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Oschatz Ins Schloss Hubertusburg fließen 990000 Euro
Region Oschatz Ins Schloss Hubertusburg fließen 990000 Euro
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15:37 05.09.2012

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Von Jana Brechlin

Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden werden dann auf 430 Quadratmetern Porzellan, Elfenbeinschnitzereien, Jagdwaffen oder Gemälde präsentieren. Ein Parkettpodest oder Seiden bespannte Stellwände sollen dabei den Hauch von Luxus vermitteln, den sich der sächsische Hof unter August III. auf Hubertusburg leistete.

Ansonsten sollen die insgesamt sechs Ausstellungsräume im ersten Obergeschoss durchaus mit "marodem Charme" glänzen, sagt Petra Förster vom Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement, der die Bauarbeiten betreut. "Im Schloss wurde schließlich nur 40 Jahre höfisch gelebt, dann folgte die Plünderung am Ende des Siebenjährigen Krieges, und später gab es ganz unterschiedliche Nutzungen als Lazarett, Keramikwerkstatt oder Krankenhaus etwa", beschreibt sie. Deshalb werde man nun auch keinen perfekten Zustand für die Sonderausstellung abliefern, vielmehr sollen Besucher die Spuren der Geschichte an den Wänden sehen können. Bisher saniert sind lediglich der mit großen Spiegeln geschmückte Ovalsaal im Zentrum der Beletage, der Vorraum sowie die Kapelle St. Hubertus.

Die Bauarbeiten in den künftigen Ausstellungsräumen sind dementsprechend umfangreich: Balken werden ausgetauscht, Decken erneuert, Fußböden repariert, Brandschutz- und Sicherheitstechnik installiert. Längst zugemauerte Türen werden wieder geöffnet, und knapp fünf Meter hohe Räume sollen die alte, opulente Großzügigkeit des Schlosses erlebbar machen. Außerdem wird ein Aufzug für gehbehinderte Besucher eingebaut. Ende April schließlich soll die Ausstellung eröffnet werden. Petra Förster legt aber Wert darauf, dass die neu hergerichteten Räume auch nach dem Ende der Sonderschau im Oktober 2013 nutzbar sind. "Die Elektrik wird auf einem Schienensystem installiert, was eine flexible Nutzung möglich macht. Alles, was wir jetzt schaffen, soll nachhaltig sein", betont sie.

Dabei sind die sechs neuen Räume im Obergeschoss des Südflügels nur ein Bruchteil des gesamten Schlossgebäudes. "Das wird trotzdem Eindruck machen", ist Frank Kupfer überzeugt. Der Staatsminister (CDU) aus Oschatz ist Mitglied im Freundeskreis Schloss Hubertusburg. Ein Verein, der sich um die Erhaltung und Nutzung der riesigen Anlage müht. Kupfer leitet den Koordinierungskreis, in dem Vereine, Kommune, Staatsbetrieb, Landesbühnen und Kunstsammlungen zusammenkommen. "Die Veranstaltungen nächstes Jahr werden vergleichbar mit der Landesausstellung in Torgau." Damit werde man endlich der Bedeutung des Friedensschlusses gerecht: "Der Hubertusburger Frieden hat 1763 den Siebenjährigen Krieg - den eigentlichen Ersten Weltkrieg in der Geschichte - beendet. Das war hier, in Wermsdorf, vor unserer Haustür", so Kupfer nachdrücklich.

Damit möglichst viele Gäste ins Schloss kommen, soll es einen Bus geben, der ganze Klassen vor der Schultür abholt. Mit dem Kultusministerium laufen Gespräche, das geschichtsträchtige Ereignis in bestimmten Klassenstufen nächstes Jahr zum Themenschwerpunkt zu machen. Außerdem plane man Angebote für Touristiker, zählt Frank Kupfer auf.

Auf viele Besucher hoffen auch die Landesbühnen Sachsens, die sich 2013 mit einem Programm in Wermsdorf engagieren werden. Mit verschiedenen Opernaufführungen - das Barockstück "Pyramus and Thisbe" wird in Wermsdorf im Februar seine Premiere erleben - wird ebenfalls an die Hochzeit des Schlosserbens angeknüpft: Seit 1741 besaß Hubertusburg ein eigenes Opernhaus, wo vor allem Kompositionen des sächsischen Hofkapellmeisters Johann Adolf Haase aufgeführt wurden. "Wermsdorf liegt natürlich sehr weit ab vom regulären Schuss, ist aber dennoch ein attraktiver Spielort", so das Urteil von Chefdramaturg Dr. Karl-Hans Möller. Aufgabe der Landesbühnen sei es, mit dem Ensemble dorthin zu gehen, wo es sonst keine festen Spielstätten gibt.

4. Hubertusburger Friedensgespräche

Im Vorjahr des Jubiläums finden vom 21. bis 23. September 2012 in Wermsdorf die 4. Hubertusburger Friedensgespräche statt. Veranstalter ist der Freundeskreis Schloss Hubertusburg. Es gibt Vorträge von Wissenschaftlern, Konzerte und Gesprächsrunden. Eröffnet wird die Veranstaltung am 21. September, um 12 Uhr im Ovalsaal des Schlosses mit der Verleihung des Jugendfriedenspreises.

Das ganze Programm sowie die Möglichkeit zur Anmeldung im Internet unter www. freundeskreis-hubertusburg.de

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