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Oschatz Hohe Investitionen in Jugendherberge Dahlen nötig
Region Oschatz Hohe Investitionen in Jugendherberge Dahlen nötig
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13:25 20.01.2017
Silvia Scholz leitet als Herbergsmutter das Traditionshaus in Dahlen. 2014 wurde das 75-jährige Jubiläum gefeiert. Quelle: Foto: Dirk Hunger
Dahlen

Die alte Dame braucht eine Zukunftsperspektive: Dieses Jahr müssen die Stadt Dahlen als Eigentümer und der Landesverband des Deutschen Jugendherbergswerkes als Betreiber entscheiden, wie es mit der Jugendherberge der Heidestadt weitergeht. Das Haus, das seit fast 78 Jahren besteht, ist eine der ältesten Jugendherbergen im Freistaat. Ende 2017 läuft der Nutzungsvertrag zwischen Kommune und Verband aus. Dieses Jahr müssen die Vertragspartner entscheiden, wie es weitergehen soll.

Vor 78 Jahren wurde die Jugendherberge in Dahlen als Fachwerkhaus gebaut. Quelle: Dirk Hunger

Das Fachwerkgebäude ist besonders bei Schulklassen und Vereinen beliebt und für diese mit seinen Mehrbettzimmern und dem großen Außengelände auch besonders gut geeignet. Um das Haus für die Zukunft fit zu machen, sind kräftige Investitionen nötig: „Die Sanierung des Hauses in Verbindung mit einer Qualifizierung des Standortes erfordert erhebliche Investitionskosten“, schätzt Thomas Müller, Vorstandsvorsitzender des Landesverbandes, ein. Die seien nötig, um Anforderungen an den Brandschutz zu erfüllen und um den Komfort zu verbessern. Konkret brauche man eine „angemessene Anzahl von Räumen mit Dusche und WC“.

Das ist auch Bürgermeister Matthias Löwe (WHD) klar: „Für Klassenfahrten sind gemeinsame Sanitärräume in Ordnung, Familien oder Einzelreisende erwarten heute aber Zimmer mit eigenem Bad.“ Um das Haus brandschutztechnisch auf den neuesten Stand zu bringen, hofft die Stadt auf einen positiven Förderbescheid. Dann könnten Sicherheitstüren eingebaut und ein zweiter Rettungsweg angelegt werden.

„Wir wollen auf die Jugendherberge nicht verzichten, könnten diese aber nicht selbst betreiben“, macht der Bürgermeister klar. Die Stadt setze deshalb darauf, gemeinsam mit dem Landesverband festzulegen, wie sich der Standort weiter entwickeln soll. Dreh- und Angelpunkt sind Zuschüsse, die die Kommune brauche, um die anfallenden Kosten zu decken. Ohne öffentliche Zuwendungen, werde es kein tragfähiges Finanzierungskonzept geben, so Thomas Müller vom Verband. Hier sei in erster Linie die Stadt als Eigentümer gefragt. „Ein schlüssiges Investitionskonzept zur Sanierung, Komfortverbesserung und Finanzierung sind maßgeblich für eine positive Zukunftsprognose des Standortes Dahlen“, unterstreicht der Verbandsvorsitzende. Fließen ausreichend Fördergelder dürfte einem neuen Nutzungsvertrag und dem weiteren Betrieb der Jugendherberge nichts im Wege stehen.

Im November übernachteten diese Mädchen eines Budapester Tanzclubs in Dahlen. Sie waren Teilnehmer an der Showtanz-WM in Riesa. Quelle: Dirk Hunger

Die Jugendherberge Dahlen habe Potenzial, ist Stadtchef Matthias Löwe überzeugt. „Wir gehen davon aus, dass der Standort nicht der geplanten neuen Jugendherberge in Torgau zum Opfer fällt“, sagte er. Die Entscheidung für das neue Haus in Torgau steht bereits fest, eröffnet werden soll die Einrichtung 2018. Davon allerdings werde die Perspektive der Jugendherberge Dahlen nicht beeinflusst, versichert Thomas Müller. Beide Häuser unterscheiden sich grundsätzlich: Im Gegensatz zu Torgau sei Dahlen ein eher ländlich geprägter Standort. „Die Gästestruktur in Dahlen ist traditionell eine andere wie die in Torgau zu erwarten ist. Insofern haben beide Standorte ihre Berechtigung und schließen sich gegenseitig nicht aus“, heißt es aus dem Landesverband. Vorsitzender Thomas Müller führt das Beispiel Chemnitz ins Feld, wo zwei Häuser – eines im Zentrum und eines an der Peripherie – in einer Stadt existieren können. „Zwischen beiden Häusern, die sehr nah beieinander liegen, gibt es kaum Wettbewerb, weil das Gästeklientel ein völlig unterschiedliches ist“, so Müller.

Von Jana Brechlin

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