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Insolvenzverwalter sieht gute Sanierungschancen für Mügelner Unternehmen

Ruka Ofenkeramik Insolvenzverwalter sieht gute Sanierungschancen für Mügelner Unternehmen

Am 1. März hat das Amtsgericht Korbach das Insolvenzverfahren über die Ruka Ofenfabrik und Zubehör GmbH eröffnet. Den Antrag dazu hatte Geschäftsführer Uwe Störmer am 2. Januar gestellt. Betroffen sind insgesamt 60 Mitarbeiter am Hauptsitz Korbach und in Mügeln.

Die Ruka Ofenkeramik durchlebt schwere Zeiten. Nach dem Brand im September 2015 ist nun ein Insolvenzverfahren zu überstehen.

Quelle: Sven Bartsch

Mügeln. Der Frankfurter Rechtsanwalt Hartmut H. Mitze ist optimistisch. „Chancen auf Sanierung stehen gut“ lautet die Überschrift der Pressemitteilung, die der vorläufige Insolvenzverwalter der Ruka Ofenkeramik und Zubehör GmbH Ende vergangener Woche verschickt hat.

Ruka-Geschäftsführer Uwe Störmer hatte den Insolvenzantrag bereits am 2. Januar am Amtsgericht Korbach, wo sich der Hauptsitz der Firma befindet, gestellt. Wie der Insolvenzverwalter mitteilt, habe bereits nach diesem Schritt eine Mitarbeiterversammlung stattgefunden, bei der über die Lage informiert worden sei. „ Die Belegschaft hat bereits zu diesem Zeitpunkt die Unterstützung des Sanierungsbemühens signalisiert und ihr Engagement zugesichert, was in den letzten Wochen eindrucksvoll unter Beweis gestellt wurde“, teilt der Frankfurter Anwalt mit.

In dieser Phase hätten die Mitarbeiter ihre Löhne und Gehälter von der zuständigen Agentur für Arbeit als Insolvenzgeld erhalten. Mit der Eröffnung des Verfahrens am 1. März würden die Gehaltszahlungen direkt aus der Insolvenzmasse erfolgen. Derzeit wird, wie von Mitarbeitern zu erfahren war, sogar am Wochenende gearbeitet, um Aufträge pünktlich abzuarbeiten.

Bereits im 2. Halbjahr 2016 hatten sich die Anzeichen dafür gemehrt, dass das Unternehmen auf eine Insolvenz zusteuert. Der Hersteller von Keramik für den Ofenbau bekam, so Eingeweihte, Material für die Produktion nur noch gegen Vorkasse oder Barzahlung geliefert. Zudem wurde der in Aussicht gestellte Wiederaufbau der Lagergebäude nach dem Brand im September 2015 nicht realisiert. Ein durch Altersruhestand bei langjährigen Stammmitarbeitern verursachter Personalmangel wurde nur durch neue Mitarbeiter ersetzt, deren Anstellung über die Arbeitsagentur gefördert wurde.

Durch die Firmenleitung werde zudem versucht, für Zeiten ohne Absatz Kurzarbeitergeld zu beantragen. Nach Informationen aus anderen Kreisen soll dies aber nicht möglich gewesen sein, da die Ruka bereits zu einem früheren Zeitpunkt eine solche Unterstützung genutzt haben soll. Der Zeitraum von damals bis heute reiche nicht aus, um abermals eine solche Lösung für eine Übergangszeit nutzen zu können.

Für Mügelns Bürgermeister Johannes Ecke wäre es traurig, wenn ein traditionelles Unternehmen schließen müsste. „Im Werk arbeiten über 50 Mitarbeiter. Schlimm, wenn sie keine Arbeit mehr hätten“, so Ecke. Der Bürgermeister hofft, dass sich ein Interessent findet oder eine Nachfolgegesellschaft gegründet wird, die Arbeitsplätze erhält und verhindert, dass eine Industriebrache entsteht. „Ich bin mir aber sicher, dass eine solche Lösung meist bedeutet, dass nicht alle Arbeitsplätze fortbestehen können“, sagte Johannes Ecke.

Wie der vorläufige Insolvenzverwalter Hartmut H. Mitze mitteilt, hat ein Einbruch der Umsätze im letzten Quartal 2016 dazu geführt, dass die Ruka den bestehenden Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen konnte und den Insolvenzantrag stellte. Mittlerweile habe sich die Auftragslage wieder stabilisiert, so dass sich gute Möglichkeiten einer Sanierung des am Markt gut eingeführten Unternehmens abzeichnen würden. „Der Geschäftsbetrieb der Ruka wird daher mit dem Zweck der Sanierung vollumfänglich aufrechterhalten und auf Rechnung der Insolvenzmasse fortgeführt“, teilt der Frankfurter Anwalt mit. Er betont, dass sowohl vorliegende als auch neu erteilte Aufträge der Kunden weiterhin kurzfristig und zuverlässig durch das Unternehmen ausgeführt würden.

Außerdem seien bereits „Erfolg versprechende Gespräche mit möglichen Investoren geführt worden.“ Deshalb könne derzeit davon ausgegangen werden, dass die Sanierungsphase bis zum Ende des zweiten Quartals 2017 abgeschlossen sein wird.

Seit Ende des 19. Jahrhunderts wird in Mügeln Ofenkeramik hergestellt. Anfang der 1990-er Jahre galt das Mügelner Kachelwerk als das größte in der Bundesrepublik und wurde schließlich durch die Treuhand vermarktet.

Von Axel Kaminski und Bärbel Schumann

Mügeln 51.2364187 13.045206
Mügeln
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