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Oschatz Kaum Chancen für Straßenlaternen-App „Knoop“ in der Collm-Region
Region Oschatz Kaum Chancen für Straßenlaternen-App „Knoop“ in der Collm-Region
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16:33 11.03.2018
Die Straßenbeleuchtung per App selbst einschalten? In der Collm-Region auf absehbare Zeit wohl keine Option. Quelle: Foto: dpa/Andreas Döring (Fotomontage)
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Collm-Region

In kleineren Gemeinden steht in Bezug auf die Straßenbeleuchtung stets die Gretchenfrage im Raum: Nachts leuchten lassen oder doch abschalten? Strom und Geld sparen oder die Wege auch für die wenigen Nachtschwärmer erhellen?

In weiten Teilen der Collm-Region wird diese Frage mit einem Kompromiss beantwortet: Die Leuchtkraft der Straßenlaternen wird in der Nacht heruntergedimmt.

App „Knoop“: Straßenlaternen nach Bedarf anschalten

In der Gemeinde Löwenstedt in Schleswig-Holstein hat man jedoch eine andere Lösung gefunden. Einer der Anwohner – der Informatiker Simon Hansen – hatte folgende Idee: Warum sollten die 665 Einwohner des Dorfes nicht selbst steuern, wann und welche Lampen leuchten? Er entwickelte „Knoop“ – plattdeutsch für Knopf – und stellte das System seinem Heimatdorf zur Verfügung.

Das Prinzip: Mit einer Smartphone-App kann ein Signal an ein Steuermodul gesendet werden, das die Straßenbeleuchtung regelt. Per Knopfdruck können die Löwenstedter selbst bestimmen, wann und welche ihrer 104 Laternen brennen.

Strom- und Geldersparnis

Die Vorteile: Mittels „Knoop“ können Kohlendioxid-Ausstoß, Stromverbrauch und Lichtverschmutzung reduziert werden. „So werden Gemeinden umweltschonender, kostengünstiger und können ihre Bürger dabei aktiv mit einbeziehen“, heißt es auf der Website von „Knoop“.

Bisher ist die App nur in Löwenstedt im Einsatz, Hansen berate aber bereits andere Gemeinden, die Interesse haben.

Ob die App auch in der Collm-Region ein Chance hat? Zumindest in Wermsdorf ist das Konzept schon länger bekannt. „Wir haben uns aber dazu entschlossen, es nicht weiter zu verfolgen“, informiert Thomas Keller vom Bauamt. Grund: Viele Straßenlaternen werden bereits heruntergedimmt und reagieren auf Bewegungen mit mehr Leuchtkraft.

„Menschen wollen eine gewisse Grundbeleuchtung haben.“

Die Laternen gänzlich auszuschalten, um sie dann mittels App wieder anzuwerfen, schließt der Amtsleiter aus: „Die Menschen wollen trotzdem immer eine gewisse Grundbeleuchtung haben.“ Zudem wären die Einsparungen nur minimal. Außerdem befürchtet die Verwaltung, dass die App manche Anwohner überfordern könnte.

Dahlens Bürgermeister Matthias Löwe nennt einen weiteren Grund dafür, warum „Knoop“ im alltäglichen Gebrauch problematisch sei: Rettungsdiensten würde dadurch die Wegfindung erschwert. „Wenn da erst die Lampen per App eingeschaltet werden müssten, würde das zu Verzögerungen führen.“

In den Dahlener Ortsteilen arbeite man zudem bereits mit einer Absenkung der Leuchtleistung. „Wirtschaftlich und aus Sicherheitsgründen ist das also kein Thema für uns.“

Technische Voraussetzungen nicht überall gegeben

Andernorts sind hingegen die technischen Voraussetzungen nicht gegeben. Beispiel Mügeln: Dort werden die Straßen überwiegend von Natriumdampflampen erleuchtet, die nach dem Einschalten einige Zeit benötigen, um volle Leuchtkraft zu entfalten. Das Prinzip von „Knoop“ jedoch basiert auf LED-Leuchten, die unmittelbar anspringen, erklärt Bürgermeister Johannes Ecke.

„Wöllten wir die Beleuchtung umstellen, müssten erst diese LED-Leuchten installiert werden. Da aber die Natrium-Leuchten ebenso energiesparend sind, bleibt eine Einsparung unerheblich.“ Eine Umstellung auf LED würde vorerst nur in Straßen gemacht, in denen neue Beleuchtung installiert wird.

„Und hier dimmen sich die Leuchten nachts ab, auch damit wird ein wenig gespart. Weiterhin müssten die Lampen oder die Gesamtsteuerung an ein Funknetz angeschlossen werden, was die Kosten vorerst erhöht“, so Ecke. „Fazit: Die Idee ist gut, jedoch für uns momentan nicht einsetzbar.“

Von Christian Neffe

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