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Oschatz In der Collm-Region gibt es am 29. Februar 26 Geburtstagskinder
Region Oschatz In der Collm-Region gibt es am 29. Februar 26 Geburtstagskinder
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09:35 29.02.2016
Ingeborg Ruthmann kann heute mal wieder am richtigen Tag Geburtstag feiern. Quelle: Foto: Dirk Hunger
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Collm-Region

Nur rein mathematisch gesehen ist die Wahrscheinlichkeit, an einem bestimmten Tag des Jahres Geburtstag feiern zu können, genauso groß wie an jedem anderen Tag. Ein Mathegenie muss man allerdings nicht sein, um zu erkennen, dass nur wenige Leute den 29. Februar als Geburtstag in ihrem Ausweis stehen haben.

„Gefeiert wird trotzdem jedes Jahr und zwar am 1. März“, bestätigt Anne Kischio aus Wermsdorf. Sie kenne es nicht anders und deshalb sei es kein Problem, an einem anderem als dem „richtigen“ Geburtstag zu feiern. Nachteile oder Probleme, zum Beispiel vom Ausfüllen von Formularen habe sie mit ihren besonderen Geburtstag noch nicht gehabt. Allerdings bekämen in den sozialen Netzwerken ihre Freunde nur im Schaltjahr angezeigt, dass sie wieder ein Jahr älter geworden ist. „Da ich diesmal sozusagen sechsten Geburtstag feiere, wird wohl die eine oder andere Zuckertüte unter den Geschenken sein“, ahnt die Wermsdorferin, deren 24. Lebensjahr am 29. Februar vollendet ist.

Hat bei Facebook nur alle vier Jahre Geburtstag: Anne Kischio aus Wermsdorf. Quelle: Dirk Hunger

Ingeborg Ruthmann feiert ihren Geburtstag, wenn nicht gerade Schaltjahr ist, stets am 28. Februar. „Ich habe ja nicht im März Geburtstag“, sagt die Stennschützerin. Ihre Mutter hätte ihr erzählt, dass sie ohnehin am 28. Februar geboren wurde, aber die Hebamme den Schalttag in die Geburtsurkunde eingetragen habe. Aber fragen könne man ja nun weder die eine noch die andere. „Ein Jahr älter werde ich so oder so, egal, wann ich feiere“, hakt die fast 80-Jährige das Thema ab. Nein, wie 20 fühle sie sich nicht mehr, auch wenn sie in diesem Jahr das 20. Mal am richtigen Geburtstag feiere. Obwohl Ingeborg Ruthmann vier Kinder, sieben Enkel und derzeit noch sieben, demnächst neun, Urenkel hat, werde in kleiner Runde gefeiert.

Einige müssten eben montags doch auf Arbeit gehen. Und dann sei es gar nicht so leicht, für den Montag eine Gaststätte zu finden. Als sie tatsächlich 20 wurde, war Ingeborg Ruthmann bereits verheiratet und ihr ältester Sohn geboren. Fast ihr gesamtes Leben wohnt sie in Stennschütz. „Im Sommer des Jahres, als ich geboren wurde, sind meine Eltern hierher gezogen“, erzählt sie. Abgesehen von drei Jahren, die sie in Hohenwussen gelebt hat, ist der Ort ihr Wohnsitz geblieben. Ingeborg Ruthmann ist zwar nicht mehr flott zu Fuß, aber geschickt mit den Fingern. Sie strickt und häkelt gern und viel, deckt auch Verwandte kurzfristig mit Schals und Mützen für den Winterurlaub ein. Das Neueste aus der Welt und ihrer Heimat erfährt die Stennschützerin nicht nur aus dem Fernsehen. Sie liest auch täglich die OAZ.

Hochzeiten am 29. nicht so stark nachgefragt

Neben Anne Kischio feiern drei weitere Wermsdorfer am 29. Februar Geburtstag. In der Gemeinde Naundorf gibt neben Ingeborg Ruthmann zwei weitere „Geburtstagskinder“. Rund um den Collm feiern an diesem Tag auch ein Mügelner und ein Cavertitzer, zwei Liebschützberger, sowie fünf Dahlener und zehn Oschatzer.

Während man sich seinen Geburtstag nicht aussuchen kann und den der eigenen Kinder auch nicht mit Bestimmtheit festlegen kann, sieht das mit dem Hochzeitstag anders aus. In den Standesämtern der Region sind Eheschließungen am Montag generell möglich. Er ist nicht so stark gefragt wie der Sonnabend. In Wermsdorf, Oschatz und Mügeln hat jedoch kein Paar Interesse daran, an diesem nur alle vier Jahre wiederkehrenden Tag zu heiraten. Das ist verständlich: Hält man so lange wie versprochen zusammen, dann muss man Silber- und Goldene Hochzeit an einem Ausweichtermin feiern, erst bei der Diamantenen gibt es wieder einen 29. Februar. Dass man diesen Tag nur aller vier Jahre vergessen könnte, ist für die meisten Brautpaare kein Grund, den Schalttag als Hochzeitstag zu wählen.

Von Axel Kaminski

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