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Oschatz Hofgut Raitzen baut zweites Blockheizkraftwerk
Region Oschatz Hofgut Raitzen baut zweites Blockheizkraftwerk
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14:12 15.08.2017
Hartwig Kübler und sein Schwager Holger Kübler (von links) überprüfen am Display die Daten im Blockheizkraftwerk, im Hintergrund die Biogasanlage. Quelle: Fotos: Heinz Großnick
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Raitzen

Ein neues Blockheizkraftwerk soll noch in diesem Jahr im Hofgut Raitzen entstehen. Landwirt Hartwig Kübler rechnet mit rund 500 000 Euro Investitionskosten. Bereits vor zehn Jahren entstand auf dem Gelände des Hofgutes das erste Blockheizkraftwerk mit einer Leistung von 537 Kilowatt pro Stunde. „Der Gedanke ist, dass wir ein zweites Blockheizkraftwerk bauen, dass wenn nachts keine Photovoltaik mehr Strom produziert und vielleicht der Wind noch einschläft, wir dann mit beiden Blockheizkraftwerken die doppelte Menge Strom erzeugen, um das Netz zu stabilisieren.“

Biogasanlage ist zehn Jahre alt

Zehn Jahre alt ist auch die Biogasanlage des Unternehmens, die der Landwirt damals als zweites Standbein in seinem landwirtschaftlichen Betrieb errichten ließ. Gefüttert wird sie ausschließlich aus eigenen Produkten, zum einen mit der Gülle aus der Fersenaufzucht von 300 bis 400 Tieren, zum anderen aus Mais- und Gras-Silage, die ebenfalls komplett aus dem eigenen Unternehmen kommt. „Was dann als Gärrest anfällt, wird wiederum für die Düngung dieser Pflanzen genommen. Es gibt also einen geschlossenen Kreislauf in nächster Umgebung um unsere Anlage herum“, erläutert der 62-Jährige. So bestünden zum Beispiel maximale Entfernungen von zwei Kilometern für den Anbau der Futterpflanzen und für die Ausbringung der Gärreste. Dies sei ein wichtiger Aspekt für einen optimalen Umwelteffekt.

Die insgesamt 1,5 Millionen teure Investition vor zehn Jahren hat Kübler nicht bereut. „Die Anlage läuft sogar etwas besser als damals kalkuliert. Wir sind sehr zufrieden und auch froh, dass wir die Biogasanlage haben. Sie ist ein Stabilitätsfaktor für unseren Betrieb, weil wir für 20 Jahre garantierte Preise haben.“ Die produzierte Wärme werde einerseits zur Heizung der Büros sowie phasenweise in der Trocknungsanlage für Getreide, Raps und Mais verwendet.

Fast schon ein geschlossenes Wärmekonzept

„Im Prinzip haben wir fast schon ein geschlossenes Wärmekonzept.“ Denn außerdem werde eine Fremdfirma in der Nachbarschaft, die Erdgas produziert, per Dienstleistungsauftrag mit Wärme vom Hofgut Raitzen beliefert.

Vor zehn Jahren sei auch darüber nachgedacht worden, die Wärmenutzung noch effektiver zu gestalten. „Wir hatten die Absicht, eine Gemüseproduktion mit Gewächshäusern aufzuziehen. Allerdings stellte sich schnell heraus, dass es schwierig ist, in dieser Größenordnung zu arbeiten, genauso wie die ursprünglich anvisierte Wärmebereitstellung für die Ortschaft. Das Vorhaben scheiterte an der dünnen Besiedlung des Ortes. Ein der Sächsischen Aufbaubank vorgelegtes Konzept zur finanziellen Förderung wurde damals abgelehnt“, so Kübler.

Von Heinz Großnick

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