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Oschatz Hochwasser: Schäden in Oschatz geringer als 2002
Region Oschatz Hochwasser: Schäden in Oschatz geringer als 2002
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16:55 04.06.2013
Der Oschatzer Lebenshilfe-Chef Markus Drexler (r.) und Wehrleiter Lars Natzke (2.v.r.) organisieren zusammen mit ihren Kollegen den Transport von Sandsäcken zum Schutz von Gebäuden der Torgauer Lebenshilfe. Quelle: Dirk Hunger

"Zum Glück wurden in Oschatz keine Straßen und Häuser weggespült", sagte gestern Oberbürgermeister Andreas Kretschmar (parteilos). Nach einer Lage­besprechung am Nachmittag im Rathaus löste das Stadtoberhaupt den Bereitschaftsdienst auf. Auch die Kontrollfahrten wurden eingestellt. Kretschmar: "Die Lage hat sich normalisiert, das Wasser läuft kontrolliert ab." Wie groß der Schaden ist, den das Hochwasser im Stadtgebiet hinterlassen hat, steht noch nicht fest. Auf keinen Fall, so Kretschmar, werde die Schadenssumme von anderthalb Millionen Euro wie im Jahr 2002 erreicht. Aus Sicht des Oberbürgermeisters haben sich die Investitionen in den Hochwasserschutz der vergangenen elf Jahre gelohnt. "Es ist richtig, dass der Stadtrat darauf gedrungen hat, dass die Schwachstellen beseitigt wurden."

Die Oschatzer sind nun in der Lage, die flutbedrohten Kommunen im Umfeld zu unterstützen. Am Montagabend half der Katastrophenschutzzug der Freiwilligen Feuerwehr Oschatz beim Schließen eines Dammes bei Löbnitz. Gestern Nachmittag fuhren neun Kameraden einen Transporter voll Sandsäcke nach Torgau, um Gebäude des dortigen Lebenshilfe-Vereins vor dem Hochwasser zu schützen.

"In Riesa wird der höchste Wasserstand der Elbe morgen erwartet", sagte Uwe Päsler, Pressesprecher der Stadt. Die Prognosen reichen dabei von 9,60 bis 10,10 Meter. Selbst der niedrigere Wert liegt über der Rekordmarke von 2002. Gestern Vormittag wurde eine Straße in Riesa-Gröba, in der Nähe des Hafens, der an der Mündung der Döllnitz in die Elbe liegt, evakuiert. Gestern Abend sollte der Ortsteil Leutewitz folgen, heute möglicherweise Göhlis. Insgesamt beläuft sich die Zahl der Evakuierten in Gröba und Leutewitz nach Päslers Angaben auf 400.

Im Landkreis Meißen sind nach Angaben der Pressesprecherin Dr. Kerstin Thöns 600 Bundeswehrsoldaten im Einsatz. Sie sollen Deiche in Riesa und der Gemeinde Zeithain sichern.

Frank Hörügel

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