wohnbebauung als Kompromiss empfohlen. Damit soll auch der Gleichberechtigung aller Bürger Rechnung getragen und außerdem der Fortbestand des Unternehmens gesichert werden.

„Ursprünglich waren 300 Meter Abstand gefordert, dann hat man sich in einem langen Prozess als Kompromiss auf 150 Meter geeinigt. Damit konnten die Stadt und das Kaolinwerk und die Bürger leben. Dass die ursprünglichen Zusagen nicht mehr bindend sind, stellt für mich die Glaubwürdigkeit infrage“, kritisierte Anne Weber. Zudem gebe es dort nicht die einzigen Lagervorkommen, man müsste eben weiter erkunden.

„Ich bin eigentlich glücklich darüber, dass die Stadträte einstimmig für den Kaolinabbau der Zukunft gestimmt haben. Wahrscheinlich hat der Stadtrat gemeinsam mit dem Bürgermeister den Beschlussentwurf erarbeitet. Da verstehe ich nicht, wie du Widerspruch einlegen konntest. Mit deiner roten Karte stellst Du die verantwortungsvolle Tätigkeit der Stadträte in Frage. Das ist eine Sache, die mir überhaupt nicht gefällt“, hielt Horst Kaubisch dem Bürgermeister entgegen. Ecke schlug schließlich vor, dass sich die Bürger zur Problematik noch einmal gemeinsam mit dem Kaolinwerk verständigen. Der neuen Stellungnahme stimmten am Ende 11 Räte zu. Außerdem gab es drei Gegenstimmen und eine Enthaltung.

Von Heinz Großnick

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Mügeln
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