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Oschatz Initiativgruppe fordert Radwegeausbau am Mügelner Autobahnzubringer
Region Oschatz Initiativgruppe fordert Radwegeausbau am Mügelner Autobahnzubringer
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06:00 23.06.2017
Mirko Wadewitz, Marion Schubert und Holger Schilke (von links) gehören der neu gegründeten Initiativgruppe „Radweg S 31“ an. Quelle: Foto: Bärbel Schumann
Neusornzig

Marion Schubert aus Neusornzig erinnert sich gern daran, als sie in den letzten Jahren ihrer Schulzeit mit dem Rad nach Mügeln zur Schule oder im Sommer ins Stadtbad fuhr. Der Unterschied zu heute: Wegen des stark gestiegenen Verkehrsaufkommens auf dem Autobahnzubringer zwischen Mügeln und der Kreisgrenze zu Mittelsachsen ist das Radfahren auf der ausgebauten Strecke lebensgefährlich geworden. „Schon auf dem kleinen Stück zwischen unserem Grundstück und der Schule muss man Angst haben. Ich kann alle verstehen, die einen Radweg fordern“, sagt die Lehrerin.

Und nicht nur auf dem Abschnitt von der Kreisgrenze bis nach Mügeln fehle ein Radweg. Der werde auch entlang der Staatsstraße 31 gebraucht. Deshalb hat sie sich mit Initiatoren wie Holger Schilke, Mitgliedern der Natur- und Umweltgruppe Mügeln, mit Eltern wie Mirko Wadewitz, den Leißners aus Lichteneichen oder dem Umweltverein Grüne Welle sowie der Evangelischen Grundschule Apfelbaum und der Evangelischen Werkschule Naundorf zu einer Initiativgruppe „Radweg S 31“ zusammengeschlossen. Insgesamt elf Vereine, Privatpersonen und Einrichtungen haben sich hier gefunden, um einen Rad- und Fußweg zu fordern.

Die Initiatoren haben es satt, dass über den Radweg seit Jahren geredet wird, aber nichts geschieht. Nun sammelt die Initiativgruppe Unterschriften. Mirko Wadewitz erklärt: „Auf der Ausbaustrecke der S 31 zwischen dem Autobahnanschluss Leisnig/Mügeln und der Ortslage Naundorf sind seit Fertigstellung wesentlich höhere Geschwindigkeiten, ein erheblich höheres Verkehrsaufkommen sowie deutlich mehr Schwerlaster festzustellen. Es fehlt hier ein straßenbegleitender Rad- und Fußweg. All das führt zu einer extremen Gefährdung – teils noch durch die vorhandenen Leitplanken erschwert – von Radfahrern, Schülern, Fußgängern, welche auf diese Straßenverbindung angewiesen sind.“

Warum die Initiatoren gerade jetzt ihre Aktion starten, begründen sie mit der Idee, dass im Freistaat derzeit Fördergelder nicht genutzt würden und verfielen. Darunter sei auch Geld für den Ausbau von Radwegen.

Der Kemmlitzer Holger Schilke ist überzeugt, dass es nachträglich möglich sei, einen Rad- und Fußweg an der S 31 zu realisieren, da der Freistaat Sachsen Baulastträger beim Ausbau der Straße war. Eine Förderung im Rahmen der Verkehrsinfrastruktur könnte zum Beispiel möglich sein. Doch bislang sehe der Freistaat keinen Bedarf. Das widerspreche jedoch der Realität. Alle Initiatoren wurden in ihrem Engagement kürzlich durch öffentliche Äußerungen von Bundeskanzlerin Angela Merkel gestärkt, dass Radfahren gefördert werden müsse.

In kurzer Zeit konnten die Akteure in Neusornzig bei einem Fest 136 Unterschriften für den Ausbau eines Rad- und Fußweges sammeln. Anwohner unterschrieben gleichermaßen wie Eltern von Grundschülern. Eine weitere Aktion fand an der Naundorfer Evangelischen Werkschule statt. „Wir haben aber auch Unterschriftenlisten in Mügelner Geschäften und Betrieben ausliegen. Wer will, kann uns unterstützen – mit einer Unterschrift oder auch finanziell“, sagt Mirko Wadewitz. „Um auf unser Anliegen wirksam aufmerksam zu machen“, so Marion Schubert, sei am 25. August ein „Radeln für den Radweg“ geplant. Start ist 14 Uhr an der Neusornziger Grundschule „Auf der Höhe“. Ziel ist das Mügelner Stadtbad. Die Initiatoren hoffen, dass sich ganz viele Menschen daran beteiligen. Traurig sei, dass die Hortkinder in den Sommerferien nicht mit dem Rad einfach in das Stadtbad fahren oder zu Fuß gehen könnten, weil das zu gefährlich sei. Eine Lösung gibt es: Fahrt mit dem extra georderten Bus auf einer Strecke von rund zwei Kilometern Länge auf der S 31. Das klingt fast wie ein Schildbürgerstreich.

Von Bärbel Schumann

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