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Karnevalsfreunde in Zaußwitz und des Casabraer Dorfvereins beim Umzug in Strehla

Karnevalsfreunde in Zaußwitz und des Casabraer Dorfvereins beim Umzug in Strehla

Casabra/Zaußwitz. "Ganz Strinks ist ein Theater" lautet das Motto beim Faschingsumzug am Sonntag in Strehla. Unter den Narren, die mit fahren, sind seit Jahren auch zwei Gruppen aus Casabra und Zaußwitz.

 

 

Von CHRISTIAN KUNZE

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Planungsbüro Stolperstein befindet sich in Casabra. Seinen Sitz hat es in einer Scheune unweit der Hauptstraße. Beschäftigt sind dort Mitglieder des Casabraner Dorfvereins. Wenn Sie das lustig finden, ist das gut so. Das Büro existiert nur auf Plakaten, die einen Hänger schmücken. Er fährt am Sonntag in Strehla, gezogen vom Traktor des Landwirts Frank Däbritz. Tanzen werden darauf als Bauarbeiter kostümierte Bürger. In diesem Jahr widmen sich die Vereinsmitglieder dem Zustand ihrer Ortsdurchfahrt satirisch.

 

 

 

"Unsere Dorfstraße hat mehr Löcher als die Staatskasse!" und "Loch an Loch, wie lange noch?", sind Schlagworte, daneben auf weißen Bettlaken Verkehrskegel und Wegweiser gemalt, die nach Casabra führen. "Wir müssen noch den Traktor flott machen und die Konfetti-Tüten füllen", freut sich Heike Arbeiter. Die Vorsitzende des Dorfvereins scharrt ein Dutzend Helfer um sich, die den Wagen jährlich gestalten. Angefangen haben sie als "Fußvolk" im Oschatzer Umzug, seit einem halben Jahrzehnt sind sie in Strehla und Calbitz mit von der Partie, und das mit bis zu 20 Leuten. Wehmut beschleicht die Bastler, weil es in Oschatz dieses Jahr keinen Umzug geben wird. "Dort haben wir das erste Mal mit einer lebenden Ziege in unserem Umzugsbild für Aufsehen gesorgt", erinnert sich Heike Arbeiter. Kritisch auf das Zeitgeschehen blicken die Casabraner Narren immer. "Im letzten Jahr haben wir den Mitwirkungsentzug für die Schlossschule Hof thematisiert. Wenn sich nichts Regionales findet, greifen wir auf das zurück, das alle betrifft, zum Beispiel wenn mal wieder die Steuern erhöht werden", so Heike Arbeiter.

 

 

 

Getüftelt und gewerkelt wird in der Scheune bei Kaffee und selbst gebackenem Kuchen seit Jahresbeginn. Wenn es ans Kostümieren geht, borgt man sich auch was bei Bekannten aus. "Unsere Verkleidungen sind nicht gekauft, sondern individuell", sagt die Vereinschefin und hat dazu eine kuriose Anekdote parat: "Wir sind uns mal in Oschatz vor dem Umzug über den Weg gelaufen und haben doch tatsächlich nicht gemerkt, dass da unter der bunten Maskerade der eigene Nachbar steckt".

Nicht kritisch, dafür bissig kommt der Beitrag des Zaußwitzer Carnelvalsclub in Strehla daher. Im "ZCC", einer nicht eingetragenen Vereinigung, wirken unter anderem Maria Pfohl, Andrea Langer, Chris Kühne, Andreas Dechert und Mike Möckel mit. Ihr Wagen trieft dieses Jahr vor Blut, denn passend zum Thema laden sie als Vampire zum Tanz. "Wir waren aber auch schon Comicfiguren oder haben Kleider getragen, die meine Großmutter selbst genäht hat", sagt Maria Pfohl. Das war vor zwei Jahren, als man in Strehla zur "Hüttengaudi" eingeladen hatte. Der "Karnevalsvirus" wurde auf ihre Generation übertragen, wie Chris Kühne verrät. "Meine Eltern haben früher in Strehla mitgemacht, sind jetzt aber selten dabei. Ich bin da quasi reingewachsen". Zu den Traditionen gehört bei den Zaußwitzern, dass auf dem Weg nach Strehla die Musikanlage ausfällt. Und auch der Fahrer, Yves Franke, ist immer mit von der Partie.

Sobald am 11. November das Motto für die Saison bekannt gegeben wird, ziehen sich die jungen Leute in jeder freien Minute in die Scheune zurück. "Dann wird bei einem gemeinsamen Frühstück besprochen was wir umsetzen wollen. Das ist ein richtiges Ritual, schließlich sehen wir uns sonst ja kaum, auch wenn wir im gleichen Ort wohnen", berichtet Andrea Langer. Sie gehört, wie die anderen Frauen zu den kreativen Köpfen des "ZCC". Was sie auf dem Papier entwirft, wird später zur Deko am Bauwagen. Riesige Vampirgebisse und Fledermäuse aus Holz stapeln sich bereits zwischen Landmaschinen und Werkzeugen. "Man darf gespannt sein, was noch dazu kommt, bis es so weit ist", sagt Mike Möckel.

Inspiration holen sich die Bastler aus dem Internet. "Damit sind wir gut gefahren, denn kopiert hat uns bisher noch keiner", weiß Andreas Dechert. Freude kommt vor allem dann auf, wenn sich vorgegebene Themen verschieden deuten lassen. "Das schönste ist, wenn jemand eine Idee hat, auf die die anderen nie gekommen wären. Bei der Umsetzung macht dann jeder mit."

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