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Oschatz Investition in Oschatzer Klärwerk wird teurer
Region Oschatz Investition in Oschatzer Klärwerk wird teurer
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00:34 18.05.2018
Beim Rundgang über die Kläranlage Oschatz erläutert Andreas Bonse vom Abwasserverband Untere Döllnitz Kindern die Funktion der Rechenanlage. Quelle: Foto: Christian Kunze
Oschatz

Die Auslastung der Bauunternehmen und die damit verbundene Kostenexplosion bekommt jetzt auch der Abwasserverband Untere Döllnitz zu spüren. Die Investitionen in eine neue Rechenanlage im Klärwerk Oschatz werden teurer, verzögern sich und können nicht so umgesetzt werden wie geplant.

Mobiler Rechen als Übergangslösung

Zur jüngsten Verbandsversammlung stand die Vergabe für die Ertüchtigung des Rechens auf der Tagesordnung, der feste und flüssige Bestandteile des Abwassers voneinander trennt. Diese Erneuerung hatte der Verband schon einmal erfolglos im Paket ausgeschrieben. Im zweiten Anlauf wurden drei Leistungen separat ausgeschrieben. Für den ersten Teil, die Erneuerung des kompletten Rechens samt Gerinne, signalisierten drei Firmen Interesse, ein Unternehmen gab letztlich ein Angebot ab. Zusätzlich fragte der Verband die Bereitstellung einer mobilen Rechenanlage ab, die in der Zeit des Umbaus zum Einsatz kommen soll.

Investition kann nicht aufgeschoben werden

Beauftragt wurde nach einer Wirtschaftlichkeitsprüfung die bietende Umwelttechnik&Wasserbau GmbH mit Sitz in Halle und einer Niederlassung in Leipzig. Kostenpunkt dieser Teilmaßnahme: reichlich 500 000 Euro. Darin enthalten sind Preissteigerungen, die im Schnitt 60 Prozent über den Kostenschätzungen liegen. Vereinzelt weichen Preise sogar um 300 Prozent von den angenommenen Werten ab, so Verbandsgeschäftsführer Frank Streubel. „Wir sind gezwungen, diesen Brocken hinzunehmen, wir stehen mit dem Rücken an der Wand“, antwortete Verbandsvorsitzender Andreas Kretschmar auf die Frage des Verbandsrats Frank Schneider, ob man die Erneuerung nicht ins Jahr 2019 verschieben könnte. „Der Rechen ist verschlissen, wir müssen investieren. Wenn wir jetzt nicht handeln, zahlen wir bald für die Reparaturen“, so der Vorsitzende.

Vergabe teilweise aufgehoben

Beim zweiten Los, das Stahlbau- und Korrosionsschutzarbeiten umfasst und im wesentlichen die Erneuerung der äußeren Hülle der Rechenanlage bedeutet, folgten die Verbandsräte dem Vorschlag des Verbandes, die Vergabe endgültig aufzugeben. Grund dafür ist, dass erst im dritten Anlauf für diese Leistung überhaupt ein Angebot einging und geprüft werden konnte. Es stellte sich jedoch als unwirtschaftlich heraus. „Wir haben, gemeinsam mit dem beauftragten Ingenieurbüro, eine Summe von reichlich 65 000 Euro errechnet. Das Angebot summierte sich aufgrund nicht nachvollziehbarer Preissprünge allerdings auf eine Summe jenseits von 300 000 Euro. Diese Kosten stehen aber in keinem Verhältnis mehr zu den anvisierten Maßnahmen“, so Geschäftsführer Frank Streubel.

Technik in bewährter Hand

Das dritte Los konnte dagegen problemlos vergeben werden. Es beinhaltet die Ertüchtigung der integrierten und notwendigen elektronischen Mess-, Steuerung- und Regeltechnik (EMSR). Diese obliegt seit jeher der Firma Aquatec Reuter mit Sitz im Gewerbegebiet Liebschützberg. „Das Unternehmen ist mit den Gegebenheiten der Technik vertraut, die Mitarbeiter sind als Partner gesetzt, weshalb auch keine weiteren Angebote abgefordert worden sind“, so Streubel. Die Erneuerung der EMSR-Technik schlägt mit knapp 49 000 Euro zu Buche.

Von Christian Kunze

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