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Karin Strehle baut Ängste beiOschatzer Gymnasiasten ab

Karin Strehle baut Ängste beiOschatzer Gymnasiasten ab

Soziale Kompetenzen sind das A und O beim Einstieg in Beruf und Studium. Doch in Sachen Leistungsbereitschaft, Zuverlässigkeit, Kritik- und Teamfähigkeit hapert es bei Bewerbern in zunehmendem Maß.

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Fachlektüre in der einen und Massagebälle in der anderen Hand: Komeptenzentwicklerin Karin Strehle widmet sich Schülerinnen und Schüler, die am Thomas-Gymnasium lernmüde, unkonzentriert oder wenig selbstbewusst in Erscheinung treten. Mit einem Mix aus Gesprächen und Aktion will sie deren Motivation steigern.

Quelle: Dirk Hunger

Um dem entgegen zu wirken, haben der Europäische Sozialfond (ESF) und das Sächsische Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz das Projekt "KompaS" ins Leben gerufen. "Kompetenzentwicklung an Schulen" wird ermöglicht durch das Zusammenspiel der Fortbildungsakademie der Wirtschaft (FAW) in Leipzig und den Schulen. FAW wirbt für das Projekt und stellt Fachkräfte zur Verfügung. Am Thomas-Mann-Gymnasium hat seit Schuljahresbeginn Karin Strehle ihr Büro. Die staatlich anerkannte Erzieherin löst Anastasia Bauer als Kompetenzentwicklerin ab, die im vergangenen Schuljahr hier tätig war. Unbekannt ist die Mutter zweier Kinder in der Region nicht: Bereits 2008 war sie am Tagestrainingszentrum (TTZ), eine Außenstelle der FAW, tätig.

 

Mit Hilfe der Kompetenzentwickler an den Schulen soll es laut FAW gelingen, die Zahl der Schulabbrecher zu verringern und die Lernmotivation zu stärken. "Der Anteil der schulmüden Kinder nimmt mehr und mehr zu", verdeutlicht Akademieleiterin Kathrin Nerstheimer und schätzt ein: "Es ist uns gelungen, an den fünf beteiligten Gymnasien im Landkreis Nordsachsen tragfähige Netzwerkarbeit zu leisten." Seit 20 Jahren ist die Akademie in und um Leipzig mit zahlreichen Außen- und Nebenstellen aktiv. Priorität bei allen Angeboten habe die Vermittlung in den ersten Arbeitsmarkt und die langfristige Sicherung bestehender Arbeitsplätze. Das "KompaS"-Angebot ist freiwillig und kostenlos, alle Kosten werden den interessierten Schulen in vollem Umfang gefördert.

 

Karin Strehle betreut derzeit zehn Jungen und vier Mädchen in den Klassen 5 bis 10. Sechs weitere Schüler aus den drei Klassen der Klassenstufe 5 haben Interesse angemeldet. Das zeigt: der Fortbestand des Projekts in Oschatz ist zu begrüßen. Doch wer entscheidet, welche Schülerinnen und Schüler mit der Fachfrau Kontakt aufnehmen? Gespräche kommen nur im Einvernehmen zwischen Schülern, Lehrkräften und Eltern zustande. Die Erziehungsberechtigten geben ihr Einverständnis und können die Zusammenarbeit jederzeit kündigen. "In der Regel fallen mangelnde Leistungsbereitschaft, Konzentrationsschwäche, geringes Selbstbewusstsein und fehlende Selbstständigkeit zuerst in Unterricht auf. Die Lehrer, insbesondere die Vertrauenslehrer, sind daher unverzichtbare Partner für meine Arbeit", schätzt die 54-Jährige ein. Hospitationen und Vereinbarungen mit den Eltern sind die Basis für ein Erstgespräch, in dem Erwartungen, Wünsche und Ängste des Kindes analysiert werden. Herrscht darüber Gewissheit, beginnt der Kompetenzentwickler, Stärken des Schülers herauszuarbeiten und zu fördern - in einem deutlich individuelleren Maße als das im Unterricht geleistet werden kann, betont Karin Strehle. Auch verborgene Ängste und Sorgen werden zumeist im Vier-Augen-Gespräch erkannt.

 

Die schulischen, persönlichen und beruflichen Ziele jedes zu betreuenden Schülers stehen im Mittelpunkt der Einzelgespräche, welche die Erzieherin in der Regel alle 14 Tage nach dem Unterricht mit Jugendlichen führt. Sie bilden das Gros der Arbeit. Nur knapp ein Drittel findet in Gruppenarbeit statt. Dritter und letzter "KompaS"-Baustein ist die praktische, kreative Arbeit. Schülerinnen und Schüler können sich nach ihren Talenten entfalten. Manchmal treten besondere Fertigkeiten erst während der Gespräche zutage. Sportlichen, künstlerischen oder musischen Begabungen Raum zu geben, obliegt ebenfalls der Dozentin. Die Entwicklung der sozialen Kompetenzen steht dabei im Vordergrund. "Ich bin keine Nachhilfelehrerin und lade auch nicht zu Bastelstunden ein", räumt Karin Strehle mit kursierenden Vorurteilen über ihre Arbeit auf. Das Spektrum ist vielseitig, reicht von Spaziergängen, über Entspannungsübungen bis hin zu Sport oder gemeinsamen Kochen.

 

Alle Ergebnisse der Gespräche werden dokumentiert, sind Bestandteil eines Förderplans, der dem Schüler oder Schülerin Wege und Alternativen aufzeigt. Dazu gehört, neue Herausforderungen anzunehmen, Fehler einzugestehen, die eigene Meinung zu äußern, aber auch Regeln einzuhalten und lernen, Kompromisse zu schließen. "Jugendliche müssen fähig sein, abweichende Meinungen und Verhaltensweisen bei anderen als gegeben hinzunehmen", so Kathrin Nerstheimer.

Christian Kunze

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