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Horror für Hobbyläufer: Raubvögel gehen zum Angriff über

Horror für Hobbyläufer: Raubvögel gehen zum Angriff über

Auf den Bäumen am Liebschützberg lauert Gefahr: Bereits zum zweiten Mal innerhalb eines Jahres haben hier Raubvögel Laufsportler angegriffen und verletzt.

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Schreck bei der Laufrunde: Ein Mäusebussard attackiert Hobby-Sportler.

Quelle: Patrick Pleul

Liebschütz. Von Jana Brechlin Und Frank Hörügel

 

 

Seit elf Jahren geht Uwe Gerstmann laufen. Er tritt bei Wettkämpfen an und war bei mittlerweile bei 23 Marathonläufen am Start. Passiert ist dem Oschatzer dabei nie etwas. Diese Woche allerdings hat sich der 59-Jährige verletzt - weil er von einem Bussard angegriffen wurde. Pflaster, Kratzer und eine Schramme am Hinterkopf zeugen davon, dass der Raubvogel den Läufer während seiner Trainingsrunde mehrmals attackiert hat.

 

"Ich bin auf der Straße zwischen Gaunitz und Wellerswalde rechts auf einen Feldweg Richtung Liebschütz abgebogen", erzählt der Läufer, "als ich an ein paar Bäumen vorbei lief, stiegen Greifvögel auf, einer flog so nah vorbei, dass ich den Flügelschlag spürte. Kurz darauf hatte ich das Gefühl, als würde mir jemand ein Holzscheit über den Kopf ziehen, aber tatsächlich saß ein Vogel auf meinem Kopf und hackte auf mich ein." Gerstmann riss die Arme hoch und versuchte, das Tier zu vertreiben, das daraufhin noch mehrmals angeflogen kam, vor neuerlichen Attacken konnte sich der Hobbysportler aber schützen.

 

"Ich habe geblutet, und mir wurde schwindelig", beschreibt er. Um den Angreifern - vermutlich handelte es sich dabei um Mäusebussarde - zu entkommen, steigerte Uwe Gestermann das Tempo und rannte nach Liebschütz. "Gleich auf dem zweiten Hof sah ich eine junge Frau und rief um Hilfe." Nach der Erstversorgung vor Ort wurde Gerstmann in der Collm-Klinik verarztet. "Ich hatte noch Kopfschmerzen - und natürlich saß mir der Schreck in den Gliedern", gesteht er. Die Liebschützer hätten ihm bestätigt, dass auch schon Spaziergänger an dieser Stelle umkehren mussten, weil ein Bussard sein Revier verteidigte. "Wahrscheinlich haben die Vögel gerade Junge, und ich hab die gestört", vermutet Gerstmann.

 

Das Laufen will sich Gerstmann dennoch nicht vermiesen lassen. "Ich liebe es einfach, mich in der Natur zu bewegen." Mit 48 Jahren trabte er während eines Türkeiurlaubes am Meer das erste Mal morgens am Strand entlang - dem Sonnenaufgang entgegen. Ein Erlebnis, das den Oschatzer nicht mehr losgelassen hat, denn seitdem rennt er täglich eine Strecke. Heute läuft er dreimal 20 Kilometer pro Woche. Trainiert er für einen Ultramarathon, wächst die Gesamtdistanz schon einmal auf 100 Kilometer. Derzeit muss der begeisterte Sportler, der mit 51 Jahren seinen ersten Marathon lief, eine Trainingspause einlegen. Doch bald will er wieder die Laufschuhe schnüren. Aber eines steht fest: "Diese Strecke nach Liebschütz streiche ich erst einmal."

 

Genau diesen Gedanken hatte auch Christopher Voigt im Herbst des vergangenen Jahres, als er von Wellerswalde zum Liebschützberg rannte. Der 28-Jährige ist ebenfalls ein erfahrener Läufer und hat schon an mehreren Marathons teilgenommen. "Ich bekam auf einmal einen riesigen Schreck, als ein großer Raubvogel von hinten ganz dicht über meinen Kopf geflogen ist und mir einen Kratzer am Kopf zugefügt hat", erinnert sich der ehemalige Oschatzer. Daraufhin habe er sein Tempo gesteigert, um dem Angreifer zu entkommen - und sei auf dem Liebschützberg in Richtung Wellerswalde umgekehrt. Doch er habe die gefiederten Angreifer nicht abschütteln können. "Auf dem Rückweg sind drei Greifvögel wieder dicht über meinem Kopf gekreist." Weitere Verletzungen seien ihm aber nicht zugefügt worden.

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