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Jäger sichtet Wölfe bei Luppa

Wölfe Jäger sichtet Wölfe bei Luppa

Ein Jäger hat zwei Wölfe bei ihrem Streifzug in der Nähe von Luppa beobachtet. Morgens gegen 8.30 Uhr waren die Tiere im freien Gelände unterwegs, einer der Wölfe setzte dabei einem Reh nach, riss das Tier und ließ erst von der Ricke ab, nachdem der Jäger mit seinem Fahrzeug in der Nähe ankam.

Ein Jäger hat zwei Wölfe bei ihrem Streifzug in der Nähe von Luppa beobachtet (Symbolbild).

Quelle: dpa

Luppa. Für Tierliebhaber und Naturfotografen ist es eine seltene Gelegenheit, und auch Jäger Claus Schlittchen traf es völlig unvorbereitet: Bei einer Kontrollfahrt am Sonntagmorgen entdeckte der Luppaer zwei Wölfe auf ihrem Streifzug über Felder vor dem Ort. Schlittchen blieb an den Tieren dran und beobachtete sogar noch, wie eines der Tiere auf ein Reh ansetzte, es verfolgte und schließlich zu fassen bekam. Dann kam der Jäger dem Wolf mit seinem Fahrzeug offenbar zu nah – das Tier ließ von der Ricke ab und verschwand im Dickicht auf dem Spitzberg, knapp zwei Kilometer westlich vor dem Dorf. Mit seinen Jagdfreunden konnte Schlittchen anschließend nur noch Spuren sichern.

Von wegen nachtaktiv: Wolf zeigt sich am Tage

„Eigentlich sind Wölfe nachtaktive Tiere“, heißt es aus Jagdkreisen, „eigentlich“. Denn schließlich konnten die Tiere am Sonntagmorgen gegen 8.30 Uhr beobachtet werden – da war es bereits heller Tag. Dass Wölfe in der Region unterwegs sind, ist unstrittig. Schon 2013 bestätigte Giso Damer, Sachgebietsleiter der Unteren Naturschutzbehörde und Wolfsbeauftrager des Landkreises, dass die Tiere Gebiete wie die Dahlener Heide und den Wermsdorfer Wald durchstreifen. Für längere Aufenthalte gab es damals noch keine Nachweise. Die Luppaer Jäger gehen davon aus, dass sich das mittlerweile geändert hat: „Man merkt es am Verhalten des Rehwildes, dass die Wölfe schon länger hier sein müssen. Früher hat man viel häufiger Rehe am Waldrand und auf den Feldern gesehen. Jetzt sind die Tiere offenbar unruhig und zeigen sich seltener, selbst an bekannten Stellen“, hat Karl-Heinz Stephan beobachtet. Die Wölfe seien geschützt, hätten keine natürlichen Feinde und würden sich offenbar sicher fühlen. „Kein Wunder, dass die Tiere mittlerweile auch am Tag jagen“, so Stephan.

Die Jagdfreunde wie Claus Schlittchen, Rolf Kandler und Karl-Heinz Stephan haben am Sonntag an verschiedenen Stellen Spuren der Wölfe entdeckt: „Offenbar haben die Tiere den Weg vom Kuhberg genommen, bevor sie dann unterhalb des Hügels über das Feld gelaufen sind.“ Das alles geschah noch in Sichtweite vom Ortsrand. Im Raps unterhalb des Spitzbergs zeigen umgeknickte Pflanzen deutlich einen Pfad und eine Kuhle. „Hier hat sich die Ricke noch versucht zu verstecken, doch gegen den Wolf hatte das trächtige Tier keine Chance“, beschreiben die Jäger und zeigen Schleifspuren und Spuren des Haarkleides auf dem angrenzenden Feld. Als der Wolf schließlich vom Reh abließ, sicherten die Jäger das Tier und informierten den Wolfsbeauftragen. Eine Einschätzung der Situation gab es gestern noch nicht von dort.

Schon früher Spuren gesichtet

So selten die sonntägliche Beobachtung ist, war dies offenbar keine Premiere. Schon früher, so die Luppaer, seien Wölfe in der Nähe des Bahndammes zwischen Radegast und Meltewitz gesichtet worden. „Ein Nachweis ist immer schwierig, es gehört schon Glück dazu, die Tiere selbst zu sehen“, weiß Karl-Heinz Stephan. Dass selbst durchziehende Wölfe ohne festes Revier in der Region ihre Spuren hinterlassen, hat auch schon der Striesaer Schäfer Lothar Lippert erfahren müssen: Nachdem Schafe in seiner Herde gerissen wurden, rüstete er auf und schaffte noch stärkere Zäune sowie Pyrenäenhunde an.

In Sachsen ist längst ein Streit um den Wolf entbrannt. Während Naturschützer und Politiker die Rückkehr des Tieres als Erfolg und Zeichen intakter Wälder werten, drängen auf der anderen Seite geschädigte Tierhalter und Teile der Jägerschaft darauf, eine festgelegte Zahl der Tiere zum Abschuss freizugeben.

Von Jana Brechlin

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Luppa
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