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Jugendherbergswerk zieht sich aus Dahlen zurück

Ab 2018 geschlossen Jugendherbergswerk zieht sich aus Dahlen zurück

Die Dahlener Jugendherberge ist ein städtisches Gebäude. Der Landesverband Sachsen des Deutschen Jugendherbergswerkes nutzt das Haus auf Basis eines 1993 geschlossenen Vertrages. Dieser war bis zum 31. Dezember 2017 befristet und läuft tatsächlich zum Jahresende aus.

Im Juli 2014 gibt es noch Grund zum Feiern: Herbergsleiterin Silvia Scholz (r.) stößt mit ihrem Strehlaer Kollegen Wolfgang Müller und Dr. Katharina Sparrer, Geschäftsführerin des Tourismusverbandes Sächsisches Burgen und Heideland, auf das 75-jährige Bestehen der Herberge Dahlen an.

Quelle: Archiv Dirk Hunger

Dahlen. Nun ist es offiziell: Nachdem Gespräche im Frühjahr und Frühsommer diese Tendenz zeigten, verlangte Bürgermeister Matthias Löwe (WHD) vom Betreiber der Jugendherberge in der Heidestadt eine schriftliche Aussage zur Zukunft der Einrichtung. Diese liege seit dem 17. August auf dem Tisch, informierte er am Donnerstag den Stadtrat. Danach läuft der 1993 geschlossene Vertrag fristgemäß Ende 2017 aus.

Als Grund habe der Vorstand des Landesverbandes Sachsen des Deutschen Jugendherbergswerkes wirtschaftliche Gründe und brandschutztechnische Mängel genannt. Auf Nachfrage der Oschatzer Allgemeinen geht der Vorstandsvorsitzende Alexander Ladwig ins Detail: „Eine eigenständige wirtschaftliche Tragbarkeit des Hauses (war) in den vergangenen Jahren nicht gegeben. Das Haus wurde jährlich durch die anderen Häuser des Landesverbandes mit einem hohen fünfstelligen Betrag quersubventioniert. Da der Landesverband zwar ein gemeinnütziger Verein jedoch ... keine Körperschaft öffentlichen Rechts ist und demnach keinerlei institutionelle Förderung erhält, ist diese Art der Aufrechterhaltung von Häusern im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung des Gesamtverbandes ... leider nicht mehr möglich“.

Kein Vertrauensverhältnis

Matthias Löwe indes stört sich an der Art und Weise, wie diese Entscheidung getroffen wurde. Dass es keinen Schulterschluss zwischen Stadt und Herbergsbetreiber gibt, wurde schon Ende vergangenen Jahres deutlich. Damals wurde die Stadt als Eigentümerin lediglich über die geplante Unterbringung unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge informiert.

Bei der Begehung vor dieser Nutzung seien die brandschutztechnischen Mängel zur Sprache gekommen. Aber erst vor Wiederaufnahme des „normalen“ Herbergsbetriebes Anfang März, bei einem Termin mit dem Bauordnungsamt des Landkreises, habe der Bürgermeister Kenntnis über ein vom Herbergswerk in Auftrag gegebenes Gutachten zu Fragen des Brandschutzes erhalten. Dieses stammte bereits aus dem Jahr 2000. „Trotzdem es jährlich Gespräche mit dem damaligen Vorsitzenden des Landesvorstandes Thomas Müller gab, kam dieses Dokument nie zur Sprache“, betonte der Bürgermeister in der Ratssitzung. In dieser Zeit hätte man gemeinsam daran gehen können, die Mängel abzustellen.

Der Verband habe die Stadt über seine Absichten im Unklaren gelassen. So habe man noch 2016 für zirka 50 000 Euro eine Rettungstreppe gekauft und montieren lassen, sowie Zwischenwände und Brandschutztüren zur Sicherung des Treppenhauses im Gebäude als Rettungsweg einbauen lassen. Im Rahmen des Programmes „Brücken in die Zukunft“ habe die Stadt den Bau einer Stahltreppe als zweiten Rettungsweg geplant. Angesichts der seit 2000 im Gutachten festgestellten Mängel stellt der Bürgermeister fest, dass das Herbergswerk seine Gäste möglicherweise vorsätzlich einer Gefahr ausgesetzt hat.

Zu den Kosten der Brandschutzauflagen heißt es aus dem Landesverband: „....die nachhaltige Umsetzung der ... Brandschutzanforderungen stehen mit einem Kostenanfall mindestens im hohen siebenstelligen Bereich zu Buche“.

Steve Klose (WHD) der an den Gesprächen in diesem Jahr teilgenommen hatte, schilderte seinen Eindruck davon so: „Das Herbergswerk hatte keine Lust, über ein Konzept zum Weiterbetrieb nachzudenken oder Geld zu investieren“. Der Verband habe der Stadt Wissen vorenthalten. Das sei Betrug. Stadtrat Karl-Heinz Trudel (UBG) forderte, über die Zukunft des Hauses nachzudenken. „Das ist jetzt unsere Aufgabe“, betonte er.

Von Axel Kaminski

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