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"Ich halte die Familienarbeit für sehr wichtig"

"Ich halte die Familienarbeit für sehr wichtig"

Roßwein/Leisnig. Noch genießt Heiko Jadatz den Ausblick von seinem Balkon in der Leisniger Karl-Wagler-Straße. Ein herrliches Panorama hat er hier in den letzten Jahren genossen.

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Für einen ähnlichen Ausblick wie derzeit in Leisnig will Roßweins künftiger Pfarrer Dr. Heiko Jadatz auf den Hartenberg steigen. Vorfreude hegt er auch auf die neuen Gemeindeglieder, das Hallenbad und seinen Garten hinterm Pfarramt.

Quelle: Sebastian Fink

Ab dem 1. September ändert sich jedoch die Aussicht. Der bisherige Vikar der Gemeinde Zschoppach bei Grimma tritt in Roßwein und Niederstriegis seine erste Pfarrstelle an und bezieht die Pfarrerswohnung im Gemeindehaus gegenüber der Marienkirche. Dennoch ist die Vorfreude auf die neue Gemeinde groß, die arbeits- und freizeittechnisch bestens in Jadatz' Anforderungsprofil passt.

 

"Es ist eine Gemeinde, die schon von ihrer Struktur her viel Potenzial bietet: Es gibt nur zwei Kirchen, es ist eine Stadt und sie ist dazu landschaftlich schön gelegen", sagt Heiko Jadatz über seine künftige Heimat. Derzeit muss er sich in seinem nun endenden Vikariat in Zschoppach um sechs Kirchen kümmern. Das zentralere Roßwein gefällt ihm daher gut, zumal er nach Studium und Promotion in Theologie an der Universität Leipzig absichtlich in den ländlichen Raum zog. "Ich hätte auch in Leipzig ein Vikariat kriegen können, aber ich wusste, dass Absolventen keine Pfarrstelle in einer Großstadt kriegen. Daher wollte ich ländliche Gemeinden gleich aus der Innenperspektive kennenlernen", erklärt der 42-Jährige.

 

Nach Jahren der Forschungsarbeit in Leipzig und der praktischen Ausbildung in Zschoppach ist Roßwein nun der logische nächste Schritt für ihn. "Ich wollte gern im Kirchenbereich Leisnig-Oschatz bleiben und da Roßwein die einzige freie Stelle war, hatte ich mir schon gedacht, dass es darauf hinauslaufen könnte", sagt er. Seitdem klar ist, dass er in Roßwein die Nachfolge vom 2013 abgewanderten Jens Giese übernimmt, hat sich Heiko Jadatz intensiv mit der neuen Heimat beschäftigt. "Als erstes habe ich mich um die Pfarrwohnung gekümmert und auch insofern bin ich zufrieden. Es ist nicht unerheblich wie man wohnt und seine Dienstwohnung bekommt man ja zugewiesen. Das war schon spannend", berichtet er. Großes Glück hat Jadatz schon deshalb, weil das Pfarramt erst im vorigen Jahr saniert wurde. Und auch wenn der Blick künftig statt aufs Muldental auf die Stadtkirche fällt, ist er mit der neuen Umgebung glücklich. "Ich habe einen kleinen Garten hinten dran und das ist mir wichtig. Ich brauche den Ausgleich in der Natur, gehe viel Schwimmen oder Radfahren", sagt er über sich selbst. Den Hartenberg habe er schon zum Erkundungsprogramm gemacht und auch das Hallenbad zumindest im Internet inspiziert.

 

Persönlichen Kontakt gab es bislang mit Friedhofsverwalter Matthias Fritz und dessen Frau Cornelia Fritz-Tag, die im Pfarramt Jadatz' rechte Hand sein wird. "Ich wurde sehr freundlich aufgenommen, sie waren sehr interessiert, offen und das Treffen intensiv. Zwei Stunden lang haben sie mir alles gezeigt. Das sehe ich als gutes Zeichen, wenn man nicht nur 20 Minuten herumgeführt wird", freut sich Jadatz.

 

Zur künftigen Gemeindearbeit will er sich erst nach einigen Wochen Einarbeitungszeit konkret äußern. Am 28. September ist die Ordination in der Kirche Roßwein geplant. Dennoch gibt es bereits Vorstellungen. "Ich halte die Familienarbeit für sehr wichtig. Über die Kinder und Jugendlichen bringt man, wenn man es geschickt anstellt, auch die Eltern in die aktiven Kirchenarbeit. Und ich könnte mir auf dem Gebiet der Konfirmandenarbeit eine Zusammenarbeit mit der Gemeinde Marbach vorstellen", sagt Jadatz. Jugendarbeit im gesamten Kirchenbezirk macht künftig ohnehin ein Viertel seiner Pfarrstelle aus. Dennoch soll die Arbeit in Roßwein darunter nicht leiden. "Bei der Projektstelle wird sich Vieles überschneiden. Ich muss mir die Kräfte so einteilen, dass ich keine Abstriche machen muss. Die Jugendarbeit ist aber auch keine Verlegenheit, sondern man muss in der Gemeinde ernst nehmen, dass es meine Aufgabe ist."

Sebastian Fink

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