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Oschatz Holzweg Schmannewitz führt zu dendrologischen Besonderheiten
Region Oschatz Holzweg Schmannewitz führt zu dendrologischen Besonderheiten
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06:00 26.07.2016
Ein dendrologisches Liebespaar mitten in der Dahlener Heide: Hier umarmen sich eine Eiche und eine Kiefer, die sich beim Wachstum nahe gekommen sind. . Quelle: Foto: Dirk Hunger
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Schmannewitz

Wenn die Sonne vom Himmel brennt, ist ein Spaziergang im Wald eine gute Alternative. Unter dem grünen Blätterdach rund um Schmannewitz gibt es dabei Einiges zu entdecken, denn seit kurzem ist im Erholungsort der Holzweg ausgeschildert. Dieser steuert sogenannte dendrologische Besonderheiten an. Hinter dem sperrigen Begriff verbirgt sich die Lehre von Bäumen und Gehölzen, erklärt Frank Jahn. Naturfreunde wie Jahn und das Schmannewitzer Urgestein Hellmut Darnstädt haben sich um die Route bemüht, die zu Gehölzen führt, die durch besondere Formen und Verwachsungen einzigartig sind.

Auf der drei Kilometer langen Strecke können Spaziergänger 20 besondere Bäume entdecken. Der Holzweg ist mit einem grünen Baumsymbol auf weißem Grund markiert und gut ausgeschildert, und an den Zielen gibt es zum Teil ausführliche Informationen zu den Wuchsformen und Ausprägungen. Wer sich in die Erklärungen vertieft und mit wachen Augen unterwegs ist, stellt schnell fest, dass es im Wald durchaus nicht nur idyllisch zugeht, sondern mitunter dramatische Kämpfe stattfinden: So gibt es eine Ypsilon-Kiefer, der in jungen Jahren der Wipfel abgebrochen ist und deren gabelnder Wuchs vom Kampf ums Überleben zeugt, die „bösen Nachbarn“ oder die „Invalidenkiefer“. Ausgewählt und beschildert wurden die Stellen jeweils von Hellmut Darnstädt, der auch Liebespaare im Wald entdeckte, und dabei gibt es durchaus Parallelen zu den Paaren in den Klatschspalten: Wie so oft im wahren Leben, ist hier ein Partner auch viel jünger als der andere, den das „dendrologische Liebespaar“ ist eine 50-jährige Stieleiche, die eine gerade einmal 30-jährige Kiefer umarmt. „Die schnell wachsende Birke hat in unmittelbarer Nachbarschaft der Eiche ihren Platz gefunden und strebt im Halbschatten zum Lichte empor“, beschreibt Frank Jahn. Zwar sei ihr wenig Raum gelassen worden, trotzdem habe sie sich auf gleiche Höhe entwickelt. Die Umarmung durch die Eiche sei eine Vereinnahmung in den Wachstumsbereich, wie er in der Natur vorkomme, so Jahn und verweist auf Wegweiser, Verkehrsschilder, Mauern oder Rastbänke, die ebenfalls von Bäumen umwachsen werden können.

Schöne Landmarken auf dem Schmannewitzer Holzweg sind auch Ziele wie die Dreier- oder Viererbuche, die sich so speziell entwickelt haben, weil die Gehölze als junge Bäume unter dem Schirm eines Kiefernbestandes aufgewachsen sind, wo nur wenig Licht nach unten kam und sich deshalb mehrere Sprossachsen bildeten, die nach oben strebten. „Nach dem Abholzen des Altkiefernbestandes wurde die Buche freigestellt. Damit begann ein üppiger Wuchs der vier Sprossachsen, die sich zu selbstständigen Stämmen entwickelten“, erklärt Frank Jahn das Phänomen. Man wolle die Waldbesucher anhand dieser Beispiele für den Überlebenskampf der Pflanzen sensibilisieren. Dass es unter Gehölzen nicht immer friedlich zugehe und ständig um genügend Licht gerungen werde, nehmen viele Ausflügler kaum wahr.

Wer auf Entdeckungstour gehen möchte, fängt am besten am Tiergehege in Schmannewitz an. Die Strecke führt dann über den Wandervogelberg, vorbei an Naturlehrpfad und Altem Teich, zum Hasendenkmal, auf den Rundweg über den Bereich Brückenteich und zurück wieder zum Alten Teich, Richtung Ortseingang nimmt man den Alten Teichweg und geht weiter zum Heideweg. Für die gesamte Runde braucht man bei gemütlichem Tempo etwa eine Stunde, die Strecke umfasst drei Kilometer. Es gibt zwischendurch aber immer wieder die Möglichkeit, abzubiegen auf andere Wege oder abzukürzen. Im Touristischen Informations- und Begegnungszentrum ist auch ein Faltblatt zum Holzweg erhältlich, der zudem im Entwicklungskonzept für Schmannewitz Beachtung findet.

Von Jana Brechlin

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