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Oschatz Hundertjährige Blondine zieht in Oschatzer Türmerwohnung ein
Region Oschatz Hundertjährige Blondine zieht in Oschatzer Türmerwohnung ein
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19:00 19.05.2016
Roland Zier (r.) und seine Ehefrau samt Puppe in der Türmerstube. Quelle: Foto: Grit Jähn
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Oschatz

Liebreizend, mit blonden Haaren und blauen Augen sitzt sie da, die neue Mitbewohnerin der Türmerwohnung. Seit Kurzem leistet eine adrette Dame im rosa Kleid Alexander Nitsche und den ehrenamtlichen Türmern Gesellschaft. Bei der beschriebenen Dame handelt es sich jedoch nicht um eine Frau aus Fleisch und Blut, sondern um eine liebevoll gefertigte, rund 100 Jahre alte Puppe.

Die zog jetzt in die Türmerstube ein, weil sich zwei Besucher aus Leipzig dazu entschieden haben, diesen kostbaren Besitz dem Verein „Rettet St. Aegidien“ zu schenken. Roland Zier und seine Ehefrau waren über Pfingsten Verwandte in Oschatz besuchen. Neben der Geburtstagsfeier, dem eigentlichen Anlass ihres Abstechers, kletterten sie auch die Stufen zum Südturm der St. Aegidienkirche hoch. Im Gepäck hatten sie das Püppchen, ein Geschenk von Roland Ziers Großmutter aus Brandenburg. Die hatte eine ganze Sammlung davon und gab die Exemplare in ihrer Familie weiter. Nun bereichert die kleine Frau die Atmosphäre im Kleinod über den Dächern von Oschatz.

Die Alternative zur Schenkung wäre gewesen, dass das Paar die Puppe irgendwann verkauft hätte. „Aber dann wissen wir nicht, was damit passiert. Hier oben haben noch viel mehr Menschen Freude an ihr“, meint Roland Zier mit Blick auf die Besucherzahlen der Türmerwohnung. Seit der Saisoneröffnung am Ostersonnabend sind nach Angaben des „Rettet St. Aegidien“-Vereinsvorsitzenden, Pfarrer in Ruhe Berthold Zehme, schon mehr als 1500 Gäste auf- und abgestiegen.

Dorit Andrich und ihre Tochter Lena aus dem Liebschützberger Ortsteil Borna haben vor einigen Jahren im Urlaub an der Ostsee Birgit und Andreas Noetzel kennen gelernt. Das Paar aus Kamp Lintfort in Nordrhein-Westfalen hat seine Tochter mitgebracht – mit der schreibt sich Lena Andrich regelmäßig Briefe. Vater und Tochter Noetzel haben den Aufstieg auf halber Treppe aufgegeben. „Vielleicht versuchen sie es ja noch mal“, meint Dorit Andrich. Dann vielleicht so wie einer der Söhne der Türmerfamilie, Quietzsch, der, am späten Abend vor der verschlossenen Kirchentür stehend, den Weg nach oben antrat – der Blitzableiter des Turms diente ihm dabei als Leiter.

Von Christian Kunze

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