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Kaufmannsläden aus sechs Jahrzehnten in Oschatzer Stadt- und Waagenmuseum

Neue Sonderausstellung Kaufmannsläden aus sechs Jahrzehnten in Oschatzer Stadt- und Waagenmuseum

Seit Ende November ist im Stadt- und Waagenmuseum die Sonderausstellung „Kaufmannsläden und Holzspielzeug aus vergangener Zeit“ zu sehen. Die Leihgaben stammen von Gerhard Lehmann. Zu sehen ist auch das Stück, um das herum der Dresdner seine Sammlung aufgebaut hat: sein eigener Kaufmannsladen, den er in den 1950er Jahren geschenkt bekam.

Oschatz. Manchmal schlägt der Zufall verrückte Haken. Die Oschatzer Museumsleiterin Dana Bach ist während eines Urlaubs im Bayerischen Wald auf den Dresdener Spielzeugsammler Gerhard Lehmann aufmerksam geworden. Er hatte durch Vermittlung von Bekannten die Gelegenheit bekommen, in Zwiesel auszustellen. Zu dieser Zeit war Dana Bach gerade in der Region im Urlaub. „Wenn ich unterwegs bin, steht immer ein Museumsbesuch auf dem Programm“, erzählt die Oschatzerin. Natürlich habe sie sich in Zwiesel nach den Kontaktdaten des Sammlers erkundigt.

Die Sammlung des Dresdeners umfasst rund 20 Kaufmannsläden und eine große Anzahl weiteren Holzspielzeuges. „Fast mein gesamter Schatz ist jetzt in Oschatz zu sehen“, betont der Dresdener. Er habe sich, nachdem er im vergangenen Jahr in den Ruhestand gegangen sei, eine kleinere Wohnung gesucht. „Da muss man seine Sammlung straffen und konzentrieren. Ich kann mir nicht leisten, eine Fünf-Raum-Wohnung zu mieten, nur um alles zu lagern, was ich vielleicht einmal ausstellen möchte“, erläutert er.

Gerhard Lehmann hat den eigenen Kaufmannsladen, den er Mitte der 1950er Jahre geschenkt bekam, nicht an jüngere Verwandte weitergegeben, sondern aufgehoben. Dieses Stück ist in der Oschatzer Ausstellung zu sehen. Es bildete den Grundstück für seine 1990 begonnene Sammlung. „Damals gab es weder Kataloge noch Auktionshäuser oder Verkaufsplattformen im Internet“, blickt der 64-Jährige zurück. „Manchem Eigentümer habe ich damit einen Gefallen getan, ihm den ’alten Krempel’ abzunehmen, bevor es im Feuerholz landet“, schätzt er die Situation zu jener Zeit ein. Später sei er auf Flohmärkten und bei anderen Sammlern fündig geworden.

Wer genau hinschaut, sieht in den Kaufmannsläden neben vielen Details einen starken Hinweis darauf, welchen Beruf der Dresdener erlernt hat. Wo gibt es schon einen Kaufmannsladen, der als Elektrofachgeschäft ausgestattet ist? Dort hat der Elektromonteur, der 30 Jahre lang als Hausmeister tätig war, nicht nur Radios, Fernseher und Lampen platziert. Diese Lampen funktionieren auch. Und bei einem der Miniaturradios ist – wie beim Original – die Senderskala beleuchtet. Die Glühlampenkartons im Regal hat Gerhard Lehmann aus Verkleinerungen der Originalverpackungen gebastelt. Übrigens sind diese Schächtelchen nicht leer, darin befinden sich die bei der Modellbahn gebräuchlichen Lampen.

Die Ausstellung ist insgesamt eine Zeitreise durch die Kindheit mehrerer Generationen. Die Kaufmannsläden und das Holzspielzeug stammen aus der Zeit zwischen 1900 und 1960. Die wenigsten konnte Gerhard Lehmann in dem Zustand erwerben, in dem er sie heute präsentiert. „Es war schon von Vorteil, dass ich früher allein in einem großen Haus gewohnt habe. Da hat es niemanden gestört, wenn ich sonntags an der Säge oder anderen Maschinen gearbeitet habe“, erläutert der Dresdener.

Zur gelungenen Zeitreise trägt bei, dass Gerhard Lehmann neben den Läden auch das Zubehör gesammelt hat. „Ich habe versucht, jeden einzelnen Kaufmannsladen seinem Stil und seiner Zeit entsprechend auszustatten“, betont der Dresdener. Neben dem „Tante-Emma-Laden“ und dem schon erwähnten Vor-Vor-Gänger des Elektronik-Supermarktes zeigt die Sonderausstellung unter anderem eine Apotheke und ein Puppenhaus mit Geschäft im Erdgeschoss.

Ein Teil einer Vitrine beinhaltet eine Sonderschau in der Sonderausstellung: Wie man es vom Stadt- und Waagenmuseum erwarten kann, haben die verschiedenen zu den Läden gehörenden Waagen einen Extraplatz bekommen. Auch bei Museumsleiterin Dana Bach wecken die Kaufmannsläden Erinnerungen. Ein ähnliches Modell, wie jenes, mit dem sie und später ihre Kinder gespielt haben, steht in der Ausstellung. Die dazu gehörende Kasse hat sie genau vor Augen.

Das Stadt- und Waagenmuseum ist bis zum vierten Advent regulär geöffnet. Zwischen Weihnachten und Neujahr können Sonder- und Dauerausstellung am 27., 29. und 30. Dezember, jeweils von 14 bis 17 Uhr besucht werden. Ab dem 5. Januar gelten dann wieder die regulären Öffnungszeiten.

Öffnungstage des Museums

21. bis 26. Dezember: geschlossen

27. Dezember: 14 bis 17 Uhr geöffnet

28. Dezember: geschlossen

29. und 30. Dezember: 14 bis 17 Uhr geöffnet

31 .Dezember bis 4. Januar: geschlossen

Öffnungszeiten bis 20. Dezember und ab 5. Januar:

dienstags bis donnerstags: 9.30 bis 12 und 13 bis 17 Uhr

freitags bis sonntags: 14 bis 17 Uhr

Von Axel Kaminski

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