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In der Collm-Region viel zu trocken für Pilzwachstum

Natur In der Collm-Region viel zu trocken für Pilzwachstum

Normalerweise müssten jetzt in den Wäldern der Region schon die Pilze aus dem Boden sprießen, doch dafür ist es viel zu trocken. Der Schwetaer Pilzberater Wolfgang Berger hofft deshalb auf Regen. Der 85-Jährige ist anerkannter Pilzberater und gibt sein Wissen bei Bedarf an Pilzsammler weiter. Im vergangenen Herbst waren es 150 Leute.

Der Schwetaer Pilzberater Wolfgang Berger kennt die essbaren Pilze, die an den Bäumen unmittelbar hinter seinem Grundstück wachsen.

Quelle: Dirk Hunger (Archiv)

Schweta. Während sich in den vergangenen Tagen immer wieder kurz die Schleusen zum Himmel öffneten, haben die Pilzsammler in der Region eine wahrhaftige Durststrecke hinter sich. Wolfgang Berger, Pilzberater aus Schweta, erklärt: „Im vorigen Jahr gab es in der ersten Zeit gar keine Pilze, weil es zu trocken war.“ Erst später hatten die Sammler Glück. „Im Herbst gab es zwei Wochen, in denen es richtig viele Steinpilze gab, die zudem noch nicht von Maden zerfressen waren“, berichtet Berger.

150 Ratsuchende bei Wolfgang Berger

Trotz der ansonsten relativ schwachen Ernte haben zahlreiche Pilzliebhaber die Expertise des 85-Jährigen in Anspruch genommen. „Sobald es Pilze gibt, sind auch Leute bei mir“, so Berger. 150 sind es letzten Herbst gewesen, die lieber auf Nummer sicher gehen und ihre Fundstücke untersuchen lassen. „Im Herbst wächst viel, dem man nicht direkt ansehen kann, ob es essbar ist. Die giftigen Pilze sortiere ich dann aus“, betont der Experte. In der Region sind das oftmals der Grüne Schwefelkopf, Giftchampignons sowie der Gallenröhrling. „Am gefährlichsten ist der Grüne Knollenblätterpilz, bei dem starke Vergiftungs- und Lebensgefahr besteht. Der wird mir aber nur selten vorgelegt und kommt bei uns auch nicht häufig vor“, sagt Berger. Vorsicht ist dennoch geboten, da der den durchaus genießbaren und ungefährlichen Waldchampignons und Grauen Wulstlingen mitunter zum Verwechseln ähnlich sieht. Die Liste der schmackhaften Pilze ist lang. So können Sammler im besten Fall ihre Körbe mit Steinpilzen, Rotkappen, Birkenpilzen, Maronen, flockenstieligen Hexenpilzen, Butterpilzen und Goldröhrlingen füllen. Nur Pfifferlinge gibt es nicht überall „Es kann sein, dass in der Dahlener Heide welche wachsen, aber um Wermsdorf herum gibt es kaum welche“, weiß Berger. Die große Vielfalt komme durch den durchmischten Baumbewuchs zustande. Zu finden seien Pilze unter fast jedem Baum.

Seit 1975 anerkannter Pilzberater

Doch dafür sind die Bedingungen nach wie vor nicht optimal. „Es müsste jetzt schon Pilze geben, aber ich habe noch nicht viele gesehen“, zeigt sich Berger besorgt. „Wir hoffen zwar auf ein gutes Jahr, aber im Grunde hat es dafür zu wenig geregnet.“

Doch davon lässt sich der 85-Jährige nicht unterkriegen. Pilze sind nach wie vor sein Ding. Bereits als Kind sammelte er auf Wiesen und in Wäldern. Eines Tages stieß er bei Mügeln auf zu den Blätterpilzen zählende Austern-Seitlinge, „die den Stiel nicht in der Mitte, sondern an der Seite haben.“ Die brachte er zu Rolf Herbst, damals Pilzberater in Oschatz, der ihn ermutigte, einen Lehrgang an der Volkshochschule zu besuchen. Und so gibt Wolfgang Berger seit 1975 als anerkannter Pilzberater sein Wissen weiter. Heute ist er einer von drei Experten im Raum Oschatz. Seine Leidenschaft zu den Akten zu legen, kommt dem Rentner nicht in den Sinn. Weitergemacht wird solange es noch geht. Und wer mit einem frischen Korb Pilze aus dem Wald kommt, kann die Dienste des Beraters in der Schlanzschwitzer Straße 20 in Anspruch nehmen. Eine Anmeldung per Telefon unter 034362 30242 ist erwünscht.

Von André Pitz

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Schweta
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