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Oschatz Holzdiebe fällen 120 Jahre alte Fichten im Luppaer Kirchenwald
Region Oschatz Holzdiebe fällen 120 Jahre alte Fichten im Luppaer Kirchenwald
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19:54 07.12.2011
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Luppa

Von Jana Brechlin

"Das ist nicht mehr feierlich", sagte Förster Jan Petersen, der für den Kirchenwald zuständig ist. Bereits vor einem Jahr war nur ein kurzes Stück entfernt eine starke, sehr alte Buche geschlagen worden - allerdings wie jetzt bei den Fichten einfach ohne Erlaubnis.

Wie Polizeihauptmeister Frank Wernicke vom Polizeiposten Wermsdorf mitteilt, handele es sich bei dem neuerlichen Holzklau um vier 120 Jahre alte Fichten, die etwa 20 Meter hoch waren und einen Stammdurchmesser von jeweils mindestens 40 Zentimetern hatten. Keine Kleinigkeit, die man im Handumdrehen stehlen kann. Es ist diese Unverfrorenheit, die Förster Jan Petersen besonders ärgert. "Die Leute fahren mit richtiger Technik in den Wald und sind dort auch eine Weile beschäftigt. Die Bäume wurden gefällt, entastet und zerlegt. Und die Stubben wurden mit Dreck, Moos und frischen Zweigen abgedeckt, damit das helle Holz nicht schon von weitem zu sehen ist", beschrieb er. Gerade das Zerteilen und Verladen der Bäume erfordere mehr als nur bloße Muskelkraft.

Abtransportiert habe man die Stämme mit Traktor samt Anhänger. Am 27. November zwischen 10 und 12 Uhr seien in dem Bereich Kettensägengeräusche zu hören gewesen, weiß Frank Wernicke. Die Polizei bittet jetzt Zeugen, die Angaben zum Holzklau machen können, sich zu melden. Schließlich handele es sich dabei um kein Kavaliersdelikt, sondern um eine Straftat - ganz abgesehen vom finanziellen Verlust durch den Diebstahl. Immerhin würden rechtmäßigen Besitzern so wichtige Einnahmen für Wegreparaturen oder Neupflanzungen verloren gehen. Schließlich seien auf diese Weise vier bis fünf Raummeter Holz entwendet worden, so Wernicke.

Den reinen Holzwert schätzt Jan Petersen auf 500 bis 600 Euro. Werden aus den Fichten geschnittene Bretter vermarktet, steige auch der Preis. Um so dreisten Dieben auf die Spur zu kommen, hofft der Förster auf die Aufmerksamkeit von Besuchern, Jägern und Waldbesitzern. "Wer offiziell zum Holzerwerb in den Wald kommt, erhält von mir eine genaue Einweisung zu Flächen und Aufenthaltsdauer im Wald - da kann nicht jeder wirtschaften wie er will", so Petersen. Und selbst Waldbesitzer, die sich wegen der Grenzen ihrer Flächen unsicher seien, könnten sich bei Bedarf bei ihm Klarheit verschaffen, bot der Förster an.

Wer Hinweise zur Tat im Luppaer Kirchenwald machen kann, wird gebeten, sich beim Polizeiposten Wermsdorf unter Telefon 034364/883 80 oder dem Revier Oschatz, Telefonnummer 03435/650 10 zu melden.

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