Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Oschatz In der Region Oschatz gute Chancen für Lehrlinge in der Landwirtschaft
Region Oschatz In der Region Oschatz gute Chancen für Lehrlinge in der Landwirtschaft
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:03 15.07.2016
Zum Ausruhen im riesigen Rad seines Traktors hat Azubi Tobias Roßbrich nur selten Zeit – meist geht es während der Lehre rund. Quelle: Dirk Hunger
Anzeige
Oschatz/Wermsdorf

Wer bei dem Beruf „Landwirt“ nur Traktor fahren vor Augen hat, sieht nur einen kleinen Teil des vielseitigen Tätigkeitsfeldes mit den unterschiedlichen wirtschaftlichen, technischen, natürlichen und individuellen Bereichen.

Denn die Landwirte müssen auch Bescheid wissen über die Saatgutauswahl und die maschinellen Bodenbewirtschaftung. Die Ernte muss eingebracht, erhalten und das Erntegut verkauft werden. Kosten müssen kalkuliert werden und ein grüner Daumen für die Landschaftspflege kann hier nicht schaden. Auch der 18-Jährige Tobias Roßbrich aus Merkwitz hat sich von diesem abwechslungsreichen Arbeitsfeld begeistern lassen.

Bald hat er sein zweites Lehrjahr bei der Agrargenossenschaft Altoschatz Merkwitz absolviert und sieht gespannt dem nächsten entgegen. Hier haben aktuell zwei Lehrlinge aus dem dritten Lehrjahr ihre Prüfung erfolgreich absolviert.

Schulgesellschaft vermittelt benachteiligte Jugendliche

„Zudem haben wir zur Zeit einen Lehrling, der nun ins zweite Lehrjahr kommt und über die ASG Oschatz zu uns vermittelt wurde. Dieser absolviert bei uns im Betrieb seinen praktischen Teil“, sagt Udo Morstein, Vorstandsvorsitzender der Agrargenossenschaft. Die ASG Oschatz, also die Anerkannte Schulgesellschaft, vermittelt als Bildungsträger unter anderem im Landkreisen Nordsachsen sozial benachteiligte und lernbeeinträchtigte beziehungsweise lernbehinderte Jugendliche und junge Erwachsene, um sie bei der Berufsvorbereitung und Berufsausbildung zu unterstützen.

Auch für das kommende Lehrjahr wurde bereits ein Ausbildungsvertrag mit einem Jugendlichen aus der Region in der Agrargenossenschaft Altoschatz-Merkwitz abgeschlossen. In der kommenden Woche wird der Landwirtschaftsbetrieb zudem von einem Schüler unterstützt, der eine Woche auf Probe arbeiten möchte, um 2017 eventuell auch hier seine Ausbildung zu absolvieren.

Günstig für effektives Lernen ist die Besetzung mit maximal einem Lehrling pro Jahr. Dabei schauen sich die Jüngeren viel von den Älteren ab.

Betriebe wünschen sich ausreichend Nachwuchs

„Auch um uns macht der demografische Wandel keinen Bogen. Deshalb wünschen wir uns für die Zukunft viele Jugendliche, die den Weg in die Landwirtschaft finden und eine mögliche Ausbildung als Landwirt, Fachkraft für Agrarservice oder Landwirtschaftswerker anstreben“, sagt Udo Morstein.

Etwas anders sieht es hingegen im Landwirschaftsbetrieb von Martin Umhau aus Oschatz aus. Hier werden keine Lehrlinge ausgebildet. „Wir haben uns stark auf den Ackerbau spezialisiert. Dabei gibt es nicht so viele Tätigkeitsfelder für Azubis. Die Bedienung der Maschinen verlangt nach Profis. Es gibt bessere Betriebe als unseren für eine Ausbildungsstelle.

Natürlich könnte auch bei uns ein Auszubildender vieles lernen, doch es ist für uns schwierig, einen Lehrling einzugliedern. Dann sind Betriebe mit mehreren Mitarbeitern eher prädestiniert als unserer mit drei Mitarbeitern“, so Martin Umhau.

Zwei Azubis sind auf dem Biohof Wermsdorf

Zwei Lehrlinge unterstützen aktuell den Biohof Paulsen in Wermsdorf. Sie befinden sich im dritten und ersten Lehrjahr. „Unser Lehrling aus dem dritten Jahr hat sich dafür entschieden, die Prüfung noch nicht abzulegen und noch ein halbes Jahr zu verlängern, da er für sein Studium, das er im Anschluss angehen möchte, noch eine längere Praxis benötigt. Würde er nicht studieren wollen, hätten wir ihn sicherlich auch übernommen“, sagt Jana Paulsen.

Zwei Bewerber für Lehrstellen gibt es bereits für das nächste Jahr. Beide machen jedoch zuerst ein freiwilliges ökologisches Jahr auf dem Biohof. „Wenn sie hier ihr Können unter Beweis gestellt haben, bilden wir sie auch gerne aus. Oft ist jedoch das Problem, auch gute Lehrlinge zu finden. Wir hatten schon sehr gute, aber auch sehr schlechte Lehrlinge bei uns“, bedauert Jana Paulsen. Mehr als zwei Auszubildende wollen sie jedoch nicht auf dem Biohof betreuen. „Man will ja auch Zeit für sie haben und muss mit hinsehen.“

Von Kristin Engel

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Der Sommer ist die wichtigste Wachstumszeit für die Fische in den Teichen der Region rund um Wermsdorf. Allerdings droht der Kormoran die Bestände zu dezimieren. Dieses Jahr sind deutlich mehr Vögel auf Raubzug an den Teichen der Region. Die Fischer sind machtlos.

15.07.2016

Klein aber fein: In drei Wochen geht das Musikfestival Nachtdigital im Bungalowdorf Olganitz über die Bühne. Die auf 3000 begrenzte Zahl von Eintrittskarten sind bereits seit Monaten ausverkauft. Wie in den Vorjahren werden auch an diesem ersten Augustwochenende wieder Festivalbesucher aus ganz Europa erwartet.

14.07.2016

Oschatz spart sich vorerst 12000 Euro für die Beschäftigung eines Integrationsbeauftragten. Den Beschluss über die Ausschreibung einer solchen Stelle nahmen die Stadträte jetzt wieder zurück. Gründe für diese Entscheidung sind unter anderem der gekürzte Bewilligungszeitraum und die rückläufigen Flüchtlingszahlen.

14.07.2016
Anzeige