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In Oschatz machen immer mehr Geschäfte dicht

Laden-Leerstand In Oschatz machen immer mehr Geschäfte dicht

Jedes leere Geschäft in der Oschatzer Innenstadt ist eins zu viel. Wenn sich Händler entscheiden, im Zentrum einen Laden zu eröffnen, wissen sie nicht, ob es sich lohnt. Viele Geschäfte, die seit 25 Jahren geöffnet haben, gibt es nicht. Ein Beispiel ist das Modestudio von Angelika Tamm. Immobilienmakler und Werbegemeinschaft kennen das Problem.

Immer mehr Läden stehen leer – wie hier in der Hospitalstraße.

Quelle: Dirk Hunger

Oschatz. Das Ladensterben im Stadtzentrum beschäftigt nicht nur Händler und potenzielle Kunden. Gedanken darüber macht sich auch Joachim Rolke von der gleichnamigen Immobilien GmbH. Er ist Unternehmer und bodenständiger Oschatzer. Im Gespräch bringt er es auf den Punkt: „Die Mietpreise von privat liegen zwischen 6 und 12 Euro pro Quadratmeter. Das ist in Ordnung.“ Auch mit Preisen der kommunalen Wohnstätten GmbH könnten potenzielle Mieter zufrieden sein. Er habe die Erfahrung gemacht, dass einige Händler, die in der Innenstadt ein Geschäft eröffnen, mit wenig investiertem Geld schnell viel verdienen möchten. „Das funktioniert nicht.“ Es gehöre mehr dazu als nur Waren und Kunden.

Händler verschätzen sich bei richtiger Ladengröße

Zum Beispiel würden sich Händler mit der Größe ihres Ladens verschätzen. „Manche sind zu klein, andere zu groß.“ Das müsse vorher kalkuliert werden. Es gebe Beispiele, dass Händler von einem Standort zu einem anderen umziehen und nicht abwägen, ob das der richtige Entschluss ist.

Rolke hat einiges im Selbstversuch probiert, um mitreden zu können. Ihn interessierte, ob es in der Innenstadt von Riesa tatsächlich mehr Leben gibt. „Also ich denke, dass es in der Nachbarstadt nicht mehr Leben gibt. Das Zentrum ist in Riesa lang gezogen, in Oschatz gibt es zwei Märkte.“

Rolke sagt, dass die Mischung der Angebote in Oschatz ordentlich ist. „Wirklich reich beziehungsweise gut situiert werden die Händler nicht, aber es reicht zum Leben.“ Das könnten die etablierten Geschäfte wie der Schreibwarenladen in der Lutherstraße, die Buchhandlung, die Parfümerie oder auch das Modestudio an der Ecke bestätigen. Es müsse Gründe geben, wenn es einigen Wenigen gelingt, ihr Geschäft über 20 Jahre und länger zu halten und andere nach kurzer Zeit aufgeben.

Preisgefüge der Waren ist in Ordnung

Auch über das Preisgefüge der angebotenen Sortimente kann Rolke nicht meckern. „Es lohnt sich, die Preise der hiesigen Händler mit denen in Leipzig zu vergleichen.“ Das überrasche so manchen Kunden, denn es sei in Oschatz nicht teurer als anderswo.

Dass Oschatz eine schöne Stadt ist, sagen Einwohner, und Gäste. „Ich kann es überhaupt nicht verstehen, warum so wenig Oschatzer in ihrer eigenen Stadt kaufen.“ Discounter und Händlerparks wie bei Marktkauf müssten laut Rolke sein. Das könne nicht vermieden werden, es gehöre zur Lebensqualität. Dafür appelliert er an das Kaufverhalten der Einwohner. „In der Oschatzer Innenstadt zu kaufen, ist doch schön. Die Wege von einem Geschäft zum anderen sind nicht zu lang.“ Aber so lange die Leute das nicht verinnerlicht haben, werde es leer im Oschatzer Zentrum bleiben – „trotz der vielen Parkmöglichkeiten in unserer Innenstadt“.

Werbegemeinschaft will Laden-Sterben stoppen

Die Werbegemeinschaft um Carola Schönfeld kennt das Problem (wir berichteten). Manchmal werde im Radio für Geschäfte geworben oder für leerstehende Ladenstandorte. Das könne sie sich auch für den Einzelhandel in Oschatz vorstellen.

Andere Orte, die ein Mittelzentrum bilden, müssen ebenfalls mit Leerstand kämpfen. Um das Aussterben von traditionellen Läden zu stoppen, wollen hier Verantwortliche private Investoren suchen. Helfen sollen der Händler-Gemeinschaft zum Beispiel Fördermittel aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF). Carola Schönfeld baut auf die Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung. Auch einen Erfahrungsaustausch findet sie hilfreich. Deshalb wolle sie sich mit einem Gewerbeverein austauschen, der ähnliche Bedingungen wie in Oschatz hat.

Auch die Fraktion der Linken im Oschatzer Stadtrat hat sich dazu Gedanken gemacht. Peter Streubel möchte an den etablierten Veranstaltungen der Werbegemeinschaft festhalten. „Unterstützt werden könnte das mit überregionalen Konzept-Ideen und Erkenntnissen des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung“, so der Stadtrat.

Von Gabi Liebegall

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