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Oschatz Jugend schätzt Heimat und Familie
Region Oschatz Jugend schätzt Heimat und Familie
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16:47 12.06.2014

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Von Juliane Lange

"Doch mein Wunsch, dort leben zu wollen, wo ich groß geworden bin, in der Nähe meiner Familie, ist stärker."

Zu Hause, das ist für die Gymnasiastin Oschatz. Hier möchte sie, nachdem sie in diesen Tagen alle Prüfungen bestanden hat, ein FSJ, ein sogenanntes Freiwilliges Soziales Jahr absolvieren. "Am liebsten an der Grundschule ,Bücherwurm'. Dort habe ich bereits ein Praktikum gemacht", sagt Diel. Ein Jahr, "um zu schauen, ob die Arbeit mit den Kindern wirklich mein Ding ist".

Eine Ausnahme ist sie nicht. Dennoch steht fest: Fast die Hälfte aller Jugendlichen im Freistaat plant, ihren Heimatort zu verlassen. Dies geht aus dem jüngst veröffentlichten sächsischen Kinder- und Jugendbericht hervor. 47 Prozent sind sich demnach sicher, dass sie ihre Zukunft nicht dort verbringen, wo sie aufgewachsen sind. Lediglich etwas mehr als 23 Prozent werden bleiben. Alle anderen zeigen sich unentschlossen.

Nicht so Christopher Drechsler. Der 18-Jährige - gleichfalls Abiturient am Thomas-Mann-Gymnasium - hat klare Vorstellungen davon, welchen Weg er im Spätsommer einschlagen wird. "Ich beginne eine Ausbildung zum Kaufmann für Büromanagement am Flughafen Leipzig/Halle", so Drechsler. Großstadt zum Arbeiten ja. Doch leben will er hier - hier in seiner Heimat. "Ich werde täglich pendeln." Die Möglichkeiten, die eine Stadt wie Leipzig bietet, seien ungleich attraktiver als die hiesigen, das will er nicht leugnen. Doch auch ihm ist die Nähe zur Familie "enorm wichtig".

Für Clara Dademasch geht es nach den Semesterferien an die Fachhochschule der sächsischen Verwaltung in Meißen. "Weiter weg wollte ich nicht. Ich habe hier alles, was ich brauche", sagt die 18 Jahre alte Schülerin. Es stimmt also, wenn die Studie aufzeigt, dass sich rund 65 Prozent als "stark verbunden mit dem Wohnort" bezeichnen. Der Wegzug habe häufig ausschließlich pragmatische Gründe, klärt Timo Heym, einer der Autoren der Publikation, auf. So will etwa die Hälfte die Heimat verlassen, weil sie einen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz finden will.

Auch Cora Mayerhofer plant diesen Schritt. "Ich werde nicht in Oschatz bleiben. Mich reizt die Großstadt", verrät die 18-jährige Schülerin. Einen Ausbildungsplatz in der Gesundheits- und Krankenpflege hat sie bereits in der Tasche - in Leipzig. "Allein die Tatsache, wie man dort von A nach B kommt, ist viel leichter", zählt Mayerhofer einen der Vorteile in ihrer neuen Wahlheimat auf. So wie Cora werden es wohl auch die nachfolgenden Generationen halten, zumindest die Mehrheit von ihnen. Die Chancen, diesen Trend zu stoppen, bezeichnet Timo Heym als nicht besonders groß. "Das ist nicht aufhaltbar."

Juliane Lange

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