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Oschatz Imker vor schwerer Zukunft
Region Oschatz Imker vor schwerer Zukunft
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16:56 09.05.2013
Nach dem langen Winter sind die Bienen später ausgeflogen. Jetzt sind die Tiere aber emsig bei der Arbeit. Quelle: Dirk Hunger

Von Roger Dietze

Bei der Obstland AG indes sieht man die Auswirkungen des langen Winters gelassen. "Der Blütenknospenansatz sieht in diesem Jahr sehr gut aus, bis September und Oktober kann noch viel in puncto Bestäubung passieren", konstatiert Obstanbau-Berater Hans-Dieter Bierig. "Derzeit haben wir es eher mit dem gegenteiligen Problem zu tun, sprich die Bäume tragen zu viele Blüten, sodass wir gezielt mit Maschinen und aggressivem Dünger gegensteuern müssen, um die Blüten auszudünnen, damit nur so viele Früchte zur Reife kommen, wie der Baum versorgen kann", so Bierig. Prinzipiell wirke sich ein schlechtes, sprich kühles und vor allem dunkles Wetter in der Blütenausbildungsphase wesentlich nachteiliger als ein langer Winter aus.

Scheinen die regionalen Obstbauern ganz offensichtlich keine Probleme mit dem vergangenen Winter zu haben, ist die Situation bei den Imkern eine andere. "Während die Sterblichkeitsraten bei den Bienenvölkern in einem normalen Winter bei durchschnittlich fünf Prozent liegt, verursachte der vergangene solche im Bereich von 20 bis 30 Prozent", kennt Frank Ruthmann, Vorsitzender des Oschatzer Imkervereins, die Zahlen. Eine Ursache der hohen Sterberaten sei Futtermangel, eine weitere das Wirken der Varroa-Milbe. "Aufgrund der hohen Verluste haben einige ältere Imker bereits angekündigt, die Imkerei aufzugeben."

Davon, dass die Zahl der Imker in Sachsen weiter abnehmen wird, ist der Luppaer Berufsimker Horst Großmann überzeugt. "Der Standimkerei ist im Freistaat keine Zukunft beschieden", so der 71-Jährige, der seine Imkerei mittlerweile an seinen Sohn übergeben hat. "In Sachsen verhungern die Bienen über den Sommer hinweg aufgrund der landwirtschaftlichen Monokulturen", klagt Großmann, der seit 1986 die Imkerei professionell betreibt und mit seinen Völkern nach eigenen Angaben gut durch den vergangenen Winter gekommen ist. "Die Verluste halten sich mit rund fünf Prozent im Rahmen." Dies habe zum einen damit zu tun, dass er bereits im Sommer der Varroa-Milbe den Kampf ansage, und zum anderen damit, dass er mit einem Teil seiner Völker im Frühherbst ins Gebirge gezogen sei.

"Die Biene braucht ab Mitte September Ruhe", erläutert der Luppaer Bienen-Fachmann. Dies bedeute, dass man einer Spättracht möglichst aus dem Wege gehen sollte, um zu vermeiden, dass die Winterbiene noch einmal in Brut geht. "Denn dies würde sie so sehr belasten, dass sie den Winter nicht überlebt", so Großmann, der mit großer Sorge den Lobbyverlust der Biene in Deutschland beobachtet. "So sind etwa hierzulande wirksame Medikamente gegen die Varroa-Milbe verboten, während Honig aus jenen Ländern, in denen sie eingesetzt werden dürfen, nach Deutschland importiert werden."

Roger Dietze

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