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Hoch hinaus in Delitzsch, Eilenburg, Oschatz: Türme bieten tolle Aussichten

Wahrzeichen mit Ausblick Hoch hinaus in Delitzsch, Eilenburg, Oschatz: Türme bieten tolle Aussichten

Der Schloss-, Hallesche, Breite und der Turm der Stadtkirche St. Peter und Paul sind Delitzschs Wahrzeichen. Von ihnen bietet sich ein herrlicher Blick auf Stadt und Umland. Doch auch der Sorbenturm in Eilenburg und der Albertturm auf dem Collmberg bei Oschatz sind in Nordsachsen lohnenswerte Ausflugsziele.

Eine Stadt mit Höhepunkten: Delitzsch wirbt mit seiner Vielzahl an Türmen.
 

Quelle: Dirk Hunger

Delitzsch/Eilenburg/Oschatz/Torgau.  „Stadt der Türme“ – mit diesem Image macht Delitzsch im Fernverkehr auf sich aufmerksam. Touristische Hinweisschilder an der Autobahn 14 weisen auf die lokalen Sehenswürdigkeiten hin. Die Schilder zeigen den Schloss-, den Halleschen, den Breiten und den Turm der Stadtkirche St. Peter und Paul. Allen gemein ist, dass sich von ihnen ein herrlicher Blick auf Stadt und Umland bietet. Doch nicht alle Türme sind jeder Zeit begehbar. Am 4. März zur Nacht der Türme öffnen sie für Besucher ihre Pforten. Mit dem Sorbenturm in Eilenburg, dem Hausmannsturm in Torgau und dem Albertturm auf dem Collmberg bei Oschatz hat Nordsachsen weitere interessante Bauwerke zu bieten, die es lohnt zu erkunden.

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Der Schloss-, Hallesche, Breite und der Turm der Stadtkirche St. Peter und Paul sind Delitzschs Wahrzeichen. Von ihnen bietet sich ein herrlicher Blick auf Stadt und Umland. Doch auch der Sorbenturm in Eilenburg, der Hausmannsturm in Torgau und der Albertturm auf dem Collmberg bei Oschatz sind in Nordsachsen lohnenswerte Ausflugsziele.

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Hallescher und Breiter Turm

Der Hallesche Turm am Westrand und der Breite Turm im Osten der Altstadt gehören zu den prägenden Elementen der Delitzscher Silhouette. Sie waren Ausgangspunkt des sich in Etappen vollziehenden Baus der mittelalterlichen Wehranlage, in der sie die größten Türme bildeten. Der 46 Meter hohe Breite Turm und der etwas kleinere, 39 Meter hohe Hallesche Turm waren die wichtigsten bewaffneten Ein- und Ausgänge der Stadt. Sie dienten zum Erkennen von Gefahren und zur Mobilisierung der Bürger zur Verteidigung. Bis zu Beginn des Industriezeitalters wurden sie für die Brandwache genutzt. In den Chroniken erwähnt, werden sie erstmals Ende der 1390er-Jahre. Beide Türme befinden sich im städtischen Eigentum.

Der Hallesche Turm in Delitzsch

Der Hallesche Turm in Delitzsch.

Quelle: Wolfgang Sens LVZ

Den Halleschen Turm hat die Stadt an die Reservistenkameradschaft Delitzsch verpachtet, die dort ihre monatlichen Treffen durchführt und den Turm zu besonderen Anlässen, wie Tag des Denkmals oder eigenen Veranstaltungen, öffnet. Die Kameradschaft zeigt im Turm die Dauerausstellung „Modernes Reservistenleben“ sowie thematisch wechselnde Expositionen. Von der ehemaligen Türmerswohnung in 30 Metern Höhe ergibt sich der Blick über die Dächer der Stadt ins Umland. Die Reservistenkameradschaft plant, den Turm künftig zu festen Terminen ein- bis zweimal monatlich zu öffnen. Zusätzliche Besichtigungstermine können über die Touristinformation im Schloss (Telefon 034202 67237) erfragt und vereinbart werden.

Anders als der Hallesche Turm, der Wasseranschluss, Toilette und Heizung besitzt, ist die Nutzung des Breiten Turmes, in dem diese Einrichtungen fehlen, schwierig. Nach wie vor sucht die Stadt einen Pächter. So wird der Turm nur zu besonderen Anlässen wie Stadtfest oder Nacht der Türme für Besucher geöffnet. Im Sommerhalbjahr (2016 vom 7. Mai bis 29. Oktober) erklingen vom Turm jeweils sonnabends um 11 Uhr die Schwedensignale. Mit diesen hatte der Sage nach 1637 Türmerstochter Maria Neander die Bevölkerung mit ihrer Trompete vor herannahenden schwedischen Angreifern gewarnt und gerettet. Heute wechselt sich die aktuelle Türmerstocher Petra Wartenberg wöchentlich mit Schülertürmerstochter Eileen van de Loo beim Blasen der Signale ab, um an die sagenhafte Episode der Stadtgeschichte zu erinnern.

Turm der Stadtkirche St. Peter und Paul

Unverwechselbar in der Stadtsilhouette ist die Stadtkirche St. Peter und Paul mit ihrem 45 Meter hohen zweispitzigen Turm, der mit der Sanierung 2013 um zwei Meter gewachsen ist. Laut dendrologischer Untersuchungen der Deckenbalken der untersten Turmebene wurde er in den 1380er-Jahren erbaut und erfuhr in der Folgezeit mehrfach bauliche Veränderungen. So ist 1496 in der Chronik die Fertigstellung des erhöhten Turmes mit einer wahrscheinlich viel höheren Spitze als heute erwähnt, und 1664 ist eine Ausbesserung des Turmes mit nun zwei Spitzen festgehalten. Umbauten, Erneuerungen und Sanierungen gab es auch 1691, 1819, 1842, 1868 und 1901.

Die  Stadtkirche St

Die Stadtkirche St. Peter und Paul ist 45 Meter hoch.

Quelle: Wolfgang Sens LVZ

An der Nord- und Südseite des Turmes gibt es je eine Kapelle, wobei sich in der nördlichen der Aufgang zum Turm und zur Orgelempore befindet. Dieses Treppenhaus wurde beim neugotischen Umbau der Kirche 1889 in die Kapelle eingebaut. Die Kalandkapelle auf der gegenüberliegenden Seite des Turmes mit ihrer wertvollen spätgotischer Gewölbedecke wartet noch auf eine Sanierung, die künftige Nutzung des Raumes sei noch offen, sagt Pfarrer Stephan Pecusa. 2013 wurde der Turm umfassend saniert, wobei er zwei neue Turmspitzen einschließlich Bekrönungen erhielt. Im Zuge dieser Arbeiten ist oben, wo die Turmhelme beginnen, ein Raum entstanden, den die Kirchgemeinde für kleine Andachten zum Beispiel mit den Schulanfängern nutzt. Aus Sicherheitsgründen wird der Kirchturm nur zu bestimmten Anlässen geöffnet.

Albertturm auf dem Collmberg

Ein wunderbarer Rundblick bietet sich vom 18 Meter hohen Albertturm, der sich auf dem 312 Meter hohen Collmberg, der höchsten Erhebung des Landkreises Nordsachsen, etwa sechs Kilometer westlich von Oschatz in der Nähe des Dorfes Collm befindet.

Der Albertturm auf dem Collmberg

Der Albertturm auf dem Collmberg.

Quelle: Dirk Hunger

An Tagen mit besonders guter Fernsicht sieht man von der Plattform aus nicht nur die Silhouette des rund 60 Kilometer entfernten Leipzig, sondern auch den Kamm des Erzgebirges, die Gipfel des Lausitzer Berglandes, den Petersberg bei Halle und die Augustusburg. Mit Spenden vieler Natur- und Heimatfreunde gebaut, wurde der Turm 1854 zur Besteigung freigegeben. Benannt wurde er nach dem damaligen Prinzen und Herzog, später König Albert von Sachsen. 99 Stufen führen über eine außenliegende Wendeltreppe hoch zur Aussichtsplattform. Dort verbessert seit 1993 ein stationäres Fernrohr den Rundblick. Auf der 2014 sanierten Plattform steht zudem ein bautechnisches Denkmal. Der Granitpfeiler ist der mitteleuropäischen Gradmessung gewidmet und erinnert an die heute noch gültige sächsische Landvermessung.

Seit 2010 ist der Albertturm im Besitz der Gemeinde Wermsdorf, die sich mit dem Heimatverein „Bergtreue“ Collm um die Erhaltung und Sanierung des Bauwerkes bemüht.

Zu erreichen ist der Turm ausschließlich zu Fuß – am besten vom Parkplatz Schlangenberg über die befestigte Versorgungsstraße oder über den Wasserweg vom Parkplatz Collm aus. Der Albertturm ist ständig begehbar, außer in den Wintermonaten je nach Schnee- und Eislage.

Der Sorbenturm

Im Sommer scheint Eilenburgs Sorbenturm im Dickicht der ihn umgebenden Bäume zu verschwinden. Doch wer auf dem einzigen noch als Teil der Ilburg erhaltenen Bauwerk steht, hat einen ungehinderten Blick in das weite Rund auf und um Eilenburg, kann bei guter Sicht bis zum Collm nach Oschatz schauen, die Silhouette von Bad Düben erblicken, Falkenberg sehen, die Keksfabrik in Wurzen oder die Hohburger Berge.

Der 16 Meter hohe Turm wurde vermutlich im 12. Jahrhundert als Teil des Burgwartsystems entlang der Mulde an der höchsten Stelle des etwa 220 mal 150 Meter großen Plateaus errichtet und hatte einst die Funktion eines Ausgucks und Rückzugsorts. Vermutlich im 13. Jahrhundert verlagerte sich der Schwerpunkt der Burg auf die Südseite, zwei weitere Burgfriede entstanden. Der Sorbenturm verlor seine strategische Bedeutung und zerfiel. Den in der Mitte des 19. Jahrhunderts drohenden Abriss konnten engagierte Bürger verhindern. Seit 1863 dient das älteste Gebäude der Stadt als Aussichtsturm.

Der Sorbenturm in Eilenburg

Der Sorbenturm in Eilenburg.

Quelle: Wolfgang Sens LVZ

1997/98 wurde er umfassend rekonstruiert. Nach einem Blitzschlag im August 2011 waren Reparaturarbeiten notwendig, die eine neunmonatige Zwangspause mit sich brachten. Im Sommerhalbjahr ist das Wahrzeichen der Stadt immer sonntags von 13 bis 17 Uhr geöffnet, dieses Jahr beginnt die Saison am 24. April. Mitglieder des Burgvereins sichern seit 2012 die Öffnungszeiten ab. Jeweils mit Saisoneröffnung startet auch eine Ausstellung regionaler Künstler. Der ebenfalls noch erhaltene Mauerturm (im Volksmund kleiner Bergfried) neben dem frisch sanierten alten Gefängnis kann regulär nicht besucht werden, ist nur zu Ostern und am Tag des offenen Denkmals geöffnet.

Besuchergruppen können sich unter der Telefonnummer des Stadtmuseums in Eilenburg 03423 652222 anmelden.

Von Thomas Steingen

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