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Kampf gegen Keime - aber zu wenige Collm-Klinik-Gäste reinigen ihre Hände

Kampf gegen Keime - aber zu wenige Collm-Klinik-Gäste reinigen ihre Hände

Innerhalb einer Stunde betreten an diesem Tag 54 Besucher die "Collm Klinik". Davon desinfizieren sich gerade mal sieben Personen und eine Familie am Eingang des Krankenhauses die Hände.

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Schwester Heike Hirschmann. Sie ist zuständig für die Aktion Saubere Hände in der "Collm Klinik" Oschatz, die in der Einrichtung angeschoben wurde.

Quelle: Dirk Hunger

Oschatz. Von Gabi Liebegall

 

Heike Weise, Roswitha Boden, Hermann Roßburger, Heike Schulz, Gisela Thiele, Monika Thee, Gudrun Lötzsch - sie kommen aus dem Altkreis Oschatz - und die Döbelner Familie Bauer sind mit gutem Beispiel voran gegangen. Ihre Argumente: Sie möchten keine Keime von draußen ins Krankenhaus rein bringen, die Patienten und sich selbst schützen.

 

Besucher, die sich die Hände nicht desinfiziert haben, lassen trotzdem höflich mit sich reden: "Hab ich nicht gesehen!" "Das mache ich im Patientenzimmer." "Ich weiß gar nicht, wo das am Eingang sein soll!" "Ich möchte doch bloß mein Kind abholen." Ein junger Mann, der etwas verdutzt ist und keine Ausrede parat hat, flitzt zurück und hält die Hände unter den Spender mit dem Desinfektionsmittel.

 

Familie Bauer aus Döbeln hat sich am Eingang die Hände desinfiziert. Auf die Frage, warum die drei das tun, sagt das Familienoberhaupt: "Jetzt ist doch gerade die Grippewelle. Da muss man im Krankenhaus schon darauf achten, dass man keine Keime einschleppt. Wir sind heute Großeltern geworden", freut er sich und möchte genau wie seine Frau und seine Tochter nicht, dass vielleicht das Neugeborene etwas abbekommt.

 

Die meisten Angehörigen sind dankbar, dass sie daran erinnert werden. Es gibt aber auch Leute, die keine Zeit für eine Antwort haben und einfach ignorant weiter laufen beziehungsweise mit dem Satz verblüffen wollen: "Das ist doch meine Entscheidung, ob ich das mache!" Wenn sich Patienten mit einem sogenannten "Krankenhaus-Keim" infizieren, muss der nicht zwangsläufig aus dem Krankenhaus stammen. Besucher sind potenzielle Überträger. Wenn es doch dazu kommt, ist es für die Ärzte und Schwestern schwer, dagegen anzukämpfen, denn einige Keime lassen sich von Antibiotika nicht beeindrucken. Sie können sich regelrecht austoben und zu schweren bis tödlichen Wundinfektionen führen, zu Entzündungen und Blutvergiftungen.

 

Zu diesem Thema sagt der Leitende Chefarzt Dr. Mario Günther: "Die Statistik für 2014 ist noch nicht fertig. 2013 wurden bei etwa 165 Patienten von insgesamt 8000 Problemkeime nachgewiesen. 2012 waren es noch 185."

 

Vorrangig seien dafür fünf verschiedene Keimgruppen verantwortlich. Diese würden zum Teil nicht nach ihrer Art, sondern nach ihrem Resistenzverhalten eingeteilt. Bei multiresistenten (die Unempfindlichkeit von Krankheitserregern - Red.) Erregern und anderen Problemkeimen gelten strenge Sicherheitsmaßnahmen, zum Beispiel Isolierung und Schutzkleidung. Eine neuere Studie hat aber die alte Weisheit belegt, dass das Wichtigste ist, sich die Hände zu desinfizieren.

 

Und wie bekommt man einen Keim? "Das kann auf verschiedene Weise erfolgen: Bei den meisten Patienten handelt es sich um eine Kolonisation, das heißt, entsprechende Bakterien haben sich auf oder im Körper angesiedelt, ohne dass sie Krankheitssymptome verursachen." In aller Regel werde nicht antibiotisch, sondern antiseptisch behandelt. Es würden keine Medikamente verabreicht, sondern oberflächlich desinfizierend behandelt, so mit speziellen Waschmitteln oder Nasensalben.

 

"Bei den Patienten mit Infektionen durch multiresistente Keime muss Antibiotika gegeben werden, da die Bakterien Zellschäden und Entzündungsreaktionen hervorrufen", so der Leitende Chefarzt. © Kommentar

Gabi Liebegall

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