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Kartoffelernte auf Poppitzer Art: Lanz Bulldog legt "Ärbern" frei

Kartoffelernte auf Poppitzer Art: Lanz Bulldog legt "Ärbern" frei

Zwei Handvoll Einwohner, ein Vielfaches mehr an Getier, wenige Häuser, zwei ehemalige Bauerngüter - eins davon heute sogar mit Galerie sowie Ferienwohnung, und natürlich Äcker und viel Grün - das ist der Mügelner Ortsteil Poppitz.

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René Lange (l.) und Arndt Wittig zeigen stolz auf die Ernteausbeute: Die ersten Kartoffeln sind aus der Erde.

Quelle: Bärbel Schumann

Poppitz. Von Bärbel Schumann

Doch seit fünf Jahren lockt das kleine Örtchen einmal im Jahr Liebhaber alter Landtechnik an, wenn im Herbst ehemalige Poppitzer mit Freunden, den jetzt hier lebenden Menschen und Gästen Erntefest feiern.

"In diesem Jahr dreht sich bei unseren Schauvorführungen alles rund um die Kartoffel", erzählt Renè Lange. Er gehört zu den Festorganisatoren. Der 46-jährige Pommlitzer schaffte sich 2006 seinen ersten Lanz-Traktor an. Doch seine Liebe zur Landtechnik begann viel früher, als er den Beruf eines Agrotechnikers, im Volksmund auch Traktorist, in der einstigen Niedergoselner Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft erlernte.

Zeit zum Plaudern hat Lange in diesem Moment nicht. Ein Lanz Bulldog mit einer Auswurfmaschine zieht auf einem kleinen Kartoffelacker am Ortsrand seine letzten Bahnen und fördert dabei allerhand Knollen empor. Lange und einige Mitstreiter sammeln die Kartoffeln mit Körben ein. Ist ein Korb voll, wird er auf einem bereit stehenden Hänger ausgekippt. "De Äbern sinn in diesem Jahr ganz ordentlich. Jetz is de beste Zeit zum Ernten", erzählt ein älterer Herr einem kleinen Jungen an seiner Seite. Er gehört zu jenen Besuchern, die als Landwirte einst selbst Traktoren über die Felder der Region lenkten, aber heute im Ruhestand sind.

Nachdem die letzte Kartoffel aus dem Boden geholt wurde, folgen weitere Schauvorführungen. Langes Mitstreiter Wolfgang Hilz, Roland und Jens Bartsch, Andreas Fischer, Holger Röber und Arndt Wittig haben dafür keinen Aufwand gescheut. So stehen gleich zwei Kartoffelsortiermaschinen bereit, in denen in einer Trommel die Knollen in Bewegung geraten und auf ein Drahtgeflecht fallen. Wer durch die quadratischen Öffnungen hindurch passt, wird aussortiert als Futterkartoffel oder als "Samen" zum Legen im nächsten Frühjahr im Keller aufbewahrt. Was im Sieb bleibt, landet in Säcken oder Körben, vorausgesetzt, nicht zu viel Erde haftet an den Knollen. Doch auch dafür hatte man schon früher eine Lösung: die Kartoffelwäsche.

Daneben ist der Kartoffeldämpfer von Familie Bartsch. Nicht nur leckere Pellkartoffeln mit Kräuterquark bietet Landfrau Aliona Bölke mit ihrer Mutter Rosel Bartsch hier an. Bei dem Frauenduo gibt es auch eine Lektion in Sachen Erdäpfel. Verschiedene Sorten werden ausgestellt. Die Palette reichte von der rötlich schimmernden Laura bis zur gelben Sieglinde. Vom Traktorhänger von Wolfgang "Bubi" Hilz können Interessenten dann gleich noch ihre Wunschsorte erwerben und mit nach Hause nehmen. Bettina Schubert aus Berlin deckt sich bei ihrem Wochenendausflug nach Sachsen gleich mit Vorräten ein. "Frischer geht es nicht", lautet ihr Kommentar.

Die rührigen Organisatoren haben jedoch noch mehr zu bieten: Eine Traktoren-Oldtimerparade weckt das Interesse. Eine Strohhopseburg und Bastelangebote stehen für die Jüngsten bereit. Und von deftig bis süß reichen die kulinarischen Angebote. Für viele ältere Besucher ist das Fest vor allem auch eine Gelegenheit, um in Erinnerungen zu schwelgen und zu fachsimpeln. Aber auch, um den "Jungen" zu zeigen, wie sich die harte Arbeit auf dem Land im Laufe der Jahrzehnte verändert hat.

"Wir sind mit dem Besucherandrang und dem Erfolg wirklich zufrieden. Ohne Unterstützer wäre das nicht so möglich. Deshalb allen Sponsoren und Helfern unseren Dank. Wir werden sicher im nächsten Jahr weiter machen", blickt Renè Lange voraus.

Aus der Oschatzer Allgemeinen Zeitung vom 28.09.2015

Bärbel Schumann

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