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Oschatz Imbiss-Verbot in Oschatzer Sporthallen: Handball-Eltern sehen Nachholbedarf bei Hallenkonzept
Region Oschatz Imbiss-Verbot in Oschatzer Sporthallen: Handball-Eltern sehen Nachholbedarf bei Hallenkonzept
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05:49 12.02.2019
Auch beim Benefizturnier des SV Merkwitz für die Kinderkrebshilfe galt das Imbissverbot in der Döllnitzsporthalle. Quelle: Fotos: Christian Kunze/Fotolia
Oschatz

Im Streit um das Gastronomieverbot in städtischen Turnhallen führt Oberbürgermeister Andreas Kretschmar jetzt einen Umstand an, der dazu geführt hat. Nach einer tätlichen Auseinandersetzung bei einem Kinderfußballturnier in der Döllnitzhalle zwischen „Verantwortlichen des Turniers und Gästen“ im vergangenen Jahr habe man lediglich auf ohnehin bestehende Regularien hinweisen wollen. Dieses Detail hatte Kretschmer bisher offiziell nicht kommuniziert.

Ungünstiger Zeitpunkt

Der Vorsitzende des Sportvereins Merkwitz, Stefan Helbig, sieht darin einen Verweis auf ein Turnier seines Vereins. „Dieser Vorfall ereignete sich am dem Gastrobereich entgegengesetzten Ende der Halle und hat mit der Fluchtwegefrage nichts zu tun.“ Helbig könne nicht ausschließen, dass Besucher außerhalb der Halle eigene alkoholische Getränke konsumieren und sich dann daneben benehmen. Für ihn ist vielmehr der Zeitpunkt der jetzt gefällten Entscheidung problematisch. „Wir brauchen uns nicht über Vorschriften und Gesetze streiten. Aber wir wurden erst zu Beginn der Hallensaison von der Stadtverwaltung informiert. Dass Vereine da Sturm laufen, ist wohl die logische Konsequenz. Wäre das Thema im Sommer besprochen worden, könnten wir uns das jetzt ersparen.“ Im übrigen habe der SV Merkwitz für ein Hallenturnier Mitte Januar eine Ausnahmegenehmigung beantragt, wie sie der Oschatzer Turnverein schon viele Jahre für das Weihnachtsturnen erhält, diese allerdings nicht genehmigt bekommen.

Fluchtwege gewährleistet

Pedro Garcia,Vater einer Spielerin des Sächsischen Handballvereins (SHV) Oschatz, stellt sich die Frage, wie Bürgermeister und Verwaltung darauf kommen, dass in der Rosentalhalle Fluchtwege nicht gewährleistet werden. Seiner Kenntnis nach werden die Vorgaben dort eingehalten. „Davon abgesehen, wie breit der Fluchtweg tatsächlich ist: Die dazugehörige Tür wird dadurch nicht breiter, sondern gar in einem Notfall das Nadelöhr sein“, sagt er. Ferner spreche die Stadtverwaltung von heute auf morgen ein Trink- und Essensverbot aus. „Ich stelle mir vor, dass Kinder, die sich in der Halle befinden, ab sofort nichts mehr essen und trinken dürfen? Soll der Nachwuchs, gerade im Winter, während des Sportbetriebes sich anziehen, frierend vor der Tür stehen und etwas zu sich nehmen? Hat die Stadt Oschatz überhaupt ein Interesse an ihren Sportvereinen?“

Hat Oschatz den Anschluss verpasst?

Thomas Scheibel, ebenfalls begeisterter Zuschauer, war Mitglied des SHV-Fördervereins und mit der Gastronomie beim Spielbetrieb in Oschatz betraut. Er weist auf den Spagat zwischen Vereins- und Schulsport bei besagten Hallen hin. „Wer in umliegenden Städten unterwegs ist, erkennt, dass selbst Orte mit wesentlich weniger Einwohnern wie Waldheim oder Falkenhain großzügiger geplante Objekte haben, mit ausreichend Platz für den Verkauf von Speisen und Getränken oder sogar eigenen Räumlichkeiten für diesen Zweck.“ Seiner Ansicht nach habe die Stadt Oschatz bei der Konzeption von Hallen für größere Veranstaltungen – auch mit Blick auf die Erfolge des Vereinssports für Oschatz – „einfach den Anschluss verpasst“. Darüber hinaus sei die Rosentalhalle für Veranstaltungen von der Größenordnung des Oschatzer Weihnachtsturnens des Oschatzer Turnvereins – mit nur drei Toiletten für bis zu 400 Zuschauer – nicht ausgelegt. Platz für eine Drei-Felder-Halle habe es unweit des Platschbades gegeben, dort wo heute der Skatepool steht. „Und auch jetzt sind Flächen vorhanden, etwa an der Dresdener Straße neben dem Finanzamt“, schlägt er vor.

Von Christian Kunze

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