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Jugendhäuser rücken zusammen

Jugendhäuser rücken zusammen

Ab kommendem Jahr wird sich Einiges in der Oschatzer Jugendarbeit verändern. Denn aufgrund von Kürzungen bei den Fördermitteln können von bisher drei Stellen in der offenen Jugendarbeit ab Januar nur noch zwei finanziert werden.

Oschatz.

Das ist seit September bekannt, und auch eine Lösung für dieses Problem ist bereits gefunden und Ende November beschlossen worden. Wie dies künftig in der Praxis funktioniert, ist noch mit einigen Fragezeichen verbunden.

 

Eine Ausschreibung unter den drei freien Trägern der Jugendarbeit in Oschatz ergab, dass das E-Werk weiterhin für junge Menschen im Alter von 14 bis 27 Jahren verantwortlich ist. Das Freizeitzentrum (Freizi) in Zschöllau hingegen muss sich verändern, um weiterhin bestehen zu können.

 

Das "Grüne Sofa" treffen die Einsparungen am härtesten, das älteste Jugendhaus der Stadt muss zum Ende diesen Jahres schließen. In das Gebäude an der Lichtstraße wird dann das Freizi ziehen und nicht wie bisher Sechs- bis Zwölfjährige betreuen, sondern sich um die Altersgruppe der Zehn- bis 16-Jährigen kümmern. Damit nähert sich die Jugendeinrichtung vom Altersdurchschnitt dem E-Werk an. Die Kinder bis zum zehnten Lebensjahr werden nach der Schule grundsätzlich vom Hort betreut. Aber wenn eines von ihnen doch den Weg in die neuen Räume findet, ist es dort auch willkommen.

 

Die große Frage ist nun: Was ändert sich für die Kinder und Jugendlichen in Oschatz ab nächstem Jahr? In der Mühlberger Straße beginnt man langsam mit den Umzugsvorbereitungen, aber bis Ende 2013 stehen die Türen des Freizeitzentrums noch für alle Kinder und Jugendlichen offen. Dann ist erst einmal Pause. "Mit den Winterferien 2014 starten wir dann im neuen Objekt", sagt Martina Bachnick. "Seit knapp zehn Jahren sind wir hier im Haus, natürlich gehen wir mit einem weinenden Auge raus, aber es ist ja auch ein Neuanfang", so die Vorsitzende des Freizeitzentrums.

 

Besonders die größere Zentrumsnähe in der Lichtstraße, die durch den Umzug entsteht, empfindet sie als Gewinn. Aber natürlich muss auch viel zurück gelassen werden, wie zum Beispiel die liebevoll bemalten Wände des Welt- und Dschungelzimmers. Das vier mal acht Meter große Puzzle der Weltkugel, das sich auf dem Boden des "Come together"(Zusammenkommen)-Projektzimmers erstreckt, wird aber mit in die Umzugskisten gepackt. Ein Platz im neuen Domizil des Freizi soll ebenfalls für die Medienbibliothek gefunden werden. Dort lagert alles, was für die Durchführung der interkulturellen Projekte gebraucht wird - wie Bücher, CDs, Musikinstrumente und Kleidungsstücke von allen fünf Kontinenten.

 

Bisher haben die drei Oschatzer Jugendhäuser kaum zusammengearbeitet, doch das könnte sich durch die Neuordnung der Einrichtungen verbessern. Möglicherweise befruchtet die neue räumliche Nähe den Austausch der beiden verbleibenden Jugendhäuser. Sowohl Rico Weiße vom E-Werk als auch Martina Bachnick sehen gemeinsame Interessen und Potenzial für Kooperationen, da beide Häuser einen interkulturellen Ansatz verfolgen und ähnliche Ansprüche an ihre Arbeit stellen.

 

Bereits während der Herbstferien im Oktober hatten das soziokulturelle Zentrum E-Werk und das Freizi erfolgreich ein gemeinsames zweiwöchiges Programm gestaltet, an dem über 100 Kinder und Jugendliche teilgenommen hatten. "Das war die Generalprobe, ob beide Häuser auch gut zusammenarbeiten können", sagt Weiße. Er versucht, die Entwicklung positiv zu sehen. "Es ist für die Jugendarbeit in Oschatz gut, wenn deren Träger eng zusammenarbeiten und gemeinsame Angebote schaffen."

 

Mit dem "Grünen Sofa" seien wegen der unterschiedlichen Ausrichtung des Angebots kaum gemeinsame Projekte entstanden. Nun plane man künftig, sich mit dem Freizeitzentrum verstärkt zusammen zu organisieren. So könnten sich zum Beispiel die Fachkräfte gegenseitig unterstützen bei der Krankheits- oder Urlaubsvertretung, und es gibt die Überlegung, das Außengelände des E-Werks auch den jüngeren Besuchern des Freizeitzentrums zur Verfügung zu stellen.

Elisa Sonnenschein

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