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Oschatz Holzeinschlag im Oschatzer Stadtwald geht schneller voran als geplant
Region Oschatz Holzeinschlag im Oschatzer Stadtwald geht schneller voran als geplant
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16:34 06.04.2018
Matthias Spahn (l.), Ansprechpartner für Privat- und Körperschaftswald und Revierförster Jan Petersen erläutern den Ausschussmitgliedern Details zur Waldpflege. Quelle: Foto: Christian Kunze
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Oschatz

Halbzeit für Jan Petersen: Seit 2012 ist der Förster des Reviers Hubertusburg mit der Bewirtschaftung des Oschatzer Stadtwaldes beauftragt. Der Vertrag zwischen der Stadtverwaltung und dem Staatsbetrieb Sachsenforst gilt zehn Jahre. Am Donnerstag zog Petersen Zwischenbilanz – und präsentierte Mitgliedern des Hauptausschusses und Gästen Resultate der Waldbewirtschaftung bis einschließlich 31. Dezember 2016.

Ebenfalls in Augenschein nehmen konnten die Teilnehmer das Ergebnis des Sturms Friederike. Petersen konnte zur Schadensbeseitigung einen Harvester (Erntemaschine für Holz) organisieren – und der ist erst unlängst fertig geworden. „Wir haben Glück gehabt. Im benachbarten Revier in Luppa sind auf einer kleineren Fläche in etwa drei Mal so viel Bäume gefallen wie im Oschatzer Wald.“ Im Stadtwald waren es rund 1000 Festmeter.

Sturmtief Friederike beschleunigte Holzernte

Zusammen mit Mathias Stahn, beim Sachsenforst zuständig für Privat- und Körperschaftswald, gab Petersen den Ausschussmitgliedern einen Einblick in die Grundlagen der Waldbewirtschaftung. Unter den Stadträten finden sich auch Waldbesitzer. Das oberste Credo des Revierförsters ist im Wort Wald selbst enthalten. „Das ist eine Abkürzung, die steht für Wir alle leben davon“. Im Oschatzer Stadtwald sind das neben Tieren und Pflanzen vor allem Spaziergänger, Sportler, Hundebesitzer und eben Privatwaldbesitzer. Nicht jeder von ihnen gehe gleich sorgfältig mit dem Wald um – obwohl es nötig wäre. Petersen ist auch Jagdpächter im Stadtwald. Seitdem er diese Aufgabe inne hat, gäbe es kaum noch Verbissschäden durch Rotwild zu beklagen.

Nach der Hälfte des vertraglich vereinbarten Bewirtschaftungszeitraums sind die selbst gesteckten Ziele beider Partner im Wald übererfüllt. So ist die Pflege junger, nachgewachsener Bäume auf der gesamten dafür vorgesehenen Fläche erfolgt (0,8 Hekar), die Jungbestandspflege zu 83 Prozent und die Holzernte zu 63 Prozent. Beim Holzeinschlag habe der zurückliegende Sturm dafür gesorgt, dass das gesteckte Ziel von 6602 Festmetern zur Halbzeit bereits deutlich überschritten ist, merkte Mathias Stahn an.

Holzverkäufe im Wert von 33 000 Euro

Oberbürgermeister Andreas Kretschmar räumte mit dem Irrtum auf, dass die Stadt mit Holzverkäufen Gewinne mache oder Schulden begleiche. „Unseren Haushalt können wir damit nicht retten“, betonte er. Zwar habe man durch Holzverkäufe nach Friederike rund 33 000 Euro eingenommen. Diese Summe werde jedoch vollends in die Wiederaufforstung investiert. Das entspreche auch dem Prinzip der Nachhaltigkeit, dass im Forst gepflegt wird. „Wir können aus dem Wald nicht mehr Holz entnehmen, als wir nachgepflanzt haben“, so Jan Petersen.

Die Nachfrage, ob Holzdiebstahl, gerade im Zuge der Schäden durch Friederike, ein Problem sei, musste Petersen zähneknirschend mit „Ja“ beantworten. „Die Leute nutzen den eigentlich gesperrten Oberweg und holen das Holz für meine Begriffe kranladungsweise raus, nicht mal eben mit dem Autohänger, sondern im richtig großen Stil“, beklagt der Förster. Dabei würden sie jedoch vergessen, dass Holz nicht herrenlos sei, sondern zunächst demjenigem gehöre, aus dessen Waldstück es entnommen worden ist. „Auf der anderen Seite versuchen Waldbesitzer, den Staatsbetrieb für erlittene Schäden an Sachwerten oder körperlichen Verletzungen haftbar zu machen. Das geht auch nicht. Jeder ist in seinem Waldstück auf eigene Gefahr unterwegs“, verdeutlichte er.

Von Christian Kunze

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