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Oschatz Hoffnung auf mildere Strafe
Region Oschatz Hoffnung auf mildere Strafe
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15:52 06.08.2013
Ronny S. (29) aus Oschatz Quelle: Wolfgang Zeyen

Der 29-Jährige hofft darauf, dass der Prozess neu aufgerollt werden muss und ein milderes Urteil gesprochen wird. Deshalb hat Ronny S. Revision beim Bundesgerichtshof eingelegt - und hält als einziger der sechs Verurteilten daran fest.

Als Norbert Göbel als Vorsitzender Richter des Landgerichtes Leipzig am 25. Januar die Urteile gegen die sechs Angeklagten aus Oschatz und Wermsdorf verkündete, traf es Ronny S. am härtesten. Er wurde zu 13 Jahren Gefängnis wegen Totschlages verurteilt. Die anderen fünf Beteiligten an der grausamen Misshandlung des Oschatzer Obdachlosen André K. Ende Mai 2011 bekamen mildere Strafen (wir berichteten).

Laut Landgerichts-Sprecher Hans Jagenlauf hatten daraufhin die Verurteilten David O., Chris K. und Silvio H. (alle aus Oschatz) die Urteile angefochten, gingen also in Revision. Und wie erst jetzt bekannt wurde, legte auch der Hauptangeklagte Ronny S. Rechtsmittel gegen sein Urteil ein. Mittlerweile ist der Hauptangeklagte jedoch der Einzige, der an der Revision festhält. Wie die stellvertretende Pressesprecherin des Landgerichtes Leipzig, Christiane Fernstedt, gestern auf OAZ-Anfrage erklärte, haben die anderen Verurteilten ihre Revisionsanträge zurückgenommen. Sie akzeptieren also ihre Strafen für den Totschlag des damals 50 Jahre alten André K., der am 1. Januar 2011 in der Leipziger Uniklinik an den Folgen seiner schweren Kopfverletzungen verstorben war.

Ronny S. sieht das anders. "Mein Mandant akzeptiert das Urteil nicht, weil er nach seinen Angaben nicht an dem Totschlag beteiligt war und nur wegen unterlassener Hilfeleistung belangt werden könnte", sagte gestern sein Pflichtverteidiger Ulf Ihle auf OAZ-Anfrage. Sein Mandant habe ihn deshalb mit der Revision beauftragt, die mit Formfehlern bei dem Prozess am Landgericht Leipzig begründet wird. Unter anderem, so Ihle, seien Zeugen zur Entlastung von Ronny S. nicht gehört worden.

Nun entscheidet der Bundesgerichtshof, ob tatsächlich Formfehler begangen worden sind. Bis gestern lag diese Entscheidung noch nicht vor. Falls die Revision von Ronny S. erfolgreich sein sollte, wird die Strafsache zur erneuten Verhandlung an das Landgericht Leipzig - dann aber durch eine andere Strafkammer - zurückgegeben.

Frank Hörügel

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