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Oschatz Im E-Werk Oschatz treffen sich Vorleser und Zuhörer
Region Oschatz Im E-Werk Oschatz treffen sich Vorleser und Zuhörer
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06:00 17.10.2016
Heike Schellenberg (l.), Alexander Beck (M.), Karl-Georg Gräfe und Heike Wolff-Georgi (r.) lauschen den Texten von Marita Gäbler (2.v.l.) im E-Werk. Quelle: Foto: Dirk Hunger
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Oschatz

Starke Frauen standen im Zentrum aller Texte, die bei der jüngsten Auflage der offenen Lesebühne im Jugendcafé Wake up zu hören waren. Die Veranstaltungsreihe des E-Werks feiert in zwei Monaten ihr einjähriges Bestehen und konnte am Freitagabend schon zum wiederholten Male Vorleser aus der Region und aus Leipzig vereinen.

Marita Gäbler aus Großböhla machte den Anfang. Als Freundin guter Romane habe sie „Die Wand“ von Marlen Haushofer aus Österreich schon mehrmals gelesen – und sich jedes Mal aufs Neue Notizen am Rand gemacht. Sie spricht von „bewegender Literatur“, die einen nachdenklich werden lasse. Plot: Die Ich-Erzählerin reist mit ihrer Cousine und deren Ehemann in die Berge, Ziel ist eine Hütte. Im Laufe der Handlung wird sie von beiden getrennt, eine unsichtbare Barriere schneidet sie vom Rest der Welt ab, Rückkehr ist unmöglich. Die Beschäftigung mit sich selbst, der eigenen Existenz, das Überleben in der Natur und der Kampf gegen Depressionen werden fortan geschildert. „Das geschieht so eindringlich, die Heldin wird auf sich selbst zurück geworfen, man kann ihre Gedanken nachvollziehen“, schwärmt Gäbler.

Keine plötzlich auftauchende Wand, dafür aber etliche andere fantastische Elemente enthält die Kurzgeschichte „Geistesmacht“ aus der Feder Heike Wolff-Georgis. Die Leipziger Hobbyautorin nimmt ihre Zuhörer mit in eine Welt der Drachen, Zauberer und Magie, aber auch der Auseinandersetzungen und des Krieges. Im Zentrum der Story steht eine junge Frau, die trotz eines körperlichen Gebrechens tanzt und kämpft. Die Botschaft, dass man mit Mut und Glaube an sich selbst Barrieren überwindet, wird hier unterhaltsam verpackt und erschließt sich auch den Lesern und Zuhörern, die mit den vorherrschenden Fantasyelementen so gar nichts anzufangen wissen.

Die dritte starke Frau begegnet dem Helden in der letzten Geschichte des Abends. Karl-Georg Gräfe, eigentlich Poetry Slamer und Lyriker, hat sich in Prosa versucht – erfolgreich und unterhaltsam, zur Freude seiner Zuhörer. Aus dem Horror des Büroalltags lässt er seinen Helden Jan in die Begegnung mit einer fremden Frau stolpern. Diese bringt seinen Trott durcheinander, er beginnt sein Leben umzukrempeln. All das ist mit irrwitzigen Details und Formulierungen gespickt, postmoderne Bezüge zu anderen Werken gibt es zuhauf, ebenso ironische Exkurse zur Arbeits- und Beziehungswelt. Diese Mischung macht Lust auf mehr. Das findet auch Zuhörerin Heike Schellenberg. „Ich habe sehr geschmunzelt und freue mich auf s nächste Mal“ , sage sie.

Von Christian Kunze

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