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In der Region Oschatz gute Chancen für Lehrlinge in der Landwirtschaft

Landwirtschaft In der Region Oschatz gute Chancen für Lehrlinge in der Landwirtschaft

Für viele junge Landwirte wurde es jetzt ernst. Die Auszubildenden hatten ihre Abschlussprüfungen nach ihrem dritten Lehrjahr. Einige müssen nach einer Festanstellung suchen, andere wurden übernommen und manche starten weiter direkt ins Studium. Auch in Oschatz und Region stehen die jungen Landwirte nun vor neuen Herausforderungen.

Tobias Roßbrich ist 18 Jahre alt und lernt Landwirt im zweiten Lehrjahr.

Quelle: Foto: Dirk Hunger

Oschatz/Wermsdorf. Wer bei dem Beruf „Landwirt“ nur Traktor fahren vor Augen hat, sieht nur einen kleinen Teil des vielseitigen Tätigkeitsfeldes mit den unterschiedlichen wirtschaftlichen, technischen, natürlichen und individuellen Bereichen.

Denn die Landwirte müssen auch Bescheid wissen über die Saatgutauswahl und die maschinellen Bodenbewirtschaftung. Die Ernte muss eingebracht, erhalten und das Erntegut verkauft werden. Kosten müssen kalkuliert werden und ein grüner Daumen für die Landschaftspflege kann hier nicht schaden. Auch der 18-Jährige Tobias Roßbrich aus Merkwitz hat sich von diesem abwechslungsreichen Arbeitsfeld begeistern lassen.

Bald hat er sein zweites Lehrjahr bei der Agrargenossenschaft Altoschatz Merkwitz absolviert und sieht gespannt dem nächsten entgegen. Hier haben aktuell zwei Lehrlinge aus dem dritten Lehrjahr ihre Prüfung erfolgreich absolviert.

Schulgesellschaft vermittelt benachteiligte Jugendliche

„Zudem haben wir zur Zeit einen Lehrling, der nun ins zweite Lehrjahr kommt und über die ASG Oschatz zu uns vermittelt wurde. Dieser absolviert bei uns im Betrieb seinen praktischen Teil“, sagt Udo Morstein, Vorstandsvorsitzender der Agrargenossenschaft. Die ASG Oschatz, also die Anerkannte Schulgesellschaft, vermittelt als Bildungsträger unter anderem im Landkreisen Nordsachsen sozial benachteiligte und lernbeeinträchtigte beziehungsweise lernbehinderte Jugendliche und junge Erwachsene, um sie bei der Berufsvorbereitung und Berufsausbildung zu unterstützen.

Auch für das kommende Lehrjahr wurde bereits ein Ausbildungsvertrag mit einem Jugendlichen aus der Region in der Agrargenossenschaft Altoschatz-Merkwitz abgeschlossen. In der kommenden Woche wird der Landwirtschaftsbetrieb zudem von einem Schüler unterstützt, der eine Woche auf Probe arbeiten möchte, um 2017 eventuell auch hier seine Ausbildung zu absolvieren.

Günstig für effektives Lernen ist die Besetzung mit maximal einem Lehrling pro Jahr. Dabei schauen sich die Jüngeren viel von den Älteren ab.

Betriebe wünschen sich ausreichend Nachwuchs

„Auch um uns macht der demografische Wandel keinen Bogen. Deshalb wünschen wir uns für die Zukunft viele Jugendliche, die den Weg in die Landwirtschaft finden und eine mögliche Ausbildung als Landwirt, Fachkraft für Agrarservice oder Landwirtschaftswerker anstreben“, sagt Udo Morstein.

Etwas anders sieht es hingegen im Landwirschaftsbetrieb von Martin Umhau aus Oschatz aus. Hier werden keine Lehrlinge ausgebildet. „Wir haben uns stark auf den Ackerbau spezialisiert. Dabei gibt es nicht so viele Tätigkeitsfelder für Azubis. Die Bedienung der Maschinen verlangt nach Profis. Es gibt bessere Betriebe als unseren für eine Ausbildungsstelle.

Natürlich könnte auch bei uns ein Auszubildender vieles lernen, doch es ist für uns schwierig, einen Lehrling einzugliedern. Dann sind Betriebe mit mehreren Mitarbeitern eher prädestiniert als unserer mit drei Mitarbeitern“, so Martin Umhau.

Zwei Azubis sind auf dem Biohof Wermsdorf

Zwei Lehrlinge unterstützen aktuell den Biohof Paulsen in Wermsdorf. Sie befinden sich im dritten und ersten Lehrjahr. „Unser Lehrling aus dem dritten Jahr hat sich dafür entschieden, die Prüfung noch nicht abzulegen und noch ein halbes Jahr zu verlängern, da er für sein Studium, das er im Anschluss angehen möchte, noch eine längere Praxis benötigt. Würde er nicht studieren wollen, hätten wir ihn sicherlich auch übernommen“, sagt Jana Paulsen.

Zwei Bewerber für Lehrstellen gibt es bereits für das nächste Jahr. Beide machen jedoch zuerst ein freiwilliges ökologisches Jahr auf dem Biohof. „Wenn sie hier ihr Können unter Beweis gestellt haben, bilden wir sie auch gerne aus. Oft ist jedoch das Problem, auch gute Lehrlinge zu finden. Wir hatten schon sehr gute, aber auch sehr schlechte Lehrlinge bei uns“, bedauert Jana Paulsen. Mehr als zwei Auszubildende wollen sie jedoch nicht auf dem Biohof betreuen. „Man will ja auch Zeit für sie haben und muss mit hinsehen.“

Von Kristin Engel

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