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Kälte und Kolkraben machen Lämmern in Glossen und Striesa das Leben schwer

Tiere Kälte und Kolkraben machen Lämmern in Glossen und Striesa das Leben schwer

Steffi Buchholz zieht eines ihrer Lämmer mit der Flasche groß. Die Schaf-Mama wollte ihn neben seiner Schwester nicht stillen. Auch dann nicht, als das Lamm an einer Lungenentzündung verstarb. Nachdem in den vergangenen Jahren auf dem kleinen Hof in Glossen Schafe Drillinge und sogar Vierlinge zur Welt brachten, bereiteten in diesem Jahr vier tote Lämmer große Sorgen.

Die erstgeborenen Lämmer haben schon eine gute Größe erreicht.

Quelle: Kristin Engel

Glossen/Striesa. So viele Verluste wie in diesem Jahr hatte Steffi Buchholz bei ihren Lämmern noch nie zu verzeichnen. Zehn Lämmchen wurden geboren – vier davon starben – drei bei der Geburt, eines später an einer Lungenentzündung. „Als die Nächte so kalt waren, ging die Mutter nach draußen, um Gras zu fressen. Das Lämmchen lag neben ihr. Der Boden war zu kalt. Wir hatten zwar noch einen Tierarzt gerufen, aber auch er konnte nicht mehr helfen. So etwas wie in diesem Jahr habe ich bisher noch nicht erlebt“, sagt die Glossenerin bedrückt. Ein weiteres Lamm wird auch jetzt noch mit der Flasche ernährt. Seine Mutter wollte es nicht stillen. So machte Steffi Buchholz bis zu sechs Mal am Tag die Flasche warm. „Es frisst bereits etwas Gras. Bald braucht es keine Flasche mehr.“ Doch damit kennt sie sich schon aus.

Ihre Lämmer wurden in der Zeit zwischen dem 12. und den 26. März geboren. Es gab auch bereits bessere Zeiten für Familie Buchholz. Sie denkt da an das Jahr 2007. Eines ihrer Wildschafe hatte im März ein Junges geboren. Vier Wochen später, im April, folgten zwei weitere. Die Glossenerin konnte es nicht fassen und auch der Tierarzt bestätigte: „Das ist eine ganz große Ausnahme.“

„Ich hatte mich gewundert, warum die Schaf-Mama nach der Geburt ihres ersten Lammes nicht dünner wurde.“ Damals dachte die 53-Jährige, dass es Drillinge seien, die mit einer sehr großen Verzögerung auf die Welt kamen. Der zuständige Tierarzt erklärte dann: „Ich gehe davon aus, dass das Schaf zu zwei unterschiedlichen Zeitpunkten befruchtet wurde. Das ist möglich. Schafe können doppelt schwanger sein, denn sie haben zwei Gebärmütter.“ Zwei Jahre später folgte die nächste Überraschung. Denn dasselbe Schaf gebar 2009 gleich vier Lämmer in einem Wurf. „Ich hatte am Abend zuvor beim Füttern beobachtet, dass das Euter des Mutterschafs angeschwollen war, ein Zeichen für die nahende Geburt. Dass es jedoch so dicke kommt, habe ich nicht erwartet. Als ich in den Stall kam, lag bereits ein geputztes Lamm bei der Mutter, das zweite war gerade geboren. Weil das dritte nicht lange auf sich warten ließ, verließ ich den Stall wieder, im Glauben es sei vorbei. 20 Minuten später wollte ich nachschauen, ob mit den Lämmern alles in Ordnung ist und staunte nicht schlecht, als plötzlich ein Quartett die Mutter umringte“, erinnert sie sich.

Im Normalfall gebären Schafe nur ein bis zwei Lämmer. Auch damals musste Steffi Buchholz mit der Flasche aushelfen, da das Mutterschaf nicht alle versorgen konnte. In der freien Natur seien Vierlinge jedoch nicht überlebensfähig, sagt der Oschatzer Tierarzt, Bernd Richter. „In der Regel wird durch den Deckakt eine der reifenden Eizellen befruchtet. Wenn der Akt besonders intensiv ist oder ein Bock das Weibchen mehrmals bespringt, können auch drei oder vier Zellen befruchtet werden. Unter mehreren hundert Geburten kommen Vierlinge einmal vor. Die Wahrscheinlichkeit steigt mit der Größe der Herde.“

„Das Schaf ist anscheinend sehr fruchtbar. Oder es liegt an der Glossener Luft“, scherzte Steffi Buchholz damals. Verluste hat sie noch nicht erlebt. Umso mehr der Schock in diesem Jahr. Woran es gelegen haben könnte, weiß sie nicht. Ein allgemeines Problem scheint es unter den Schäfern und Schafbesitzern jedoch nicht zu sein. „Unseren Lämmern geht es gut. Wir haben eine sehr gute Quote erzielt“, sagt der Striesaer Schäfer Lothar Lippert. Ein Problem mit den lange währenden, kalten Tagen sieht er nicht. Seine Rassen, die Nolana und die Berrichon du Cher, seien diesbezüglich nicht empfindlich. Aber etwas anderes macht ihm Sorgen: „Die Kolkraben. Diese Vögel töten die Lämmer, hacken ihnen die Augen raus und schlimmeres. Das ist ein richtiges Problem für die Schäfer, doch wir können nichts machen.“

Von Kristin Engel

Glossen 51.2437143 12.9976733
Glossen
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