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Oschatz Keine Langeweile bei Kindern in Oschatz und Mügeln
Region Oschatz Keine Langeweile bei Kindern in Oschatz und Mügeln
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16:35 22.02.2017
Erfolgreiche Schrott-Bastler: Philipp, Mahdie und Emma (von links) haben aus Abfall unter anderem Boote, Roboter und einen Vogel neu entstehen lassen. Quelle: christian kunze
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Oschatz/Mügeln

Unter dem Motto „Kommt ihr Kinder, seid Erfinder“ bastelten in dieser Woche 16 Jungen und Mädchen im E-Werk. Der Kinosaal wurde zur Werkstatt. Aus Kisten voll Schrott und Weggeworfenem, das Hobby-Künstlerin Doris Köhler aus Rechau von der benachbarten Trödelhalle mitgebracht hatte, entstanden in einem zweitägigen Workshop kleine kreative Kunstwerke.

Kaputte Computer, Kaffeemaschinen, Bügeleisen, Fernbedienungen und allerhand mehr wurden erst in ihre Einzelteile zerlegt und dann zu neuen Objekten zusammengesetzt. „Ich habe einen Heißluftföhn mitgebracht, damit wir unseren Schrott noch ein bisschen verformen können“, sagt Doris Köhler. Die gelernte Erzieherin will den Kindern neue Wege aufzeigen. „Am Anfang fragten mich viele ,Was soll ich denn damit jetzt machen?` Das ist gar nicht wichtig. Entscheidend ist, dass sie sicher überhaupt trauen“.

Schiffe, Autos, Roboter, Tiere, ein Leuchtturm – all das entstand binnen weniger Stunden. Wichtigstes Hilfsmittel war die Heißklebepistole, mit deren Leim sich wirklich alles aneinander pappen lässt. Sie ist allerdings nicht ganz ungefährlich, wie Teilnehmer Philipp festgestellt hat. „Das Zusammensuchen und Basteln hat mir riesigen Spaß gemacht. Beim Leimen habe ich mich aber auch verbrannt. Das war nicht so toll.“ Er ist einer von den wenigen Jungen, die das Angebot nutzen. Die meisten Erfinder sind weiblich. Warum das so ist, beantwortet Emma aus Zeithain ganz treffend: „Das ist mal was anderes. Und besser als immer nur Fensterbilder zu malen“.

Allen Dingen gemein, die neu entstanden sind, ist, dass sie einen festen Platz im Heim ihrer Erfinder haben. Das gilt auch für die Baby-Wickel-Station, die Emma gebaut hat und den Vogel mit Gabel-Füßen und Lockenwickler-Augen, den Doris Köhler selbst gefertigt hat.

Auch die übrigen Ferienangebote des soziokulturellen Zentrums vom Töpfern bis zum Demokratiestammtisch, waren ausgebucht, teilt Organisatorin Anja Kohlbach mit. Lediglich der für gestern geplante Siebdruck musste wegen Krankheit kurzfristig abgesagt werden. Die erfolgreiche Neuauflage einiger Angebote bestärkt sie, diese weiterhin anzubieten, teilte sie auf Nachfrage mit.

Auch im Oschatzer Hort „Zum Grashüpfer“ waren im Schnitt bisher pro Ferienangebot trotz anhaltender Krankheitswelle rund 50 Kinder da – also keine Langeweile bei Hortleiterin Anne Kernche und ihren Kolleginnen. Neben der Holzwerkstatt mit dem Team der Stiftung Bau und Handwerk (wir berichteten) und zwei Kinovorstellungen, einmal im Hort selbst und einmal im Filmpalast in Riesa, kam bei den Kindern vor allem die Winterwanderung nach Thalheim gut an. Da gab es zwar keinen Schnee mehr, aber das Ziel des Fußmarschs, die Alpakafarm von Lothar Linhart, sorgte für Begeisterung. Auch die Erzieherinnen hatten mit hohem Krankenstand zu kämpfen.

Im Jugendhaus „Young Mogelin“ in Mügeln gab es ebenfalls ein abwechslungsreiches Ferienprogramm, vom kreativen Gestalten über Kinobesuch und gemeinsames Kochen bis zum Besuch der Eishalle in Taucha oder des Erlebnisbades „Wonnemar“ in Bad Liebenwerda. „Wir haben das Programm gemeinsam mit den Kindern und Jugendlichen erstellt“, sagt Jugendarbeiterin Christina Troch. Besonders die Ausflüge, aber auch die Bastelnachmittage seien gut besucht. „Das Jugendhaus wird gut angenommen“, ist sie mit der Resonanz nicht nur während der Ferienzeit zufrieden und kündigt an: „Wir wollen im Mai zu einem ,Tag der offenen Tür’ einladen und Einblicke in unsere Arbeit gewähren sowie eine Dia-Schau über das Ferienprogramm zeigen.“

Von ChrIstian Kunze

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