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Immer mehr Wohnungen in Nordsachsen stehen leer

Immer mehr Wohnungen in Nordsachsen stehen leer

Der Leerstand von Wohnungen in Nordsachsen hat sich seit Mitte der 1990er-Jahre drastisch erhöht. Das belegen aktuelle Zahlen des Statistischen Landesamtes, die auf einer Erhebung aus dem Jahr 2011 basieren und mit der Situation 1995 verglichen wurden.

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Quelle: Nico Fliegner

Während bis 1990 Wohnungsmangel vorherrschend war und 1995 der Leerstand noch überwiegend durch Abriss, schwerwiegende Mängel an Gebäuden und Ausstattungsdefizite sowie Umbau und Modernisierung begründet war, ist der Wohnungsmarkt 2011 durch ein Überangebot gekennzeichnet. Gründe seien die dazumal einsetzende Bautätigkeit und der Bevölkerungsrückgang. Der dauert bis heute an, obwohl nach Angaben des Verbandes der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft Sachsen der Leerstand allgemein rückläufig ist, weil über veraltete Mehrfamilienhäuser in vielen Städten und Gemeinden die Abrissbirne kam.

 

Bestes Beispiel ist die Kleinstadt Bad Düben: Die Kommune verliert zunehmend Einwohner, dennoch entsteht neuer Wohnraum, wenn auch in geringem Maße, der seine Mieter findet. Andererseits hat die Stadt auch den Abriss befördert. Zwei Wohnblöcke wurden in den vergangenen Jahren rückgebaut, weitere Sanierungen kommunalen Wohneigentums stehen an. Die Leerstandsquote hat sich von 1995 zu 2011 nahezu verdreifacht.

 

In anderen Städten sieht es ganz ähnlich aus. Oftmals hat sich der Leerstand verdoppelt, während die Bautätigkeit in den Gemeinden eher auf klassische Einfamilienhäuser beschränkt ist. In den größeren Städten Delitzsch, Eilenburg, Oschatz, Torgau, Taucha und Schkeuditz lag der Leerstand zwischen 8 und 13 Prozent. Die geringste Quote mit unter 6 Prozent hatten die Landgemeinden Dreiheide, Doberschütz und Mockrehna, die höchste Rackwitz mit 14,3 Prozent; diese hatte sich bis 2011 mehr als verdreifacht. Es sind vor allem die verwaisten Wohnungen im Neubaugebiet, die der Gemeinde Rackwitz zu schaffen machen. Die Leerstandsquote dort liegt bei rund 30 Prozent. Der Wohnungsbestand soll durch Abriss verringert, das Wohnumfeld optisch aufgewertet werden. Die Umsetzung von Phase eins steckt gerade in den letzten Zügen: Vier Blöcke mit insgesamt rund 140 Quartieren sind weg. Phase zwei soll folgen. Allerdings erst 2018. "Wir wollen uns mit dem nächsten Schritt mehr Zeit lassen als mit dem ersten", betont Bürgermeister Manfred Freigang (UWR). In sämtlichen Blöcken, die auf der Liste potenzieller Abrisskandidaten stehen, wohnen noch Mieter, mitunter die Erstbezieher aus den 1970- und 80er-Jahren. "Wir stehen vor der Aufgabe, die betroffenen Gebäude über einen längeren Zeitraum freizulenken. Je mehr Zeit wir uns lassen, desto weniger Kraft kostet es uns und den Mietern", so Freigang.

 

Auch in der Oschatzer Region reagieren die großen Wohnraumvermieter. In Mügeln besitzt die Wohnungsgenossenschaften Oschatz/Mügeln 132 Wohnungen, die ausnahmslos belegt sind. "Von unseren 72 Wohnungen in Wermsdorf stehen derzeit zwei leer, allerdings sind sie bereits wieder vermietet worden", sagt Vorstand Sven Petzold. Knapp 4,7 Prozent der Unterkünfte seien dagegen in der Stadt Oschatz vom Leerstand betroffen, konkret 30 Wohnungen vom Gesamtbestand 640. Investitionen sollen dem demografischen Wandel Rechnung tragen. "Unsere älteren Mitglieder sollen sich in unseren Wohnungen so lange wie möglich wohl fühlen", sagt Petzold. "Wir halten unseren Bestand in Schuss und werten die Wohnungen auf."

 

Das Unternehmenskonzept der Oschatzer Wohnstätten GmbH baut auf dem Integrierten Stadtentwicklungskonzept der Stadt Oschatz auf, informiert Geschäftsführer Michael Schiffner. Das beinhalte zum einen den verstärkten Rückbau von Wohneinheiten in der Vergangenheit und umfangreiche Modernisierungen in der Gegenwart und Zukunft.

 

Die Wohnungsbau- und Verwaltungsgemeinschaft der Obstland Dürrweitzschen AG hat 329 Wohnungen in ihrem Besitz. "Der Leerstand liegt insgesamt zwischen 15 und 16 Prozent", weiß Geschäftsführerin Marianne Gaumnitz. In den Blockbauten in Ablaß und Sornzig gebe es eine geringe Bewegung. "Unser fünfter Block in Ablaß wird bis zum Sommer nächsten Jahres leergelenkt. Wir denken über eine weitere Nutzung für andere Zwecke nach", so die Geschäftsführerin.

Nico Fliegner, Kay Würker, Hein

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