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Kein normales Weihnachtsfest für Querbitzscher Familie

Kein normales Weihnachtsfest für Querbitzscher Familie

Das Holz in den Feuerkörben brennt und spendet Wärme an diesem nassen und windigen Dezembertag auf dem Hof der Familie Mehner. Auf einem Tisch stehen Stollen und Plätzchen, die die Frauen im Dorf gebacken haben und die die Einwohner gemeinsam bei Glühwein probieren.

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Michael Auerbach mit dem an Krebs erkrankten Sohn Yannick, Tochter Maryann und Ehefrau Diana. Die Familie erfährt viel Unterstützung aus dem Dorf.

Quelle: Bärbel Schumann

Querbitzsch. Junge wie Alte stehen beieinander, reden über das Wetter, Dorfneuigkeiten, Politik und natürlich über das bevorstehende Weihnachtsfest. Mit dabei sind auch Michael und Diana Auerbach mit ihren Kindern Yannick und Maryann. Dass die Vier bei der ersten Querbitzscher Dorfadventsfeier dabei sind, freut alle besonders, denn für Familie Auerbach war es ein schicksalhaftes Jahr.

Der neunjährige Yannick klagte gleich zu Jahresbeginn nach dem Besuch des wöchentlichen Selbstverteidigungskurses immer wieder über Schmerzen, die nicht enden wollten. Die Eltern gingen der Sache nach. Arztbesuche folgten. Schließlich stand die Diagnose fest: Krebs. "Von Mai bis Ende Oktober war unser Sohn Yannick dann mit wenigen Tagen Unterbrechung in der Kinder-Onkologie der Leipziger Universitätsklinik", erzählt Diana Auerbach. Zeit, in der die Eltern nicht von Yannicks Seite wichen und dabei auch eine Auszeit aus dem Berufsalltag nahmen. Tochter Maryann zog in dieser Zeit zu Oma und Opa in Ablaß.

So erlebte das Paar mit ihrem Sohn die Tage der Chemotherapie oder der Kontrolluntersuchungen ebenso wie die freudigen Momente der Besuche von Schwester Maryann oder dem Eintreffen der Post von Yannicks Klassenkameraden aus der Neusornziger Grundschule "Auf der Höhe" mit. "Da durch die Behandlung Yannicks Immunsystem geschwächt war, durfte er wegen der hohen Ansteckungsgefahr, beispielsweise mit Schnupfen, nur wenige Besucher empfangen. Also haben wir täglich bis zu 14 Stunden an seinem Bett verbracht", sagt Michael Auerbach. Während Yannicks Klinikaufenthalt hat das Ehepaar auch Unterstützung vom Verein Elternhilfe in Leipzig sowie vom Verein Kinderträume erhalten. "In dieser Zeit wohnten wir mit anderen betroffenen Eltern in einer Wohnung des Vereines. Gemeinsam haben wir gekocht, über unsere Situation geredet und uns auch gegenseitig Mut zugesprochen", erzählt der Familienvater. Dabei sind auch viele neue Freundschaften entstanden, ergänzt Diana Auerbach.

Wenn die Auerbachs mal für einige Tage nach Hause durften, bekamen sie von der Querbitzscher Dorfgemeinschaft viel Unterstützung und Zuspruch. Vor sechs Jahren waren sie in den Ort gezogen und erfüllten sich den Traum vom eigenen Heim. "Wir fühlten uns in der Dorfgemeinschaft gleich sehr wohl", sagt Michael Auerbach. Als im Sommer erstmals alle Einwohner ein Sommerfest feierten, sammelten sie für den kranken Yannick Geld, damit die Eltern ihm einen Herzenswunsch erfüllen konnten. "Ich habe mir ein großes Piratenschiff zum Spielen gewünscht", sagt Yannick.

Inzwischen haben die Einwohner auch Yannicks Schwester Maryann an ihrem Geburtstag beschenkt. "Sie hat durch die Krankheit ihres Bruders auf manches verzichten müssen und gewiss eine nicht gerade leichte Zeit durchlebt. Wir haben ihr deshalb gern ihren Herzenswunsch erfüllt und einen Ezy-Roller geschenkt", sagt der Querbitzscher Detlev Matthes.

Noch darf Yannick wegen seines geschwächten Immunsystems nicht zur Schule gehen, kann die Familie über keinen Weihnachtsmarkt bummeln. Auch ein gemeinsamer Besuch im "Platsch"-Erlebnisbad in Oschatz, wie vor der Krankheit, ist vorerst tabu. "Wir genießen deshalb die gemeinsame Zeit daheim und spielen ganz oft mit den Kindern", sagt Diana Auerbach. Alle freuen sich auf das Weihnachtsfest, wenngleich die Vorbereitungen anders sind. "Wegen Yannicks Krankheit müssen wir auf sehr viele Dinge besonders achten. Ich koche anders, es wird besonders geputzt und auch die Grünpflanzen sind beispielsweise aus dem Wohnzimmer verschwunden", erzählt Diana Auerbach aus dem Alltag. Und es wird bei den Auerbachs in diesem Jahr keinen natürlichen Weihnachtsbaum zum Fest geben.

Ihr Schicksalsschlag hat die Eltern nachdenklich gestimmt, hat ihre Sicht auf viele Dinge im Alltag verändert. "Wir haben so viel Unterstützung und Hilfe während des Klinikaufenthaltes erfahren, dass wir nun selbst etwas anderen zurückgeben wollen. Für mich hat es viel Überwindung gekostet, in Oschatz bei Frankenstolz vorzusprechen und um Unterstützung für die Ausstattung der Wohnung der Elternhilfe Leipzig zu bitten", erzählt Michael Auerbach. Die Betten, die für die Übernachtung der Eltern der erkrankten Kinder zur Verfügung stehen, könnten neue Matratzen gebrauchen. Wer täglich viele Stunden am Bett seines Kindes zubringt, der freut sich abends auf ein ordentliches Bett. "Mal sehen, ob meine Vorsprache nützlich war", sagt der Familienvater. Profitieren würden viele vom Schicksal betroffene Familien.

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