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Jetzt geht es los: Baustart für Oschatzer Bahnhofssanierung

Investition Jetzt geht es los: Baustart für Oschatzer Bahnhofssanierung

Viele Jahre war der Oschatzer Bahnhof nur noch eine Ruine und in Privatbesitz. Im Frühjahr hat die Stadt Oschatz den Bahnhof erworben. Mit Fördermittel des Nahverkehrsraum Leipzig, soll für rund eine Million Euro das Objekt teilweise wieder hergestellt werden. Ende der vergangenen Woche haben die Arbeiten am Dach begonnen.

Am Oschatzer Bahnhof gehen jetzt die Bauarbeiten los.

Quelle: Dirk Hunger

Oschatz. Schmierereien an den Wänden, bergeweise Müll in den Räumen und Schwamm im Dachstuhl – der Oschatzer Bahnhof hat eine harte Nachwendezeit hinter sich. Jetzt dürfte es aber wieder aufwärts gehen mit dem Gebäude. Die Stadt hat den Bahnhof in kommunales Eigentum übernommen und will das Objekt auf Vordermann bringen. Seit Ende der vergangenen Woche ist nicht mehr zu übersehen, dass am Oschatzer Bahnhof gearbeitet wird.

Dabei haben es sich Stadtoberhaupt Andreas Kretschmar und der Stadtrat nicht leicht gemacht. Bevor der Kaufvertrag zu Jahresbeginn unterzeichnet wurde, gab es eine lange Überlegung, ob sich die Stadt die Sanierung und Vermarktung des Oschatzer Bahnhofes tatsächlich auf die Fahnen schreiben sollte. „Wollen wir unseren Bahnhof, das Erste, was der Ankommende von Oschatz sieht, weiter verfallen lassen? Der Menschenverstand sagt, dass sich die Deutsche Bahn darum zu kümmern hat, denn nur die Bahn selbst bekommt die Einnahmen aus dem Fahrkartenverkauf. Jedoch hat sie unseren Bahnhof vor einigen Jahren schon an Investoren verkauft, die einen Investoren suchen, der einen Investor sucht und letztlich das große Geld macht“, so Oberbürgermeister Andreas Kretschmar im Januar 2015. Oschatz steht mit diesem Modell in Sachsen nicht allein da. Inzwischen gibt es im Freistaat mehrere Kommunen, die eine ähnlichen Weg gegangenen sind und in Eigenregie ihre Bahnhöfe vermarkten.

Mittlerweile sind die Würfel für die Kommunalisierung des Oschatzer Bahnhofsgebäudes gefallen, haben sich auch die Oschatzer Stadträte zu Gunsten des Gebäudes aus der Gründerzeit entschieden. Dabei war der Kauf des Objektes angesichts der Gebäudeschäden noch der kleinste Kraftaufwand. Das Objekt wurde für 30 000 Euro aus der Hand eines Investors gekauft, der bis dato keinen Cent in das Haus gesteckt hatte. Allerdings wurde der Kauf zu 90 Prozent durch den Zweckverband Nahverkehrsraum Leipzig gefördert.

Wesentlich mehr Geld wird die jetzt anstehende Notsanierung des Objektes kosten. Dabei geht es darum, das Objekt soweit herzurichten, dass es ohne weiteren Schaden zu nehmen, auf die weitere Vermarktung warten kann. Der geplante teilweise Umbau und die Sanierung beschränken sich auf das Dach, den mittleren Gebäudeteil und das Erdgeschoss des Westturms. Ausgenommen ist der Mittelteil des Ensembles. Hier ist eine Komplettsanierung geplant, damit die Döllnitzbahn einen Fahrkartenverkauf und einen Gastroteil einrichten kann. Die Gesamtkosten belaufen sich auf knapp eine Million Euro, 112 600 Euro davon muss die Stadt aufbringen. Das Geld sollen Grundstücksverkäufe einspielen.

Für alle Gebäude, die später nicht von der Döllnitzbahn genutzt werden, ist eine wirtschaftliche Vermarktung geplant. Dafür sucht die Stadt noch Interessenten, die sich im Oschatzer Bahnhof einmieten wollen. Erst wenn hier eine machbare Nutzung feststeht, soll die Sanierung weitergeführt werden.

Von Hagen Rösner

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