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Oschatz Kampfansage gegen Straßenlärm
Region Oschatz Kampfansage gegen Straßenlärm
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16:04 18.11.2013

Von Frank Hörügel

Seit 40 Jahren wohnt Brigitte Hermann am Dresdener Berg. "Am schlimmsten ist es, wenn die Laster den Berg runterfahren und an der Ampelkreuzung bremsen. Das geht Tag und Nacht", sagt die 74-Jährige. Nachts das Fenster im Schlafzimmer einen kleinen Spalt öffnen - das gehe gar nicht. "Da kann man nicht schlafen", ärgert sich die Seniorin.

Brigitte Hermann gehört zu den rund 300 Oschatzern, die besonders stark vom Straßenlärm betroffen sind. "Auf den Straßenabschnitten der Bundesstraße B 6 - Leipziger Straße, Promenade und Dresdener Straße - sind hohe bis sehr hohe Lärmbelästigungen festgestellt worden", sagt Markus Zahn. Der Mitarbeiter des Dresdener Büros Spiekermann hat in den vergangenen Wochen im Auftrag der Stadt Oschatz die Lärmbelastung ausgewertet. Sein Fazit: "Es besteht Handlungsbedarf. Ein Lärmaktionsplan ist notwendig."

Nach seinen Erkenntnissen sind entlang der B 6 in Oschatz ganztägig 292 Menschen von Lärmpegeln über 65 Dezibel betroffen. Das entspricht etwa dem Lärm eines ein Meter vom Ohr entfernten Staubsaugers. Nachts sind 350 Menschen von Lärmpegeln über 55 Dezibel betroffen. Zahn: "Die Stadt Oschatz sollte die langfristige Lärmminderung als Chance und nicht nur als Pflicht sehen."

Eine Empfehlung, der sich der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung einstimmig angeschlossen hat. Das Gremium beauftragte die Stadtverwaltung mit dem Durchführen eines sogenannten Lärmaktionsplanes. "Wir werden das in den Haushaltsjahren 2014 und 2015 durchführen", kündigte Oberbürgermeister Andreas Kretschmar (parteilos) an. Pro Jahr sind 5000 Euro dafür eingeplant. Auf eine entsprechende Anfrage von Stadtrat Peter Streubel (Linkspartei) sagte Kretschmar, dass im Rathaus immer mal wieder Beschwerden wegen des Straßenlärms und des Krachs durch den Eisenbahnverkehr ankommen würden.

Die Diskussion um Lärm könnte jedoch auch ihre Schattenseite haben, mutmaßte Albert Pfeilsticker (CDU). "Es könnte passieren, dass sich die Leute aus den Gebieten mit hoher Lärmbelästigung zurückziehen - so wie jetzt schon an der Leipziger Straße." Konkrete Maßnahmen, um den Lärm zu mindern, sind noch nicht geplant. "Das kommt erst in der weiteren Planung", sagte Markus Zahn auf Anfrage von Christian Zieger (CDU). "Was ist denn für Oschatz denkbar?", wollte Christa Sirrenberg (CDU) wissen. "Am wirksamsten wäre eine Umgehungsstraße", antwortete Zahn. Möglich sei aber auch das Errichten von Lärmschutzwänden oder das Aufbringen eines Fahrbahnbelages, der Geräusche mindert.

Frank Hörügel

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