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Oschatz Implantat gegen die unliebsame Biege
Region Oschatz Implantat gegen die unliebsame Biege
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22:15 27.05.2014
Ein kleines Metallteil kann ein Zehengelenk gerade rücken. Peter Lorenz demonstriert, an welcher Stelle an Marlies Kettners Fuß er das Implantat platzierte. Quelle: Wolfgang Sens

Es war Arthrose.

Jetzt hat die 58-jährige Lehrerin aus Lonnewitz bei Oschatz ihre Fuß-Operation seit drei Wochen hinter sich. Sie wird bald wieder wandern gehen können, wie bisher Fahrrad fahren, wird ihre geliebten Yoga-Treffs besuchen sowie ihre Rückenschule - und dabei trotz Operation ihren rechten Zeh bewegen können, als wäre er so gut wie neu. Ist er auch, dank einem Gelenkimplantat Namens HemiCAP. Das kann man frei übersetzen etwa in Halbkappe, und das bezeichnet in etwa, wie das Implantat in das Großzehengrundgelenk eingeschraubt wird. Der Vorteil im Vergleich zum herkömmlichen Versteifen: Der große Zeh bleibt beweglich.

"Ich bin richtig glücklich darüber, dass ich mich für dieses künstliche Zehengelenk entschieden habe", sagt Marlies Kettner. Durch jemanden aus der Verwandtschaft hatte sie erfahren, dass diese Operationsmethode in Leisnig angeboten wird. Peter Lorenz, Facharzt für Chirurgie und Fußspezialist in der Helios-Klinik, hat sie schon mehr als zwanzigmal absolviert und schafft sie jetzt in etwas weniger als anderthalb Stunden. "Es dauert ein bisschen, denn man muss die Gelenkkapsel sorgfältig freilegen, und öffnen, damit man das Implantat einsetzen kann." Und dann gibt sich Lorenz auch besonders Mühe beim Vernähen der Operationswunde: Schließlich wollen gerade Frauen danach gern wieder offene Schuhe tragen. Bei manchen Damen macht der große Zeh schon etwa im vierten Lebensjahrzehnt diese unliebsame Biege. Übrigens leiden rund zehn Prozent Männer unter einem so genannten Hallus Valgus. Der heißt volkstümlich Frostballen, hat nichts zu tun mit Frost, dafür einiges mit zu engen Schuhen und viel mit hohen Absätzen. Er entsteht unter anderem durch Arthrose des Großzehengrundgelenks. Lorenz: "Man kann eine erbliche Veranlagung haben. Aber enges Schuhwerk trägt einiges dazu bei, dass der Zeh sich von seinem Gelenk in unnatürlicher Weise zum zweiten Zeh hin abwinkelt." Bei Marlies Kettner war das zum Schluss so schlimm, dass die beiden ersten Zehen des rechten Fußes so sehr an einander rieben, dass ihr nach längeren Wanderungen der Fuß blutete. Neben Arthrose begünstigt ein Spreizfuß den Hallux Valgus - und eben auch ein zu oft und zu lange getragener Schuh mit hohem Absatz. Der drückt die Zehen nach vorn in die enge Schuh-Kappe. "Nicht bei jedem Patienten ist ein Gelenkimplantat sinnvoll oder anwendbar", sagt Fußspezialist Peter Lorenz. "Doch bei Menschen, die sportlich aktiv sind, ist es eine gute Alternative zum Versteifen des Gelenks. Es erhält ihnen die natürliche Beweglichkeit der großen Zehe."

Steffi Robak

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