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Jugendherberge Dahlen wird Flüchtlingsunterkunft

Flüchtlinge Jugendherberge Dahlen wird Flüchtlingsunterkunft

Die winterliche Betriebsruhe in der Jugendherberge Dahlen fällt in diesem Jahr aus. Das Haus wird zwei Monate lang Unterkunft für junge Flüchtlinge. Danach soll das Haus wieder für seinen ursprünglichen Zweck genutzt werden können. Wohin die jungen Flüchtlinge nach den zwei Monaten kommen, steht noch nicht fest.

Die Jugendherberge Dahlen (Archivbild)

Quelle: Dirk Hunger

Dahlen.  Seit drei Jahren schließt die Dahlener Jugendherberge im Januar und Februar ihre Pforten. Da in dieser Zeit bei Schulklassen die Nachfrage nach Aufenthalten in der Dahlener Heide gering ist und andere Gäste wie Chöre auf Probe oder Mediencamps andere Zeiten als den Januar und Februar bevorzugen, hat Leiterin Silvia Scholz die zweimonatige Betriebsruhe eingeführt. In diesem Jahr fällt sie aus, da die Herberge so genannte unbegleitete minderjährige Ausländer aufnimmt.

„Wer die Entwicklung der letzten Wochen und Monate beobachtet hat, kann nicht davon überrascht sein, dass unser Haus als Unterkunft benötigt wird“, sagt die Herbergsleiterin. In anderen Jugendherbergen seien schon längst junge Flüchtlinge eingezogen. Das hänge auch damit zusammen, dass diese Personengruppe nicht mehr nur in wenigen Großstädten Deutschlands zentral aufgenommen und betreut wird, sondern eine bundesweite Verteilung beschlossen wurde.

Silvia Scholz und ihr Team haben Erfahrung mit Gästen aus aller Welt. Bis Anfang Dezember waren hier Teilnehmer der Riesaer Tanzwochen sowie deren Betreuer untergebracht. „Wenn die jugendlichen Flüchtlinge bei uns eintreffen, sind wir aber nicht auf uns allein gestellt“, betont die Herbergsleiterin. Im Vertrag mit dem Landratsamt Nordsachsen stehe, dass hier Sozialarbeiter tätig werden – und eine Sicherheitsfirma.

Jugendherbergen sind nicht nur wegen ihrer Räume und Ausstattung für die Behörden interessant, die nach Unterbringungsmöglichkeiten für die allein hier angekommenen Jugendlichen suchen. „Das Deutsche Jugendherbergswerk ist ein anerkannter Träger der Jugendhilfe, kommt also für diese Aufgabe in Frage“, erläutert Silvia Scholz. Die Leiterin des Verbandes äußerte sich auf der DJH-Internetseite wie folgt: „Von den Behörden in Deutschland sind wir gefragt worden, ob wir Flüchtlinge aufnehmen können. Wir haben uns gern dazu bereit erklärt, schließlich haben Jugendherbergen eine gesamtgesellschaftliche Verantwortung. Das Deutsche Jugendherbergswerk fühlt sich verpflichtet, Menschen in Not zu helfen. Ich denke, wir können einen Beitrag leisten, um den Flüchtlingen ein Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit zu geben.“

Das DJH helfe im Rahmen seiner Möglichkeiten. Die sind im Falle Dahlens befristet. „Mir ist im Gespräch mit dem dem Dezernenten und Leiter des Hauptamtes des Landratsamtes Horst Winkler zugesichert worden, dass wir unseren touristischen Verpflichtungen im vollen Umfang nachkommen können“, unterstrich Silvia Scholz. Das heißt, vertraglich sei geregelt, dass nur im Januar und Februar ungebleitete minderjährige Ausländer in der Herberge untergebracht würden. „Wir sind dabei nur für die Unterbringung und das Bereitstellen der Mahlzeiten zuständig“, erklärt die Leiterin der touristischen Einrichtung. Sie habe am Erarbeiten der entsprechenden Konzeption mitgearbeitet. „Mir war es wichtig, dass die bei uns auch vorhandenen Sechs- und Acht-Bett-Zimmer nicht komplett belegt werden“, betont Silvia Scholz. Das würde bei Klassenfahrten funktionieren, wäre aber problematisch, wenn einander fremde Jugendliche auf so engem Raum mehrere Wochen miteinander leben müssten. Deshalb würden die Kapazität des Haupthauses mit seinen Betten nicht ausgeschöpft. Es solle mit maximal 40 Flüchtlingen belegt werden. Eine Nutzung der nicht beheizbaren Zimmer im Außengelände verbiete sich von selbst.

Mit der Agentur für Arbeit stehe Silvia Scholz im Kontakt, um kurzfristig Austauschpersonal zu bekommen. Da ursprünglich Betriebsruhe sein sollte, hätte der ein oder andere Mitarbeiter Urlaub geplant, der schon lange bewilligt sei. Daran ändere die neue Situation nichts. Aber die Zusammenarbeit mit dem Amt sei sehr konstruktiv.

Von Axel Kaminski

Dahlen 51.362229 12.995867
Dahlen
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