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Oschatz Jugendliche Flüchtlinge jetzt in Olganitz
Region Oschatz Jugendliche Flüchtlinge jetzt in Olganitz
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12:49 26.02.2018
Filimon (r.) und Kedir aus Eritrea haben zur Eröffnung Slsi gekocht, ein Tomaten-Reis-Gericht aus ihrer Heimat. Das probieren auch Landrat Kai Emanuel (l.) sowie die Bürgermeister Matthias Müller und Christiane Gürth (Mitte).
Olganitz

Die Neuen sind da: Nachdem in den vergangenen Monaten im Cavertitzer Ortsteil Olganitz neben dem Schullandheim im Dorf eine neue Unterkunft entstanden ist, leben seit dem Wochenende jetzt auch zwölf minderjährige Flüchtlinge dort. Am Freitag wurde die Wohngruppe Heideblick offiziell eröffnet. Dafür hatte das Bildungs- und Sozialwerk Muldental (BSW), das Träger von Schullandheim und Flüchtlingsbetreuung ist, einen Erweiterungsbau errichten lassen – mit der Maßgabe, dass das Objekt auch anschließend von Schulklassen, Vereinen oder Familien für Aufenthalte gemietet werden kann.

Für 480 000 Euro ist im Ortskern ein modernes Holzhaus mit Zweibettzimmern, Küche, Sanitär- und Aufenthaltsräumen entstanden. Möglich wurde der Bau durch Fördergelder des Landes Sachsen. BSW-Geschäftsführer Christian Kamprad sagte, er wünsche sich, dass ein guter Geist im Haus einzieht: „Wir sind hier mitten in der Nachbarschaft. Es wird jetzt unsere Aufgabe sein, uns fest in die Dorfgemeinschaft zu integrieren.“ Bisher sei es noch nicht gelungen, alle Bedenken und Sorgen zu zerstreuen, räumte er ein.

Die Olganitzer Einwohner hatten bereits schon vor dem Einzug der Jugendlichen Gelegenheit, das Haus zu besichtigen. Dabei wurden, wie öfter in den vergangenen Monaten, Zweifel an der Entscheidung geäußert, die jungen Flüchtlinge in dem kleinen Heidedorf unterzubringen. Das weiß auch die Cavertitzer Bürgermeisterin Christiane Gürth, die auf einen fairen Umgang auf beiden Seiten setzt: „Ich wünsche mir ein offenes und gutes Miteinander sowie Verständnis für die Sorgen und Nöten aller, damit die Jugendlichen hier einen guten Start haben“, sagte sie. Man dürfe nicht vergessen, dass diese ohne ihre Eltern in einem für sie noch fremden Land angekommen seien. „Hinter jedem von ihnen steht ein Schicksal.“ Landrat Kai Emanuel verteidigte die Strategie, Flüchtlinge dezentral, in kleineren Einheiten unterzubringen. In vielen Schritten könne eine Identifizierung mit der Gesellschaft, in der man lebt, gelingen. „Wir sollten offen sein, die Jugendlichen zu empfangen und sie sollten offen für uns sein“, sagte er.

Die zwölf Plätze in der Wohngruppe werden hauptsächlich mit Jugendlichen belegt, die bisher im Rüstzeitheim Wermsdorf lebten. Das Haus war nur zeitweilig vom Landkreis für die Unterbringung unbegleiteter minderjähriger Ausländer angemietet worden und wird nun an die evangelische Kirche zurückgegeben. Sieben Kollegen, die bisher zum Teil bereits dort sowie im Schullandheim Lampersdorf eingesetzt waren, werden jetzt in Olganitz die Jugendlichen betreuen. Einige von ihnen sind in der A-Jugend des FSV Blau-Weiß Wermsdorf integriert, sagte Wermsdorfs Bürgermeister Matthias Müller. Damit die Jungs weiter zu Training und Spielen kommen, lieferte das Mügelner Autohaus Hirth gestern noch ein Leasingfahrzeug an: Künftig hilft ein VW Caddy mit sieben Sitzen, vom neuen Zuhause aus mobil zu sein.

Von Jana Brechlin

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