Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Oschatz Jugendliche verletzt sich an Säure aus Oschatzer Fahrkartenautomaten
Region Oschatz Jugendliche verletzt sich an Säure aus Oschatzer Fahrkartenautomaten
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
06:36 14.08.2016
Spezialisten der Feuerwehr untersuchen den Fahrkartenautomaten. Quelle: Foto: Dirk Hunger
Anzeige
oschatz

Ein Drama hat sich am Sonnabendvormittag auf dem Oschatzer Bahnhof abgespielt. Einer 16-jährigen Deutschen spritzte beim Bedienen des Fahrkartenautomaten direkt neben dem Bahnhofsgebäude ätzende Säure ins Gesicht. Dabei wurden ihre Augen verletzt. Die Jugendliche musste in die Augenabteilung der Uniklinik Leipzig gebracht werden.

Nach Angaben der Bundespolizei, die für diesen Fall zuständig ist, habe sich die Jugendliche mit dem Gesicht zum Ausgabeschacht des Fahrkartenautomaten gebeugt, um ihre Fahrkarte zu entnehmen. „Dabei hat sie einen Luftzug gespürt und eine Flüssigkeit ins Gesicht bekommen“, sagte die Pressesprecherin der Bundespolizei,Yvonne Manger. Die Jugendliche habe die Flüssigkeit in die Augen bekommen, die dabei verätzt wurden. Daraufhin wurde die 16-Jährige in der Uni-Klinik Leipzig behandelt, habe aber noch am Sonnabendnachmittag aus der Klinik entlassen werden können.

Die Freiwillige Feuerwehr Oschatz wurde am Sonnabend um 10 Uhr alarmiert und rückte mit fünf Fahrzeugen und 25 Kameraden an. Außerdem wurde ein Spezialfahrzeug angefordert, dessen Ausrüstung chemische Untersuchungen ermöglicht. „Die Feuerwehr hat die braune Flüssigkeit als Säure identifiziert, die einen pH-Wert zwischen 2 und 3 hatte“, sagte Polizeisprecherin Manger. Das entspricht einem mittelstarken Säuregrad.

Um den Fahrkartenautomaten von der Säure reinigen zu können, musste die Stromzufuhr für das Gerät unterbrochen werden. Deshalb musste die Oberleitung auf der Strecke Leipzig-Dresden in Höhe des Oschatzer Bahnhofes abgeschaltet werden. In der Zeit von 14.40 bis 15.08 Uhr war die Oberleitung ohne Strom, Züge konnten in dieser Zeit nicht fahren. Da nach OAZ-Informationen auch der Tunnel zwischen den Bahnsteigen gesperrt war, verpassten einige Reisende ihre Züge. Währen der Abschaltung der Oberleitungen hatten Spezialkräfte der Feuerwehr in Schutzanzügen und unter Atemschutz den Automaten von der Säure gereinigt.

Unklar ist noch, wie die Säure in den Fahrkartenautomaten gelangt ist. Entweder hat ein unbekannter Täter die gefährliche Flüssigkeit in den Ausgabeschacht für Fahrkarten geschüttet oder die Säure spritzte durch einen technischen Defekt des Automaten aus dem Gerät in das Gesicht der Jugendlichen. „Dazu können wir noch nichts sagen, die Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen“, sagte Yvonne Manger.

Die Vermutung, dass die Säure im Zusammenhang mit einem in der vorhergehenden Nacht missglückten Sprengstoffanschlag in den Automaten gelangt sein könnte, bestätigte Polizeisprecherin Manger nicht. „Es gibt keinen Hinweis auf Sprengstoff“, sagte sie. Der Fahrkartenautomat sei nicht beschädigt gewesen. Ein Ermittlungsergebnis der Polizei wird erst in einigen Tagen erwartet.

Von frank hörügel

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Der Bahnhof in Mügeln soll zum Touristikzentrum „Erlebniswelten Schmalspurbahn“ ausgebaut und mit dem Geopark „Porphyrland. Steinreich in Sachsen“ verknüpft werden. Das Projekt kostet insgesamt rund 2,4 Million Euro und soll in Jahresscheiben realisiert werden. In diesem Jahr stehen für das Vorhaben rund 600 000 Euro zur Verfügung.

21.03.2018

Zwei Jahre lang hat Holger Schmidt beim Oschatzer Lions Club die Fäden in der Hand gehalten. Normalerweise dauert eine Amtsperiode als Präsident nur ein Jahr. Jetzt hat Holger Schmidt jedoch sein Amt abgegeben. Neuer Chef bei den Oschatzer Löwen ist Thomas Fischer.

12.08.2016

Nix los auf dem Land? Von wegen! Auf den Dörfern und in den Gemeinden kümmern sich Engagierte darum, dass etwas los ist, bieten Kultur abseits der Großstädte und gerade damit besonderen Charme. Die Motivation dahinter ist, etwas zu bewegen und den Leuten mehr zu bieten als einmal im Jahr ein Dorffest.

23.02.2018
Anzeige